Schießerei vor Empire State Building: Sechs Verletzte aus Spital entlassen

Opfer offenbar auch durch Polizeieinsatz - Täter hatte zuvor seinen Job verloren

New York - Zwei Tote und neun Verletzte bei Schießerei im Herzen New Yorks: Ein vor einem Jahr entlassener Angestellter hat vor dem Empire State Building in New York einen früheren Kollegen erschossen. Der 53-jährige Schütze wurde am Tatort vor seiner ehemaligen Firma in der Fifth Avenue von der Polizei getötet. Bei dem Schusswechsel wurden außerdem neun Menschen verletzt. Sechs der Verletzten waren am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die drei anderen befänden sich in stabilem Zustand, bestätigte ein Krankenhaussprecher der Zeitung "Newsday" am Samstag.

16 Schüsse abgefeuert

Bei der Schießerei hat die New Yorker Polizei insgesamt 16 Schüsse abgefeuert. Das bestätigte eine Polizeisprecherin am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Zwei Beamte hätten auf Jeffrey Johnson (58) geschossen, der kurz zuvor einen ehemaligen Kollegen auf offener Straße mit mehreren Kugeln getötet hatte. "Ein Beamter feuerte neun, ein anderer sieben Mal", sagte die Sprecherin.

Johnson sei nach bisherigen Untersuchungen siebenmal getroffen worden. Unklar sei zum derzeitigen Stand der Ermittlungen, ob Johnson auf die Beamten geschossen hat. "Fest steht bisher, dass er seine Waffe auf die Polizisten gerichtet hat", so die Sprecherin.

Weitere Untersuchungen

Eine Angabe, ob Passanten direkt von den Kugeln verletzt wurden, konnte die Polizei derzeit nicht machen. Weitere Untersuchungen sollen in den kommenden Tagen neue Erkenntnisse bringen, hieß es.

Polizeisprecher Paul Browne sagte am Samstag der Lokalzeitung "Newsday", dass das Umfeld der Schießerei untersucht werde. "Wir haben Zerstörungen an Blumentöpfen gesehen, die von Kugeln, Kugelsplittern und Querschläger kommen könnten, die möglicherweise Umstehende getroffen oder ihnen Streifwunden zugefügt haben", so Browne.

Streit in der Firma

Nach Angaben von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg heißt der Täter Jeffrey J. Der Polizei zufolge zielte er nach einem Streit in der Importfirma, die ihn vor einem Jahr entlassen hatte, auf seinen 41 Jahre alten Ex-Kollegen. Andere Quellen hatten von einer erschossenen Frau berichtet.

Nach dem Schuss auf seinen Ex-Kollegen habe der Täter seine Waffe auf einen Polizisten gerichtet, sagte Bloomberg. Der Täter war nach ersten Ermittlungen der Polizei bisher nicht durch Straftaten in Erscheinung getreten. Er habe im Zuge eines Personalabbaus seinen Job bei der Importfirma Hazan Imports verloren. Nach Angaben von New Yorks Polizeichef Raymond Kelly handelt die Firma mit Damenunterwäsche.

"Mindestens neun Schüsse"

Touristen, die sich an dem sonnigen Freitagmorgen für die Turmbesteigung vor dem Empire State Building angestellt hatten, liefen erschreckt auseinander. Augenzeugen schilderten eine Situation "wie im Wilden Westen". Laut CBS wurden einige Verletzte in der Lobby des Wolkenkratzers gefunden, andere auf der Straße.

Ein New Yorker, der in der Nähe des Empire State Buildings arbeitet, erzählte einem CNN-Reporter, dass er mindestens neun Schüsse gehört habe. "Wir sind im Büro alle aufgeschreckt", so der Mann. Danach habe er mehrere Krankenwagen gesehen.

Mehrere Straßen um das Gebäude, das sich an der 5th Avenue und der 34th Street befindet, wurden von der Polizei weiträumig abgeriegelt. Ein Augenzeuge erzählte dem Sender CNN, dass der Täter eine "große Schusswaffe" bei sich getragen habe.

Chaotische Szenen

Auch andere Zeugen beschrieben chaotische Szenen. "Ich saß draußen und hörte drei Schüsse und sah wie Menschen vom Empire State Building weg die Park Avenue hoch rannten", sagte eine Frau dem Sender CBS. Es seien zehn bis 15 Schüsse gefallen. Die Polizei sei gegen 9.00 Uhr (Ortszeit) am Tatort eingetroffen, berichtete CNN.

Das Empire State Building ist eines der berühmtesten Wahrzeichen New Yorks. Es ist mit jährlich etwa 3,5 Millionen Besuchern nach dem Eiffelturm in Paris das meistbesuchte Gebäude der Welt. Bei der Fertigstellung 1931 war es mit seinen 102 Stockwerken und 381 Metern auch das weltweit höchste Gebäude.

Bürgermeister für strengere Waffengesetze

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg gilt als strikter Verfechter strenger Waffengesetze. Nach dem Amoklauf von Aurora, Colorado, wandte er sich an US-Präsident Barack Obama und seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney: "Wissen Sie, beschwichtigende Worte sind nett, aber vielleicht ist es für zwei Präsidentschaftskandidaten an der Zeit aufzustehen und etwas zu unternehmen, weil hier ein Problem das ganze Land betrifft." (APA, red, derStandard.at, 24./25.8.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 110
1 2 3
ny trigger

Aufgrund von strengen Waffengesetzen hat die Polizei eigene Trigger, also abzugsfedern. Damit ist ein Schuss erst mit 5kg Abzugsgewicht, das doppelte von fabriksstandards, abzufeuern. Und damit auch schwieriger zu treffen.

