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DER STANDARD-Schwerpunktausgabe Die Zukunft der Mobilität.
Die Schwachstelle des Fahrrads ist seine Existenz. Dass das Rad bereits erfunden ist, können ihm Marketingstrategen nicht verzeihen. Und schon gar nicht, dass es im Kern, beim Antrieb, ausgereift ist: Während Verbrennungsmotoren effizienter gemacht werden können und dennoch als Konzept mit Ablaufdatum gelten, ist das Fahrrad fertig. Seit mehr als 100 Jahren: Das Ding steht. Besser: Es fährt.
Klar: Optimierungen bei Gewicht, Material, Haltbarkeit & Co kommen zuhauf - aber darum geht es nicht. Denn die Essenz ist da. Mehr noch: Sogar das, was es noch nicht gibt und daher demnächst das "große Ding" werden soll, war schon da. Und ist wieder verschwunden. "Aus gutem Grund: Es bringt nichts."
Das sagt einer, der es beweisen kann: Michael Embacher besitzt mehr als 200 Fahrräder. Die Bücher über seine Sammlung (zuletzt erschienen: Cyclopedia - Modernes Fahrraddesign, Dumont 2011) gelten als Standards der Rad-o-logie: "Hersteller bejubeln heute Zahnriemen-, Kardan- und Stangenantrieb als Quantensprung", erklärt Embacher. "Dabei gab es all das vor über 100 Jahren schon. Nur war und ist die Kette besser."
"Aktionäre fordern Wachstum"
Der Grund für derlei Neuauflagen? "Aktionäre fordern Wachstum. Shimano etwa hält am Schaltungsmarkt gefühlte 98 Prozent. Also redet man Normalverbrauchern jetzt elektronische Schaltungen ein. Die machen höchstens im Rennbetrieb Sinn."
"Übrigens: Die gab es schon. Kurz. In den 60er-Jahren," ergänzt der Wiener Radhistoriker Michael Zappe. Und wird grundsätzlich: "Kreiskys 'Lernen Sie Geschichte‘ gilt: Viele Ingenieure glauben, wirklich Neues zu erfinden." Und so werde auch der Pferdefuß stets "neu" entdeckt: "Schon in den 1890er-Jahren funktionierte der Zahnriemen im Flachen - aber wehe, es ging bergauf." Als Erfinder des "Reibungsverlustes", so Zappe, wollte noch kein Ingenieur gelten: "Die Dinge verschwinden still und leise wieder."
Man kann aber auch gnädig sein: Kinder der 1970er-Jahre erinnern sich an die Nabenschaltungen vieler Räder von damals. Heute kommen diese "unsichtbaren" Schaltungen wieder. "Das ist eine Innovation", sagt Martin Blum. Denn obwohl der Chef der Wiener Radagentur (eine Schnittstelle zur Förderung des Radverkehrs; Anm.), weiß, dass Nabenschaltungen auch schon in den 1940er-Jahren gebaut wurden, gebe es einen Unterschied: "Heute sind sie wirklich gut."
Was Blum mehr amüsiert: Wenn einstige Mankos zum Asset erklärt werden. Das schicke "Single Speed" von heute war einst Inbegriff ökonomischer Impotenz: ein Fahrrad ohne Gänge - während die Freunde Puch-Clubman fuhren. Und später auf Mountainbikes saßen, denen das Biopace-Kettenblatt kraft seiner Ovalität sagenumwobenen Vortrieb schenkte. Bei "Biopace" muss Hans Blutsch auflachen- obwohl er kein Rad-, sondern Laufexperte ist: "Bei der Tour de France fuhren heuer einige ein sensationelles, neues Kettenblatt: Es war oval. Ein älterer Kommentator warf dann ein, dass diese 'Revolution‘ schon vor 25 Jahren da war - und wieder verschwand."
Barfußlaufschuhe
Blutsch - eine Instanz bei der Suche nach dem "richtigen" Laufschuh - fand das tröstlich: "In meiner Branche ist es auch so." Das aktuelle "große Ding" sind "Barfußlaufschuhe". Schuhe, die dem Fuß (beinahe) das Gefühl des Barfußlaufens geben. "Eine Abwechslung. Aber sicher nicht die Neuerfindung des Laufens." Das gelte auch für den vor ein paar Jahren ausgerufenen Megatrend zum "Leichtschuh" (extrem dünnsohlige Laufschuhe; Anm.): "Im Wettkampf gilt das Konzept, den Fuß nicht zu verwöhnen seit 40 Jahren." Blutsch wird ernst: "Für die meisten Durchschnittsläufer ist das nichts: Da gilt das Mantra von Dämpfung, Stütze und Führung."
Doch der 60-jährige Laufprofi hat Demut gelernt: "Ich bin schon froh, wenn Schuhe nicht verschlechtbessert werden. Heute werkeln überall Designer, die kaum älter als 25 Jahre sind. Ein Blick ins Museum oder sich an dem zu orientieren, was funktioniert, gilt da als uncool."
Freilich eröffnen neue Materialien neue Spielplätze. Also Märkte: Nach "Walking" ("Gehen mit Stöcken" klingt zu wenig nach Bewegungsrevolution), ist nun "Trailrunning" angesagt. Die Klientel ist da - sonst würde etwa der Bergsportkonzern Mammut nicht erstmals eigene Schuhe dafür anbieten. Andererseits würde ohne funktionierende Hardware kein Hobbyläufer freiwillig im Gelände durch den Gatsch und über Stock und Stein hüpfen: "Da hat sich viel getan", bestätigt Uwe Bauer. Bauer ist beim US-Konzern Gore für Sport- und Bergschuhe zuständig. Gore stellt mit Goretex die bekannteste jener wasserfesten Membranen her, ohne die im Outdoor-Bereich längst nichts mehr läuft. "Wie sehr sich die Schuhe verbessert haben, ist schwer messbar - aber individuell spürbar", sagt Bauer. 2014 stehe der nächste "spürbare, große Sprung" an.
