Stadlers Idol: Ein gefürchteter Feldherr

24. August 2012, 17:24
  • Das Idol von Ewald Stadler ist nicht Jörg Haider, sondern Johann  Tserclaes v. Tilly.
    foto: apa/fohringer

    Das Idol von Ewald Stadler ist nicht Jörg Haider, sondern Johann Tserclaes v. Tilly.

Die BZÖ-Steckbriefe auf der Parteihomepage bergen aufschlussreiche Details

In den selbstverfassten Steckbriefen von Politikern, die sie in Wahlbroschüren und auf diversen Homepages veröffentlichen, finden sich immer wieder erhellende Hinweise. Da war etwa der Fall eines vollschlanken steirischen Landespolitikers, der unter der Rubrik "Lieblingsspeise" aufnotiert hatte: "Schlachtplatte". Auch die aktuellen BZÖ-Steckbriefe auf der Parteihomepage bergen aufschlussreiche Details.

Als politisches Vorbild nennen die BZÖ-Politiker unisono "Jörg Haider". Nur einer ist sehr speziell: Ewald Stadler (Lieblingsspeise: "Laugenbrezn"). Er nennt als politisches Idol Johann Tserclaes v. Tilly - ein gefürchteter, asketischer Feldherr im Dreißigjährigen Krieg. Er führte 32 Schlachten für Kaiser und die Katholische Liga und kämpfte gegen die Türken. Für die protestantische Geschichtsschreibung war er ein "roher Wüterich".

Bemerkenswert, was in Politikern so alles schlummert. (mue, DER STANDARD, 25.8.2012)

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Was soll dieser Artikel?
Bei aller Wertschätzung, aber das ist wirklich ein sensationelles Aufbauschen eines Nichts.
Was ist das Verwerfliche an Schlachtplatte und an Tilly?

Dass Tilly (der hier beschrieben wird, als bräuchte es rechtsradikales Insiderwissen, um ihn zu kennen) dem Stadler sympathisch ist, ist tatsächlich bezeichnend, aber nicht überraschend. Es passt in die Kulturkampf-Hysterie, die Stadler als seine Ideologie beschwört.

Aufschlussreich - ob "verwerflich" darf jeder für sich entscheiden

Zunächst: Stadler ist Politiker, kein höherrangiger Militär. Das letztere berufsbedingt diskussionswürdige Personen bewundern (weil "fachlich" hervorragend) ist ja noch irgendwie nachvollziehbar.

Tilly war ein religiöser Fanatiker, der mit dem Massaker von Magdeburg wohl das schlimmste Kriegsverbrechen des 30-jährigen Krieges (und eines der schlimmsten der Neuzeit) zu verantworten hat. Das überdies wesentliche Ursache für die internationale Eskalation des Konfliktes war, mussten doch die deutschen Protestanten damit rechnen, massakriert zu werden, was ihre Schutzmächte mobilisierte.

Diese Person ein "politisches(!)" Vorbild zu nennen ist sehr aussagekräftig - und wohl nicht im Positiven.

"Kriegsverbrechen"

...im Zusammenhang mit dem Dreissigjährigen Krieg ist eine starke Untertreibung.

Gott.

Ich wollt als Kind Kampfjetpilot werden.

Der Stadler hat halt einmal ein Buch über den 30jährigen Krieg gelesen und sich sonst nicht viel von seinen kindlichen Allmachtfantasien wegbewegt.

Deswegen ist er noch lang kein pathologischer Irrer, sondern eher Durchschnitt mit einer ungewöhnlichen Literaturauswahl.

Jetzt sind Sie aber kein Kind mehr

und kriegen Ihre Inspiration wohl auch von etwas anderem als Kampfpiloten?

Und was wollen Sie mir damit sagen?

Was für eine Nullmeldung

Und was soll bitte die Empörung, dass ein "vollschlanker" Abgeordneter gerne Schlachtplatte hat?

ist das net der Quintus B.?

Der Stoff aus dem die Nationalisten geboren sind

Katholisch verseucht und solcherart zum Kathodel mutiert, gepaart mit
Rassenhass und Hass auf alle anderen Religionen, obwohl die genauso hirnlos sind.

