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Das Idol von Ewald Stadler ist nicht Jörg Haider, sondern Johann Tserclaes v. Tilly.
In den selbstverfassten Steckbriefen von Politikern, die sie in Wahlbroschüren und auf diversen Homepages veröffentlichen, finden sich immer wieder erhellende Hinweise. Da war etwa der Fall eines vollschlanken steirischen Landespolitikers, der unter der Rubrik "Lieblingsspeise" aufnotiert hatte: "Schlachtplatte". Auch die aktuellen BZÖ-Steckbriefe auf der Parteihomepage bergen aufschlussreiche Details.
Als politisches Vorbild nennen die BZÖ-Politiker unisono "Jörg Haider". Nur einer ist sehr speziell: Ewald Stadler (Lieblingsspeise: "Laugenbrezn"). Er nennt als politisches Idol Johann Tserclaes v. Tilly - ein gefürchteter, asketischer Feldherr im Dreißigjährigen Krieg. Er führte 32 Schlachten für Kaiser und die Katholische Liga und kämpfte gegen die Türken. Für die protestantische Geschichtsschreibung war er ein "roher Wüterich".
Bemerkenswert, was in Politikern so alles schlummert. (mue, DER STANDARD, 25.8.2012)
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Was soll dieser Artikel?
Bei aller Wertschätzung, aber das ist wirklich ein sensationelles Aufbauschen eines Nichts.
Was ist das Verwerfliche an Schlachtplatte und an Tilly?
Dass Tilly (der hier beschrieben wird, als bräuchte es rechtsradikales Insiderwissen, um ihn zu kennen) dem Stadler sympathisch ist, ist tatsächlich bezeichnend, aber nicht überraschend. Es passt in die Kulturkampf-Hysterie, die Stadler als seine Ideologie beschwört.
Zunächst: Stadler ist Politiker, kein höherrangiger Militär. Das letztere berufsbedingt diskussionswürdige Personen bewundern (weil "fachlich" hervorragend) ist ja noch irgendwie nachvollziehbar.
Tilly war ein religiöser Fanatiker, der mit dem Massaker von Magdeburg wohl das schlimmste Kriegsverbrechen des 30-jährigen Krieges (und eines der schlimmsten der Neuzeit) zu verantworten hat. Das überdies wesentliche Ursache für die internationale Eskalation des Konfliktes war, mussten doch die deutschen Protestanten damit rechnen, massakriert zu werden, was ihre Schutzmächte mobilisierte.
Diese Person ein "politisches(!)" Vorbild zu nennen ist sehr aussagekräftig - und wohl nicht im Positiven.
Ich wollt als Kind Kampfjetpilot werden.
Der Stadler hat halt einmal ein Buch über den 30jährigen Krieg gelesen und sich sonst nicht viel von seinen kindlichen Allmachtfantasien wegbewegt.
Deswegen ist er noch lang kein pathologischer Irrer, sondern eher Durchschnitt mit einer ungewöhnlichen Literaturauswahl.
Katholisch verseucht und solcherart zum Kathodel mutiert, gepaart mit
Rassenhass und Hass auf alle anderen Religionen, obwohl die genauso hirnlos sind.
Und das Sahnehäubchen ist die Verehrung von gewalttätigen, geisteskranken Verbrechern.
Manche verehren offen oder auch insheim den Doiferl.
aus Wikipedia:
"Bis zum Januar 2009 wurde in der Stiftskirche von Altötting täglich um 7.00 Uhr eine Messe für Tilly gelesen. Ein jeweils eigens dafür eingesetzter Geistlicher tat dies auf Bitten Tillys, der 1632 einen Betrag von 6300 Gulden für dieses Benefizium gespendet hatte, auf dass die Messe "bis in alle Ewigkeit" für sein Seelenheil gelesen werden sollte. Nach 380 Jahren wurde das Tilly-Benefizium vom Passauer Bischof Wilhelm Schraml abgeschafft, da das von Tilly gespendete Stiftungsvermögen trotz Zinsenerlösen längst aufgebraucht sei".
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Ja, ja, Pech gehabt. Auch die Ewigkeit geht mal vorbei ;-)
.
Stadler: 'Osterweiterung? Ja, aber richtig!'
http://electrobabe.files.wordpress.com/2008/08/s... %3Fw%3D510
"Magdeburgisieren" war auch ein Produkt der durch den aufkommenden Buchdruck angeheizten Propaganda der Evangelischen (brauchte nicht Gustav Adolph einen Grund für seine Einmischung in Reichsangelegenheiten, die ihn eigentlich genau gar nichts angingen?). Nicht, dass es nicht passiert ist, aber was man so weiß, war die Vernichtung Magdeburgs alles andere als geplant, und gerade Tilly war (anders als zB Pappenheim) eher dafür bekannt, seine Leute unter Kontrolle zu halten.
der strache wird doch noch seinen vorbildern froenen duerfen.
http://tinyurl.com/cnpha2g
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