Jelzin-Denkmal geschändet

Zehn Meter hoher Obelisk mit Farbe beschmiert - Architekt des Gedenksteins sieht politische Motive hinter der Tat

Moskau - In Russland haben Unbekannte ein Denkmal für den früheren Präsidenten Boris Jelzin verunstaltet. Das russische Fernsehen zeigte am Freitag Bilder von ausgekratzten Buchstaben aus dem Schriftzug mit Jelzins Namen auf dem Gedenkstein in Jekaterinburg. Das in den Stein geprägte Porträtbild Jelzins wurde zudem mit blauer Farbe beschmiert. Der zehn Meter hohe Obelisk aus Marmor war im vergangenen Jahr anlässlich des 80. Geburtstags des im Jahr 2007 verstorbenen Politikers eingeweiht worden.

Der Architekt des Gedenksteins, Georgi Franguljan, vermutet politische Motive hinter der Tat. Sie sei "professionell" ausgeführt worden, sagte er dem Fernsehsender Doschd.

Jelzin hatte von 1991 bis 1999 an der russischen Staatsspitze gestanden. In diesen Jahren nach dem Ende der Sowjetunion erlebte Russland einen beispiellosen wirtschaftlichen Niedergang. Viele machten dafür Jelzin mitverantwortlich. Der am Ende seines Lebens vor allem von Gerüchten über eine Alkoholsucht umwitterte Präsident trat zur Jahrtausendwende zurück. In Jekaterinburg hatte der Reformer einst seinen Kampf gegen das Sowjetsystem begonnen. (APA, 24.8.2012)

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