SPÖ tastet sich an Uni-Zugangshürden heran

24. August 2012, 17:44
25 Postings

Aus der SPÖ kommen vermehrt Stimmen, die bereit wären, Zugangsbeschränkungen quasi als "Part of the game" zu akzeptieren – wenn es mehr Studienplätze gibt

Wien/Alpbach - "Da bröckelt einiges", findet Franz Voves (SPÖ) und meint damit die unipolitische Positionierung seiner Partei. So bekannte der steirische Landeshauptmann Franz Voves am Freitag bei den Alpbacher Technologiegesprächen offen, dass er sich Zugangsbeschränkungen an den Universitäten vorstellen kann. Allerdings wäre es ihm lieber gewesen, die Regierung hätte das Paket aus Gesamtschule, Studiengebühren und Zugangsregeln schon früher in Angriff genommen.

Schon zuvor hatte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl signalisiert, mit der ÖVP über "definierte Kapazitäten" für die in der Koalition akkordierte Studienplatzfinanzierung zu sprechen - allerdings nur, wenn es danach nicht weniger Studienplätze gibt.

Sie verhandelt bereits seit dem Frühjahr mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle über eine Studienplatzfinanzierung. Dann soll der Bund wissen, wie viel bestimmte Studienplätze kosten - und wie viele er finanzieren kann oder will. Streitpunkt in der Koalition ist, wie man Fächer mit großer Spannweite zwischen Angebot und Nachfrage dann reguliert.

Für Unterrichtsministerin Claudia Schmied, als Ökonomin vertraut mit solchen Szenarios, ist klar: "Jede Studienplatzfinanzierung beinhaltet das Wort Studienplatz, also braucht man Kapazitäten und ein Mengengerüst." Dieses müsse aber "offensiv" gestaltet sein, betonte sie im STANDARD-Gespräch: "Wo es eine höhere Nachfrage nach Studienplätzen gibt, muss garantiert sein, dass die Mengengerüste variabel sind." In bestimmten, begehrten Fächern, müsste also aufgestockt werden.

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas formulierte die rote Linie im Ö1-Mittagsjournal schärfer: "Die Summe der Studienplätze soll mehr werden und nicht weniger." Was man aber auch brauche, sei eine bessere Verteilung.

Dem schließt sich Schmied an: "Mehr Studienplätze sind das Ziel, weil wir ja mehr Absolventen wollen und uns als Regierung der EU gegenüber dazu auch verpflichtet haben. Es dürfen zumindest nicht weniger werden."

Teil zwei der Aussage teilt auch die ÖVP: "Außer Streit steht dabei, dass es insgesamt nicht weniger Studierende geben soll", sagte Minister Töchterle zum STANDARD. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 25.8.2012)

  • Für Ministerin Claudia Schmied ist klar, dass auch Unis "Mengengerüste" brauchen.
    foto: standard/fischer

    Für Ministerin Claudia Schmied ist klar, dass auch Unis "Mengengerüste" brauchen.

Share if you care.