Frischer Wind bei Gmundner Keramik

24. August 2012, 12:46

Der neue Alleingeschäftsführer Jakob Wolff will eine Image-Korrektur, Mono-Stores statt Billig-Aktionen. Schwarze Zahlen werden bis 2014 angepeilt

Linz - Im Werk der Gmundner Keramik in Oberösterreich weht ein frischer Wind. Seit 1. Juli ist Jakob Wolff alleiniger Geschäftsführer des Traditionsbetriebes. Bis 2014 will er das angeschlagene Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen führen. Die Keramik soll als hochwertiges Manufaktur-Produkt positioniert werden, Billig-Aktionen der Vergangenheit angehören.

Laut Medienberichten betrug der operative Verlust im Vorjahr rund 270.000 (2010: minus 900.000) Euro. Der Umsatz werde nach rund 9 Mio. im Jahr 2011 auch 2012 wieder im hohen einstelligen Millionen-Bereich liegen, so Wolff. Seine Ziele sah der 37-Jährige weniger in Umsatzzahlen als darin, mittelfristig ein profitables, gut aufgestelltes Geschäft zu erreichen. Ihm gehe es darum, die österreichische Handarbeit herauszustreichen und vom Billig-Image wegzukommen. Dazu sollen Mono-Stores, der erste in der Salzburger Getreidegasse, beitragen. Der Werksverkauf in Gmunden werde bleiben. "Der Manufakturverkauf ist ein zentrales Standbein unseres Vertriebs", so Wolff. Den Verkauf von Waren zweiter Wahl gebe es weiterhin und auch Angebote, nur keine übergroßen Rabatte mehr.

Eine Sortimentsbereinigung habe es bereits in den vergangenen zwei Jahren gegeben, mit den verbleibenden Designs will Wolff "behutsam umgehen". Gmundner Keramik sei nichts Kurzlebiges, man wolle nichts über Bord werfen, aber auch nicht stehenbleiben. In die Welt hinaus gehen kann das Geschirr vom Traunsee seit Freitag auch per Post. Die Gmundner Keramik wurde in der Kategorie "klassische Markenzeichen" von der Österreichischen Post mit einer Sonderbriefmarke ausgezeichnet. (APA, 24.8.2012)

Kommentar posten
21 Postings
seh ich völlig anders ...

was war denn der Verkaufsschlager bei GK? Sicherlich nicht hochwertiges Filigran-Zeugs, damit hat sich ja schon Augarten die Finger verbrannt.
Steingut und dieses wundervolle Grün dazu - mehr braucht es nicht - echt nicht.

Billigmarke?
Ich habe mir vor 2 Wochen ein paar Dessertteller und Teeschalen nachgekauft. 20 Euro für einen Dessertteller sind also billig?

So was aber auch,

dass handgefertigte oberösterreichische Ware teurer ist als chinesisches Fabriksgeschirr.

Im "Presse" Artikel werden die Billig Aktionen mit scheinbar unkoordinerten Rabatten von 30 % und mehr erklärt. Diese Info wäre im Standard Artikel vielleicht auch hilfreich gewesen.

nicht nur mit "Premium" lässt sich Geld verdienen. Wenn Gmundner jetzt eine Luxusmarke werden soll, verlieren sie sicherlich einige Stammkunden die Gmunder aus Tradition gekauft haben. Premium-Marken gibt es genug und sind austauschbar...

von Luxus

hab ich aber nichts gelesen

ich habe in den 80er Jahren im Großhandel gearbeitet für hochwerte Tableware. Ich kann mich erinnern, dass damals die Geschäfte die hochwertige Tischkultur angeboten haben auf Gmundner verachtend herabschauten. Das hat sich dann geändert, als Gmundner plötzlich in fast jedem Haushalt zu finden war. Leider hat man zu sehr auf die bekannten Dekore gesetzt und diese nur leicht (Farben) abgewandelt - das mag zwar funktionieren wenn ein Dekor zum Kult wird, aber bei Gmundner ist das so nicht gelungen. Vielleicht sollt man auch in Richtung Porzellan und nicht nur Hartsteingut gehen, da diese Zeit vorbei ist - alleine schon von der sehr auftragenen Form (Dicke der Teile). Ansonsten alles Gute & sichere Arbeitsplätze für die Mitarbeiter..

nicht nur Hartsteingut gehen

da habens aber quasi ein Monopol. Ich taet mir in mein Haus am Wolfgangsee auch nicht Augarten sondern Gmundner stellen

Mich langweilen sowohl Augarten als auch Gmundner.
Obwohl mir beide infolge Erbschaft nicht erspart geblieben sind.

es soll auch

Meissen, wedgewood u. andere geben

Die gehören ins Museum, wenns mich fragen.

aha,

und woraus wollens essen ? Ein bisserl einen 68er Tick schleppens schon mit sich herum

...als ob es nichts anderes als altmodisches erzkonservatives Großelterngeschirr gäbe.

da hupft sie wieder,

die Alt68erin :))

Lang genug war ich dem Alptraum ausgesetzt.
Jetzt fristet es sein Dasein in den hinteren Reihen.

Sag ich ja,

68er Psychosen

Das Trauma vermute ich aber eher bei Ihnen.
Ich konnte mich wenigstens von dem Geschmack meiner Altvordern distanzieren, weil es eben nie meiner war.

bei mir war es

eher umgekehrt. So Mitte 30 hab ich begonnen mich zu fragen, ob es wirklich so gscheit ist, edelste Materialien zu ignorieren, nur weil sie nicht neu erfunden sind. Habe dann das 15 Jahre verpackt u. verachtet im Kasten vegitierende Powolnyservice meiner Tante ausgepackt u. siehe da, ein bisserl Tischkultur zum Schilehrerschmaeh hatte seinen Markt

Glaubens ich hätte deswegen keine Tischkultur?
Wer auf Schilehrerschmähs reinfällt, braucht halt offenbar auch Großtantenporzellan zum Glücklichsein.

nicht, dasz wir uns hier

Richtung Altersverbitterung bewegen. Gestern hat der oertl. Windsufrclub so eine Art "Schnuppertag" veranstaltet. Diesselben Burschen mit denselben Schmaehs fuer dieselben Maedesl. 1980 reloaded

Das heißt höchstens, die Blöden sterben nie aus.
Wie kann man sich darauf auch noch was einbilden?
Ich glaub, die Verbitterung seh ich eher bei Ihnen, weil der Schmäh bei Ihnen offensichtlich altersbedingt nicht mehr zieht.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.