Kubanischer Regierungsgegner Farinas erneut festgenommen

25. August 2012, 08:25

50-jähriger Soziologe im Hunger- und Durststreik

Havanna - In Kuba hat die Polizei den Regierungsgegner und Bürgerrechtler Guillermo Farinas erneut festgenommen. Wie seine Mutter Alicia Hernandez am Freitag (Ortszeit) mitteilte, wurde Farinas am Vortag verhaftet, als er vor seinem Haus in der Stadt Santa Clara mit ihn überwachenden Polizisten diskutierte. Elizardo Sanchez, Vorsitzender der offiziell verbotenen, aber von der Regierung in Havanna tolerierten Kubanischen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung (CCDHRN), bestätigte die Festnahme.

Nach Angaben seiner Mutter trat der 50-jährige Farinas nach seiner Festnahme auf dem Polizeirevier in einen Hunger- und Durststreik. Ebenfalls am Donnerstag wurde Sanchez zufolge der Regierungsgegner und ehemalige politische Gefangene José Daniel Ferrer in seinem Wohnort Palmarito bei Santiago de Cuba festgenommen. In der Regel dauerten die Festnahmen "einige Stunden oder Tage", fügte Sanchez hinzu.

Der Soziologe Farinas war zuletzt vor einem Monat bei der Beisetzung des kubanischen Regierungsgegners Oswaldo Paya festgenommen worden, als dort Parolen gegen die Regierung gerufen wurden. Paya war gemeinsam mit dem Bürgerrechtler Harold Cepero bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Farinas, der durch wiederholte Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte, kam nach neun Stunden im Polizeigewahrsam wieder auf freien Fuß.

Das Europaparlament zeichnete Farinas 2010 wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte mit dem nach dem sowjetischen Dissidenten Andrej Sacharow benannten Sacharow-Preis aus. Paya, ein 60-jähriger überzeugter Katholik und langjähriger Regierungskritiker, erhielt den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments im Jahr 2002.

Die kubanische Führung wirft Farinas "antisoziales Verhalten" vor und bezeichnet ihn und andere Regierungsgegner als "Söldner im Dienst der USA". Washington hält seit fünf Jahrzehnten Jahren eine Blockade gegen den von der Kommunistischen Partei geführten Karibikstaat aufrecht. (APA, 25.08.2012)

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16 Postings
Farinas ist doch der,

der einen Arbeitskollegen das Gesicht mit der Machete "gebürstet" hat, deshalb und aufgrund früherer Körperverletzungen inhaftiert wurde.
In der Haft hat er dann seine Regimekritik entdeckt und ist seitdem ein politischer Gefangener, der mit höchsten Menschenrechtspreisen der NATO-Staaten geehrt wird, die gleichzeitig weltweit Folterlager unterhalten.

nAK, Du verteidigst ein Regime das 10.000ende Tote zu verantwort hat. Ab in die Ecke zum Schämen !

Nein

Diese "Taten" hat er wohl nur laut kubanischer Regierungspropaganda begangen, um einen "politischen" zu diskreditieren.

nichts desto trotz wird ein politischer und gesellschaftlicher wandel durch das us-amerikanische embargo sicher nicht erleichtert.

Das stimmt

Es nutzt nur den politischen Hardlinern auf beiden Seiten der Floridastraße. Es festigt das Castro-Regime, weil es mit der "Blockade" eine Ausrede für selbstverschuldete wirtschaftliche Missstände und ein schönes Feindbild hat, und die Exilkubaner können sich ihren Einfluss auf Washington sicher sein, weil ihre Wahlstimne im Swing-State Florida wichtig ist.

Das fortschrittliche Regime ...

... in Kuba ist sooo super!

"kam nach neun Stunden im Polizeigewahrsam wieder auf freien Fuß"

Unglaublich dieses Regime. Die sollten sich mal ein Beispiel an der Vorzeigedemokratie nehmen, wie man dort mit Dissident Manning umgeht.

manning ist kein dissident,

er ist ein aktiver angehöriger des militärs der in vertrauensposition dokumente entwendete.
so was ist ein delikt, egal wo auf der welt.

Dokumente veröffentlicht hat, die schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zeigten und seitdem in der Vorzeigedemokratie USA gefoltert wird.

Right or wrong, my country? Spätestens seit 1945 sollte man in österreich und Deutschland dazu gelernt haben.

Kleiner Scheinheiliger, huh ? Farinas Probleme mit der Justiz begannen als er 1995 die Direktoren seiner Klinik wegen Veruntreuung von EU- Spendengeldern angezeigt hat. Aber das ist wieder typisch. Manning der Held, Farinas wird angeschüttet.

Hätte Manning das in Kuba gemacht müßte er sich eher keine Sorgen mehr machen.

schon wieder!

Ist doch wirklich interessant, wie Gegner in Kuba, China, Russland, Ukraine etc. aus dem Westen mit Preisen belohnt werden.
Wann bekommen Bradley Manning, Julian Assange oder Mumia Abu Jamal diesen Andrej Sacharow-Preis verliehen?

sollten sie wirklich

nicht fähig sein den unterschied zu erkennen, dann ist ihnen eh nicht zu helfen.

Soweit wirds in Österreich auch kommen!

Eine "Che"-Büste steht ja schon in Wien.

aber ohne Nase, oder?

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