Wild im Tiroler Lechtal mit TBC verseucht

Jutta Berger
24. August 2012, 18:11
  • Möglicherweise hat ein kapitaler Hirsch den TBC-Erreger ins  Tiroler Lechtal eingeschleppt.
    foto: dpa-zentralbild/patrick pleul

    Möglicherweise hat ein kapitaler Hirsch den TBC-Erreger ins Tiroler Lechtal eingeschleppt.

Hälfte der Tiere infiziert - Vorarlberger Bauern fürchten um ihr Almvieh

Bregenz/Innsbruck - Wildbret aus dem Tiroler Lechtal steht auf der Vorarlberger Seite des Tales nicht mehr auf der Speisekarte. "Zu gefährlich", hört man in den Berggasthäusern immer wieder. Denn drüben bei den Tirolern sei das Wild mit Tuberkulose (TBC) verseucht. Die Krankheit bereitet vor allem Bauern, die ihr Vieh auf grenznahe Almen treiben, Sorgen. Sie fürchten, das Wild könne ihre Rinder anstecken und der Erreger in die Nahrungskette gelangen.

Die Sorgen seien berechtigt, sagt der zuständige Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP): "Wir tun alles, um einen Kontakt von Nutztieren mit dem Wild zu vermeiden. Beispielsweise empfehlen wir, Lecksteine so auszulegen, dass sie nicht vom Wild erreicht werden können." Zudem würde das Wild "intensiv beobachtet". Lech, Warth, Kloster- und Kleinwalsertal gehörten zur Beobachtungszone. 80 Prozent des dort erlegten Wildes würden auf Tuberkulose untersucht. Gefunden wurden in der heurigen Saison drei Verdachtsfälle. Schwärzler beruhigt: "Im Vergleich zu 2011 hat sich die Situation verbessert."

Lückenlose Kontrolle

Österreich gilt als TBC-frei. Müssen sich Konsumentinnen und Konsumenten nun vor einer Übertragung durch Wild oder Rinder fürchten? "Nein, die Kontrolle war noch nie so lückenlos", sagt Paul Ortner, stellvertretender Tiroler Landesveterinär. Jedes Stück Wild aus dem Lechtal wird vom Amtstierarzt untersucht, "auch Wildbret für den Eigenbedarf". TBC-Fälle bei Rindern treten nur noch vereinzelt auf, meint Ortner.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Hälfte des Rotwilds im nördlichen Lechtal in den letzten fünf Jahren mit dem Erreger Mycobacterium caprae infiziert war. Zur Eindämmung der Seuche werden Abschusszahlen seit 2011 nach veterinärmedizinischen Gesichtspunkten festgelegt. 2011 wurden 723 Tiere getötet, 57 davon in einem eigens geschaffenen, 25 Hektar großen Wildgatter. "Tierschutzgerecht von geschulten Fachleuten", sagt Ortner.

Abschusszahlen verdoppelt

Um eine weitere Ausbreitung der TBC zu verhindern, sind aber drastischere Maßnahmen nötig. So wurde die Überwachungszone für die Saison 2012/2013 auf 60.000 Hektar verdoppelt. Womit sich auch die Abschusszahlen auf das Doppelte (1300 bis 1400 Tiere) steigern.

Wie der Erreger eingeschleppt wurde, sei nicht geklärt, sagt der Tierarzt. Möglich sei die Übertragung vom Rind auf das Wild, aber auch die Einschleppung des Erregers durch das Einsetzen eines infizierten kapitalen Hirsches. Immerhin trifft die Seuche stark der Jäger liebste Trophäenbringer: Sieben von elf Hirschen der höchsten Altersklasse waren infiziert. Jagdkritiker sprechen von Folgen der "Wildmast" und dem daraus resultierenden Überbesatz an Rotwild. (Jutta Berger, DER STANDARD, 25./26.8.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
"Wie der Erreger eingeschleppt wurde, sei nicht geklärt"

die wilddichte ist viel zu hoch, das rotwild wird auch noch angefüttert. warum? damit diverse illustre (und vor allem zahlungskräftige) jagdgäste auch ganz sicher was kapitales vor die büchse bekommen, wenn sie spontan mal am wochenende für ein paar stunden zum jagen einfliegen.

man kann halt nicht alles haben.

die natur "hilft" sich selber und elimiert die überpopulation dann eben durch diverse wildkrankheiten wie z.b. auch tbc.

das eigentliche problem ist die überpopulation an rotwild. durch übermäßiges zufüttern im winter wird (wurde) eine natürliche selektion verhindert. möglicherweise wurden auch abschusszahlen geschönt, um die population zusätzlich zu fördern.