Und das Sahnehäubchen ist die Verehrung von gewalttätigen, geisteskranken Verbrechern.

Manche verehren offen oder auch insheim den Doiferl.

vor herrn stadler

muss man sich nicht so sehr fürchten, als dass einem eher grausen muss vor diesem geschwurbel aus stramm rechter gesinnung und katholizismus.

Das täte ihm so passen...

genau wie Kriegsfalken von G.Bush junior - je weiter weg von der Front, desto kriegslüsterner und agressiver.

Der Neo-Bienenzüchter mit der zerschnittenen Visage im ausländischen Ausgedinge

und seine Idole. Diese wechseln mitunter wie seine Geschichte zeigt.

Schmort nun in der Hölle ;-)

aus Wikipedia:
"Bis zum Januar 2009 wurde in der Stiftskirche von Altötting täglich um 7.00 Uhr eine Messe für Tilly gelesen. Ein jeweils eigens dafür eingesetzter Geistlicher tat dies auf Bitten Tillys, der 1632 einen Betrag von 6300 Gulden für dieses Benefizium gespendet hatte, auf dass die Messe "bis in alle Ewigkeit" für sein Seelenheil gelesen werden sollte. Nach 380 Jahren wurde das Tilly-Benefizium vom Passauer Bischof Wilhelm Schraml abgeschafft, da das von Tilly gespendete Stiftungsvermögen trotz Zinsenerlösen längst aufgebraucht sei".
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Ja, ja, Pech gehabt. Auch die Ewigkeit geht mal vorbei ;-)

ohne Worte...

Bei der Erstürmung Magdeburgs, den anschließenden Gewaltexzessen und Bränden verloren 20.000 (nach einigen Quellen 30.000) Bürger ihr Leben. Nach der Katastrophe wurden von den einst 35.000 Einwohnern noch 449 gezählt.

Tichy-Aha

gut der Syphverseuchte Wallenstein ..kein Vorbild für Stadler. Wenn man jedoch seinen Lebenslauf betrachtet würde wohl Octavio Piccolomini besser passen.

Hehe, da fällt mir dieses Bild wieder ein.

.
Stadler: 'Osterweiterung? Ja, aber richtig!'

http://electrobabe.files.wordpress.com/2008/08/s... %3Fw%3D510

Bin sicher, er ißt auch gern ein Laugenkipferl.

Er mag auch sicher gerne einen "großen Braunen"

sagt wenigstens aus wo er geistig haengengeblieben ist.

Magdeburgisieren!

Mit Tilly asoziiere ich den Begriff Magdeburgisieren! Ein Synonym für völlige Vernichtung und Zerstörung.

"Magdeburgisieren" war auch ein Produkt der durch den aufkommenden Buchdruck angeheizten Propaganda der Evangelischen (brauchte nicht Gustav Adolph einen Grund für seine Einmischung in Reichsangelegenheiten, die ihn eigentlich genau gar nichts angingen?). Nicht, dass es nicht passiert ist, aber was man so weiß, war die Vernichtung Magdeburgs alles andere als geplant, und gerade Tilly war (anders als zB Pappenheim) eher dafür bekannt, seine Leute unter Kontrolle zu halten.

Kaum hat einer einmal ein originelleres Vorbild, ist es auch wieder nicht recht...:-)

Das für den Herrn Stadler kein Mensch der zur selben Zeit gelebt hat wie er ein Vorbild sein kann, dürfte klar sein.

Mal im Ernst, wieviele Leute rennen mit Che Guevara - Leiberl rum? Sind das jetzt alle rote Revolutionäre? Der Spruch von "La Pasionara" auf einem Leiberl? Ist man dadurch Stalinist?

Mein Facebook-Vorbild ist übrigens Ivar der Knochenlose.

na

der strache wird doch noch seinen vorbildern froenen duerfen.
http://tinyurl.com/cnpha2g

Die Masse ist gedankenlos, dumm und ohne Überzeugung

Das ist bei Stadler anders.

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