Wenn die alle neun eine Schusswaffe gehabt hätten, hätten sie zurück schießen können. Die jeweils weiteren 9x9 hätten ihrerseits zutückgeschossen... u.s.w. Die Waffenlobby hätte sich gefreut!

Wenn die alle neun eine Schusswaffe gehabt hätten, hätten sie zurück schießen können.

Dann hätten die auf die Polizisten zurückschießen müssen. Die Cops haben nämlich dort den Kollateralschaden angerichtet.

Bezüglich der 9 Verletzen

"Er schloss nicht aus, dass die Verletzten auch von der Polizei angeschossen wurden"

Alle 9 wurden durch Polizeikugeln verletzt, der Täter richtete die Waffe auf die Polizisten, drückte aber nicht ab (Suicide by cop).

Und das soll jetzt nicht die zwei Polizisten schlechtmachen da Schusswaffengebrauch in so einer Situation die einzige Möglichkeit ist - nur der Tatsache halber.

Quelle dazu:

http://www.guardian.co.uk/world/201... d-response

Empire State Building shooting victim says NYPD fired 'randomly' into street

Officers injured nine bystanders as they pursued gunman Jeffrey Johnson, who appeared to have just one intended target

Soweit ich informiert bin,

ist in NY totales Waffenverbot! Was sempert da der Bürgermeister von einem strengeren Waffengesetz??

Der Bürgermeister

wollte/will, dass die ganze USA es so handhaben wie New York City... :)

Der Bürgermeister verbietet auch gefährliches Sodawasser. Der hat sie echt nicht mehr alle.

Der jammert herum...

...weil er merkt dass seine Waffenverbote fuer die Fisch sind.

Obwohl das hat er eh immer gewusst - er will halt seine Bewohner kontrollieren und da eignet sich ein Waffenverbot recht gut.

Er schreibt den New Yorkern ja auch vor wieviel Zucker in den Drinks sein darf, welche Speisefette man verwenden darf, wie gross die Softdrinks sein duerfen usw.

Die Bevoelkerung von NYC besteht zum groessten Teil aus Luschis die sich das gefallen lassen und gerne eine starke Hand akzeptieren.

In 'freien' US-States undenkbar!

Noch dazu - alle (!) Opfer der Schießerei wurden durch die Polizei verletzt. Was hilft da ein strengeres Waffengesetz?

Wenn das Waffenverot eingehalten würde,

wäre dieser Einsatz gar nicht nötig gewesen! Also: keine Verletzten durch die Polizei.

Letztens haben die Cops in NYC auf offener Straße einen Mann mit einem Messer abgeknallt. Selbe Situation - da hätten auch etliche Passanten Schaden nehmen können.

Vielleicht sollte man noch dazusagen

Dass New York bereits die mitunter strengsten Waffengesetze aller US Bundesstaaten hat und die Regelung in NYC in etwa vergleichbar ist mit der Regelung in Österreich (allerdings noch strenger ausgelegt wird als hierzulande)

Was aber niemanden daran hindert NY zu verlassen, eine Waffe zu kaufen und unkontrolliert zurückzukehren.

Wozu NY verlassen?

Der Schwarzmarkt kommt direkt in die Stadt. Das läuft am legalen Waffenfachhandel komplett vorbei.

Bemerkenswert fand ich,

...dass im ORF die Namen von Täter und Polizeisprecher genannt wurden. Umgekehrt wird's wohl nicht so sein :-(

Stimmt.
Täter und Polizeisprecher werden den ORF mit ziemlicher Sicherheit nicht erwähnen.

hätten ALLE waffen getragen wäre dies alles nicht passiert

hätten ALLE waffen getragen wäre dies alles nicht passiert

Die Polizisten haben eh sofort eingegriffen und den Mann erschossen. Nur ist halt nicht überall die Polizei so rasch da wie in diesem Fall und dann mancht es Sinn, wenn die Bürger sich auch selbst vor Gewaltverbrechen schützen können.
Das Recht braucht dem Unrecht nicht weichen.

Vor zwei Wochen gabs im BigApple aber einen viel aufsehenerregenderen Fall: da wurde ein Mann mit Messer von Polizisten erschossen und man kann sich alles per Video auf Youtube ansehen.

http://www.spiegel.de/panorama/... 49678.html

Taser sind für Hr Bloomberg wohl auch zu inhuman.

genau das wollte ich auch gerade schreiben

jede woche eine schießerei, ja das wünsch ich mir

irgendwann muss auch die nra nachgeben

Jede Woche eine Schiesserei in den USA...

...wuerde im Verhaeltniss (Groesse des Landes) bedeuten - alle 2 Jahre eine Schiesserei in Oesterreich.

Ich glaub das waere fuer sie akzeptabel.

Wieder jemand der die Verhaeltnisse in seinem Ministaaterl Oesterreich auf die USA umlegt und deren Groesse nicht begreift.

Die US Regierung bringt jeden Tag irgendwo auf der Welt Menschen um und da regt sich kaum noch jemand auf, geschweige denn das westliche Staaten die USA mit Sanktionen bestrafen.

Faymann unterstützt das aktiv mit einer kürzlichen 2Mio-Spende.

Posting 1 bis 25 von 110
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.