Rapid kritisiert "verschwindend kleinen Teil" seiner Fans

  • Häßliche Szenen in Thessaloniki.
    foto: apa/epa/pixel

    Häßliche Szenen in Thessaloniki.

  • Stadionsprecherin: "Freunde aus Wien, wir versuchen die griechischen Sportsfreunde zu besänftigen. Bitte haltet Euch zurück, bis die Polizei sie im Griff hat!"

Nach Ausschreitungen in Thessaloniki - Vorangegangene Gewaltakte "legitimieren nicht das Abschießen von Raketen"

Wien - Rapid hat am Freitagnachmittag in einer offiziellen Aussendung zu den schweren Ausschreitungen im Play-off-Hinspiel auswärts gegen PAOK Saloniki Stellung genommen. Darin wurde noch einmal ausführlich beschrieben, welchen Gewalttätigkeiten die mitgereisten Fans außerhalb des Toumba-Stadions ausgesetzt waren. Außerdem wurde jener Teil der eigenen Anhänger kritisiert, der die Randale im Stadion überhaupt erst ausgelöst hatte. Dabei hätte es sich allerdings um einen "verschwindend kleinen Teil angereister Personen in Thessaloniki" gehandelt, ließ Rapid verlauten.

"Größte Gefahr für Leib und Leben"

Vor allem durch die Verwendung zweier Molotow-Cocktails seitens der PAOK-Vandalen seien die "dort anwesenden Personen größter Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt" gewesen, hieß es in der Mitteilung. "Doch dies alles legitimiert nicht das Abschießen von Leuchtstiften (Raketen), die leider kurze Zeit später aus dem Rapid-Sektor in die benachbarten Zuschauerränge gefeuert wurden. Hier hat ein sehr kleiner Teil der rund 800 aus Österreich angereisten Besucher absolut verantwortungslos gehandelt. Rapid lehnt den Einsatz dieser zurecht streng verbotenen pyrotechnischen Gegenstände - so wie wohl 99 Prozent der grün-weißen Anhänger - kategorisch ab. Dies nicht erst seit jenem Tag, als im Hanappi-Stadion aus dem Gästesektor solche gefährlichen Utensilien in den damaligen Kindersektor abgefeuert wurden!"

Den Übeltätern aus den eigenen Reihen wurde Ungemach angedroht. "Klar ist, dass all jene, denen nachgewiesen werden kann, dass sie solche Leuchtstifte abschossen, mit jenen Konsequenzen rechnen müssen, die dem Verein auszusprechen möglich sind. Dazu zählt selbstverständlich ein langfristiges Stadionverbot und Rapid hofft sehr auf alle verfügbaren Informationen der griechischen Behörden. Es ist durchaus im Bereich des Möglichen, dass für das Abschießen der Leuchtstifte 'nur' eine Hand voll Personen verantwortlich sind, die Daten von fünf Personen wurden Rapid auch bereits übermittelt", war in der Mitteilung zu lesen.

Appell für das Rückspiel

Abschließend appellierte Rapid für das ausverkaufte Rückspiel an alle Stadionbesucher, "sich sportlich fair zu verhalten und auf jeglichen Einsatz von verbotenen pyrotechnischen Gegenständen zu verzichten. Gerade im Fall von Leuchtstiften und Böllern, denn neben den zu erwartenden Strafen der UEFA sind Stadionbesucher massiv gefährdet und dies ist keineswegs akzeptabel".

Bei Rapid ging man davon aus, noch im Laufe des Freitags von der UEFA zu einer Stellungnahme aufgefordert zu werden. Über ein Verfahren wird der europäische Verband frühestens am Montag entscheiden - zumindest eine saftige Geldstrafe dürfte Rapid allerdings sicher sein. (APA; 24.8.2012)

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