Mutter, ist das Kunst?

Die Galerie Ruprecht ziegt in der Schau artVerwandt die Werke zweier Generationen von Künstlerinnen

2008 entschloss sich Terri Frühling zu einem Experiment: Sie fertigte perfekte Abbilder einer Zeichnung ihres Vaters und einer keramischen Arbeit ihrer Mutter an. Mit den gleichen Handgriffen, aus den gleichen Blickwinkeln, um sich möglichst gut in den damaligen Bewusstseinszustand ihrer Eltern versetzen zu können. transfrühling ist neben vielen anderen Arbeiten nun in der Galerie Ruprecht in der Schau artVerwandt zu sehen, die Werke zweier Generationen von Künstlerinnen zeigt. Marie Ruprecht-Wimmer, Tochter der Keramikerin Elfriede Ruprecht-Porod, war an einem Künstlerberuf anfangs gar nicht interessiert, und auch Oona Valarie, Tochter der Malerin Helga Schager, hielt in ihrer Pubertät wenig davon, Künstlerin zu werden - meint zumindest deren Mutter. Laut Tochter war es die Mutter, die sich gegen den Künstlerberuf aussprach. Mama told Me Not To Become An Artist heißt eines ihrer Bilder. Gefruchtet hat es wenig: Sowohl Oona Valarie als auch Marie Ruprecht-Wimmer sind studierte bildende Künstlerinnen.

Auf den Bleistiftzeichnungen Vermutungen thematisiert Monika Migl-Frühling die prekäre Situation von Künstlerinnen: Frauen über einem Abgrund, die dabei allerdings heiter und verspielt wirken. Auch ihre Künstlertöchter Terri und Sophie seien mit dieser Situation vertraut, vermutet Migl-Frühling. Mehr als ein Jahr hat die Vorbereitung zu dieser Ausstellung gedauert. In dieser Zeit kamen viele Erinnerungen erstmals ungefiltert auf den Tisch - als künstlerischer Dialog fanden sie Eingang in die Schau. (DER STANDARD, 25./26.8.2012)

Bis 22. 9. 2012, Galerie Ruprecht, 4131 Obermühl

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