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Frauen haben gelernt, mit diversen Beinamen zu leben.
Wieder so eine Quotendiskussion: Frauenquoten (also Bevorzugung bei gleicher Qualifikation in Führungsjobs so lange, bis Parität erreicht ist). Die abendliche Runde ist wohlgelaunt. "Aber bitte schön, Sie wollen doch keine Quotenfrau sein, hm? Das ist doch abwertend ..." - freundschaftlich und jovial wird die "Blödsinnigkeit" solcher Regelungen auf die männliche Vernunftebene gebracht. Auch von Frauen, die sich bei solch möglichen schmückenden Beinamen schütteln. Das wär ja schrecklich. Ach ja?
Frauen, die gelernt haben, mit den Zunamen "Rabenmutter" (weil sie engagiert arbeiten und Kinder haben) oder "Beißzange" (weil sie durchsetzen, was sie wollen) zu leben - und es hat sicher oft wehgetan -, haben mit einem neuen Beiwort sicher kein Problem. Wer auf solche Zuordnungen Wert gelegt hat, setzt sich der Arena des wirtschaftlichen Mitbestimmens meist ohnedies nicht aus. Nett zu sein ist ganz wichtig, aber manchmal nicht angemessen, wenn die Regeln anders laufen. Beinamen spielen da keine Hauptrolle. (Karin Bauer, STANDARD, 25./26.8.2012)
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