Daseigentliche Problemsin deiVeterinärdirektorenvonTirolund Vorarlberg:

ErikSchid,der wegenGEWALTÄTIGKEIT(!!)gegen ein euntergebene Amtstierärztin zurüchtreten musste, kannte das Problem zumindest 10 Jahreundihnorierte es.Eduard Wallnöferjr eiferteihminTirolnach.Nicht einmaldieab Hofvermarktung der Milch wurdeverboten.Auch die Sennerei / Käserei inSteeg verzichtete darauf, Käse aus tuberkelverseuchter Milch österreichweit zu vertreiben.Mehrer MenschensindimLaufe derJahre erkrankt und wurden in de rLungenheilstätte in Vorarlberg behandelt.PrimariusRatermundusw.Erst nach Abgang der Experten Wallnöfer und Schmid kamBewegung indieSeuchenbekämpfung,dieausgerechnet inVorarlber Herr Greber verantwortet,der seinerzeit (2003) durch tests mit abgelaufenen Diagnostika über 10tuberkulöse Rinder nicht erkannte. Er war zurec

Gut genährtes Rotwild ist resistent gegen Krankheiten und Parasiten

Daher werden im Herbst gezielt die schwachen Stücke abgeschossen und damit der Bestand also in Richtung Tragfähigkeit des winterlichen Biotops reduziert.

Die übrigen Stücke werden dann ergänzend gefüttert. Somit wird vermieden, dass von Hunger geschwächtes Wild zum Opfer von Krankheiten oder Parasiten wird.

ja so ein schmarrn!

es geht um wildtiere und nicht um freilaufenden mastbetrieb von nutztieren.

"gut genährtes rotwild" ist offensichtlich besonders prädestiniert für tbc, wie man sieht ...

Kontrolle war noch nie so lückenlos...

also war sie bisher lückenlos oder nicht? :)

Auf alles schießen, was hustet!

Sofort Impfaktion starten! :-))

da können sie dann wieder fest kanllen, die jägerbande - lasst es die natur selber reglen!

Posten sie vom Frühschoppen ?

Sonst kann ich mir ihr dümmliches Bashimg/posting nicht erklären.

Es geht hier im eine Seuche, die immerhin für das Almvieh (und nicht nur dieses) höchst befrohlich ist.

"lasst es die natur selber reglen!"

Nachdem es außer dem Menschen keine Viecher mehr gibt, die die Hirsche und Rehe fressen, ist Ihr Wunsch ein wenig Weltfremd.
Da existiert schon lange kein funktionierender natürlicher Kreislauf mehr.

es wird ja zugefüttert

von "selber regeln" sind wir weit entfernt.

Zufüttern - das ist eine Verniedlichung - in Wirklichkeit wird hier eine Art Freilaufmastzucht betrieben. Würde man das massive Füttern einstellen, wären 90% der Abschüsse obsolet.

auch wenn mich jetzt ...

... alle steinigen werden, aber mich würde viel mehr interessieren, ob die organisierten supermarktbettler auf tbc untersucht und gegebenenfalls auch behandelt werden.

wie man weiß, ist besonders rumänien ein land, in dem tbc sehr weit verbreitet ist.

In China gibt es 10x so viel TBC. Rennen Sie davon wenn Sie einen Chinesen sehen?

Bloss vier mal gruen fuer ihr posting ?
Das kann nur bedeuten dass nicht viele den artikel gelesen haben. Leider geht es nicht, denn sonst wuerde ich ihnen hundert mal gruen geben.
Und jene die rot-gepostet haben ? Nun ich glaube, die waren noch nie in ihrem leben in einem supermarkt.
WIE RECHT SIE DOCH MIT IHREM KOMMENTAR HABEN.

Das posting von estoc

Welchen Artikel?

posting von estoc

leider verhindert das staatsbürgerschaftsrecht ihre abschiebung. ihre, nicht die der roma.

Sie wollten doch eben nur mal kurz Roma diskriminieren, stimmts? Fühlen Sie sich nun besser?

Die Ursache steht hier nicht: Die Jäger

Der Grund war ein jahrelang zu hoher Wildbestand im oberen Lechtal. Zu viel zugefüttert und zu wenig geschossen. Die Konsequenzen für die Verantwortlichen dürften sich in Grenzen halten...

Die Abschusspläne macht die Bezirkshauptmannschaft.
Die Jäger machen die Winterfütterung was ungefähr 10% des Bestands vom Wintertod rettet.
Bei Überbestand muss nur die Bezirkshauptmannschaft die Abschussquoten erhöhen. Normalerweise reguliert sich das von selbst da bei Überbestand die Waldschäden durch Verbiss steigen (den die Jäger zahlen müssen) und die Abschussquote wird daraufhin erhöht.

wenn sich der Jäger daran hält passt das eh

nur war der Bestand um ein 2 bis vierfaches zu hoch. Konsequenzen null bis zu dem Punkt wo es zu spät war.

Die Jäger werden scheinbar nicht genug kontrolliert.

wenn sich der Jäger daran hält passt das eh nur war der Bestand um ein 2 bis vierfaches zu hoch. Konsequenzen null bis zu dem Punkt wo es zu spät war.

Bei uns gibts bei Nichteinhaltung der Abschusspläne Geldstrafen. Es kann sein, dass diese absichtlich in Kauf genommen wurden - dann ist aber die BH Schuld wenn diese das nicht reguliert bekommt.
Die Jäger sind im Prinzip nur der verlängerte Arm der BH.

Posting 1 bis 25 von 33
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.