Aber das Wort "Revolution" vermeidet Bauer: "Wissen Sie: Der Absatz ist beim Schuh immer noch hinten. Und das wird wohl so bleiben." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD, Schwerpunktausgabe "Die Zukunft der Mobilität", 25.8.2012)
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Wieder einmal treffende Worte!Und wegen "neuen" Materialien!Natürlich gibt es da Innovationen,aber bei so manchen Versprechungen,bezüglich z.B.,"wasserabweisend",wird da allzusehr "geflunkelt"!"Wasserabweisende" Jacken,"gibt's die"?Erbitte "Rückmeldung"! Bin hier noch nicht "fündig" geworden!Egal,ob bei "Hofer", oder im sauteuren Laden gekauft!Traum & "Wirklichkeit"?
Nutztiere - Tiere für den Menschen:
Ca. 1,5 Milliarden Rinder leben auf dieser Welt. Sie spende Fleisch, Milch und Leder (für unsere Sofas und Autositze).
Nicht ganz 1 Milliarde Hausschweine leben (für meist kurze Zeit - ca 6 Monate) auf dieser Welt. Sie schenken uns saftige Braten, herrliche Schinken und schönes Leder.
Das sind nützliche Tiere zum Menschenwohle.
Tiger und andere Raubtiere (Raub! jawohl) sind dagegen gefährlich.
Gottseidank wurden lebensgefährliche Bestien in Österreich schon lange ausgerottet.
Man sollte Bären und Wölfe auch nicht gestatten, zurückzukehren.
Man stelle sich vor: du wanderst durch den schönen Wald und plötzlich taucht ein Wolf auf!
Nicht unbedingt neu (auch nicht am Rad, im Stadtverkehr (und am Citybike wegen geringen Wartungsaufwands) ok.
Ansonsten je nach Gelände Fading bei langer Abkühldauer möglich. Shimano verbaut aktuell ziemlich große Kühlkörper, um das in Griff zu kriegen. Da hab ich - wenn es um Bremsleisung geht - lieber Felgen- oder Scheibenbremsen.
Naja, Fading ist in Wien, das Rad als Verkehrsmittel, mit maximalen Distanzen von einer halben Stunde mit ein paar Hügerl, ja kein Thema. Aber genau da brauche ich, genau wenn es zu regnen beginnt, eigentlich die beste Bremsleistung, nicht die schlechteste.
Momentan fahre ich mit einer alten, ungenügenden Stempelbremse auf einem Waffenrad. Wo bekommt man so eine Trommelbremsenfelge, und kann man die problemlos in jedes Rad einbauen (Festigkeit)? Oder was würdet ihr ExpertInnen empfehlen?
Hihihi, danke, aber da hab' ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich dachte, die Bremse gibt's nur inklusive Felge, darum Trommelbremsenfelge. Eigentlich meinte ich eine Trommelbremse, die ich in ein Waffenrad einbauen kann.
Aber, wie unten angemerkt, fehlt beim Waffenrad wohl das Gegenlager für das Drehmoment, das beim Bremsen auftritt.
gegenlager ? na, das macht ein kleiner 'arm' an der bremse, den man mithilfe einer schelle an der gabel fixiert.
trommelbremsen an waffenrädern gabs immer und ich kann mir nicht vorstellen dass dafür früher extra andere gabeln gefertigt wurden.
http://www.waffenrad.at/bilder_fa... 551100.jpg
aber noch relativ wenige. ich habs neulich auf einem pashley gesehen. die vsf fahrradmanufaktur baut shimano rollenbremsen in ihre "simplicity"-linie ein. die gibts bei der cooperative fahrrad in wien.
Danke für die Antwort. Interessante Links.
Aber, da brauchts anscheinend eine speziell geformte Gabel, die das Drehmoment abstützen kann.
War wohl eine blöde Idee von mir, sowas auf ein altes Waffenrad montieren zu wollen.
Die Felgenbremsen brauchen auch alle diesen Montagepunkt, im Nachhinein aufschweissen schwächt das Material, das will ich nicht.
Scheibenkleister.
aber eine zangenbremse wie beim rennrad braucht nur eine schraubenbohrung/halterung. ich hätt solche bremsen wo herumliegen, sogar in schwarz :-)
ev. wärs am einfachsten die gabel durch eine neue zu ersetzen, die halbwegs optisch zum waffenrad passt. oder der herr dittler in wien 12 (www.waffenrad.at) weiss eine lösung. falls du nicht zu weit weg von wien bist.
das könnt probleme geben..
weiss nicht ob es waffenradfelgen mit bremsflanken überhaupt gibt.
viele waffenräder haben grössere felgen (635 oder 630?) .. vielleicht kann man den grössenunterschied mit 29er reifen lösen, schaut aber sicher mies aus.
es spricht nix gegen eine trommelbremse. umspeichen muss man halt.
Es geht nichts über modischen Schnickschnack. Bei Rädern, beim Laufschuh, bei egal welchem Sport eigentlich. Beruhigend, dass man beim GEHEN auf jeglichen Schnickschnack verzichten kann und es somit völlig kommerzunabhängig funktioniert. Look http://www.wildurb.at
das schöne am rad ist ja, daß man es nicht neu erfinden muß! designmäßig geht es ja seit einigen jahren ziemlich bergab, was den massenmarkt betrifft.
natürlich gab es aber auch sinnvolle innovationen in den letzten jahrzehnten, die der autor großzügig ausspart: indexierte schaltungen, klickpedale, bremsschalthebel, scheibenbremsen usw.
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