Jakarta bestellt hundert deutsche Leopard-Panzer

24. August 2012, 22:59

Preis wird noch verhandelt - Grüne und Linke warnen

Jakarta/Berlin - Indonesien will 100 Leopard-2-Kampfpanzer in Deutschland kaufen. Das Verteidigungsministerium in Jakarta bestätigte am Freitag erstmals offiziell die Kaufabsicht und erklärte, das Parlament habe bereits zugestimmt. Über den Preis der in den 80er Jahren produzierten Gebrauchtpanzer wird allerdings noch verhandelt und die Genehmigung der deutschen Bundesregierung steht ebenfalls noch aus. Deutsche Grüne und Linke warnten unter Verweis auf die Menschenrechtslage in dem Land vor dem Panzerdeal.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war im Juli in Indonesien und hatte mit Präsident Susilo Bambang Yudhoyono über das möglichen Geschäft gesprochen. Das Land will seine Streitkräfte besser ausstatten und eine eigene Rüstungsindustrie aufbauen. Das Verteidigungsbudget 2011 bis 2014 umfasst 156 Billionen Rupien (13 Milliarden Euro).

"Die Panzer sind nicht teuer"

Der deutschen Bundesregierung liegt bisher lediglich ein Antrag auf Lieferung von vier Testpanzern des Typs Leopard 2A4 und vier Marder-Schützenpanzern zur Vorführung in Indonesien vor. Nach Angaben eines Sprechers des indonesischen Verteidigungsministeriums ist aber auch der Kaufantrag auf den Weg gebracht, der vermutlich an die Rüstungsindustrie gerichtet wurde. Die Münchner Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann, die den Leopard 2 produziert, war am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Jakarta will offenbar Leopard-Panzer des Typs 2A4 erwerben, der Mitte der 80er Jahre entwickelt wurde. Nach einem Bericht des "Jakarta Globe" gab Indonesien dem deutschen Angebot den Vorzug vor einer deutlich teureren niederländischen Offerte. Der Preis liege zwischen 800.000 und 1,5 Millionen US-Dollar (640.000 bis 1,2 Millionen Euro) pro Stück, heißt es dort unter Berufung auf einen Parlamentarier. Die Niederländer hätten 2,5 Millionen US-Dollar gefordert. Der Sprecher des indonesischen Verteidigungsministeriums, Hartind Asriner, sagte dazu lediglich: "Eins ist sicher: Die Panzer sind nicht teuer."

Dem "Jakarta Globe" zufolge sollen in dem geplanten Deal neben dem Leopard auch weitere, leichtere Panzer enthalten sein. Dazu könnte der Schützenpanzer Marder zählen, den die Bundeswehr in Afghanistan einsetzt. In den nächsten Jahren will sie ihre 409 Exemplare aber ausmustern und durch den Puma ersetzen. (APA, 24.8.2012)

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18 Postings

600.000 Euro für nen modernen Kampfpanzer?
Ich muss wohl mein Sparschwein mal plündern...

Modern ?

80er Jahre...die 2A4 sind ~30 Jahre alt.

Bedrohlich!

Ob das langfristig nicht in den Hosenanzug geht,
wenn man solche Länder mit Waffen bedient?
Pfarrerstöchterl als ambitionierte Waffenhändlerin?

haben wir nicht solche vor ein paar jahren um 40k das stück verscherbelt?

super, dass also vermutlich rund um den 1.9., dem antikriegstag in deutschland ein sehr bedenkliches waffengeschäft diskutiert und womöglich auch genehmigt wird.
es ist mir unverständlich, warum der indonesische inselstaat 100 panzer braucht - um die grenze zu malaysien zu sichern?? oder um die eigenen staatsbürgerInnen unter druck zu setzen?? gerade angesichts der menschenrechtslage in westpapua (und vermutlich auch in anderen teilen indonesiens) ist so ein verkauf schon sehr kritisch. würde dieses geld doch in langfristig friedenssicherende massnahmen - wie bildung, zivile infrastruktur, gesundheit etc. gesteckt werden, wäre wohl mehr menschen gedient, ausser natürlich deutscher rüstungsindustrie und indonesischen regierungsbeamten

Verteidigungsminister- wieder ein Gewinn?

Nachdem Österreich ihre eigenen Leopard 2A4 um einen Hankuss an Deutschland verkauft hat, verkaufen die sie wieder mit einem riesen Gewinn weiter. Super Deal. Vielleicht sollten wir ihnen auch unsere Eurofighter um 100€ verkaufen.

Dann hätten die Holländer halt 3 Mio $ verlangen müssen, in Indonesien

wurde noch nie eine staatliche Kaufentscheidung durch den Preis beeinflusst. Ausschlaggebend ist einzig und allein der Betrag der auf Schweizer Konten landet.

Ich sag nur Eurofighter Typhoon vs. SAAB Gripen in Österreich…

Bevor "lobbyiert" wurde ging alles in Richtung Gripen.

bitte in diesem zusammenhang NICHT die schweiz erwähnen.

ansonsten müssen sie fairerweise dazusagen dass die schweiz diese jas 39 gripen zusätzlich zu ihren 34 stück fa 18 hornet beschafft.

der satz muss richtigerweise lauten : ...
" ...

Bevor für den eurofighter "lobbyiert" wurde - glaubte man, dass das jahrzehntelange intensive lobbying für die produkte von saab ausreichend sei ... "
.

Möglich. Es gab aber auch andere Gründe:

Da Schweden auch ein "neutrales" (+ plus einst blockfreies) Land war, das ebenfalls in der EFTA war (so wie Österreich) und von Sozialdemokraten regiert wurde, die mit den österreichischen eng befreundet waren (insebsondere wegen Kreisky) war es wesentlich einfacher und naheliegender von dort Flugzeuge (Draken) zu kaufen, als von den Natostaaten oder von Russland.

Da man nun die Zusammenarbeit gewohnt war, der Gripen um einiges weniger kostet als Eurofighter Typhoon und speziell für die Luftraumverteidigung kleiner Länder entwickelt wurde, wäre das wiederum naheliegend gewesen.

Durch den Eurofighter haben wir jetzt NATO-Technik und deshalb viel strengere und teurere Sicherheitsmaßnahmen in Zeltweg. Und Schüssel wollte ja in die NATO.

° ... eng befreundet waren (insebsondere wegen Kreisky) war es wesentlich einfacher und naheliegender von dort Flugzeuge (Draken) zu kaufen ... "

ja, auch das nennt man lobbying - auch wenns manche nicht gern hören/lesen wollen.

die kostenfrage als auch die nato-sache lass ich mal so stehen (da eine diskussion darüber hier nicht möglich ist).

Ich würds eher Freunderlwirtschaft nennen.

Wenn man sich die Enthüllungen der letzten Jahre ansieht könnte

man vermuten, dass Schüssel bei Suharto Nachhilfeunterricht genommen hat.

Ja, ja,

jetzt wird wieder in die Hände gespuckt,
wir steigern das Bruttobrutalprodukt.

Angie kriegt ne riesen Schreck

....schon wieder sind vier Panzer weg

"Grüne und Linke warnen"

Warum eigentlich die Grünen? Unter Joschka hatten sie keine Probleme mit Krieg spielen.

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