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Franz Voves: "Auch schulpolitisch sitzen wir im selben Boot."

Töchterle zu Zugangsbeschränkungen: "Sollte ich einmal in Regierungsverhandlungen eingebunden sein, dann würde ich das festschreiben wollen."
Wien - Nach SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl kann sich auch der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) Zugangsbeschränkungen an den Universitäten vorstellen, wenn es dadurch nicht weniger Studienplätze gibt. "Da bröckelt einiges", so Voves bei einer Pressekonferenz am Freitag anlässlich der Alpbacher Technologiegespräche. Er hätte sich allerdings gewünscht, dass die Bundesregierung bei bildungspolitischen Themen wie Gesamtschule, Studiengebühren und Zugangsregeln schon früher etwas zustandegebracht hätte. Für ihn ist es "unverständlich", dass sich die Regierung durch das Nichtlösen dieser Themenblöcke "ihre Stronachs und Piraten selbst herangezüchtet hat", die Vorgangsweise sei "verantwortungslos".
"Auch schulpolitisch sitzen wir im selben Boot", meinte Voves mit Blick auf seinen Koalitionspartner Hermann Schützenhöfer (ÖVP). "In Wien funktioniert's nur nicht." Dieser wollte jedoch umgekehrt kein so klares Bekenntnis zur "heißen Kartoffel" Gesamtschule abgeben. "Ich stelle mich nicht her und liefere Ihnen die Schlagzeile für morgen", so Schützenhöfer. Er gehe pragmatisch an das Thema heran unter dem Motto "was nützt dem Land und nicht was habe ich in der ideologischen Mottenkiste".
In der Sache kann er sich eine gemeinsame Schule aber zumindest vorstellen, wenn die entsprechenden Sachfragen geklärt würden. Wenn sich die Regierung zusammensetze, "Bestemmhaltungen" aufgebe, wechselseitig akzeptiere, dass man selbst nicht die Weisheit gepachtet habe und die Ideologie in den Hintergrund rücke, könnten diese Fragen in Verhandlungen gelöst werden - "wenn nicht vor und nach den Gesprächen gleich die Fernsehkamera wartet".
Auch Voves meinte: "Ideologie ist nötig, sich Grundwerte vor Augen zu führen, aber du kannst damit kein Land regieren." Wenn man nicht endlich anfange, bei schwierigen Themen Nägel mit Köpfen zu machen und klare Konzepte zu erarbeiten, sei das einfach verantwortungslos: "Und verantwortungslos sind wir schon einige Jahre unterwegs." Irgendwann müsse man hinter den Kulissen zu Entscheidungen kommen und diese dann anschließend kommunizieren. "Ich wünsche mir, dass die Bundesregierung das Thema Bildung zumindest ab 2013 einer Lösung zuführt, wir müssen hinter den Kulissen Kompromissbereitschaft zeigen", so Voves.
Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas signalisierte Zustimmung zu Zugangsbeschränkungen. Rudas betonte im Ö1-"Mittagsjournal", es brauche zwar mehr Plätze an den Unis, aber auch eine bessere Verteilung der Studenten. Diese würden im Gegenzug von besseren Studienbedingungen profitieren.
Einen Widerspruch zum SP-Paradigma vom offenen Hochschulzugang sieht Rudas in der Beschränkung der Studienplätzen nicht, immerhin gebe es schon jetzt in Fächern Beschränkungen, in denen wegen des Andrangs ein normaler Studienbetrieb nicht möglich ist. "Freier Hochschulzugang heißt für uns, dass jeder, der möchte, auch studieren kann. Aber man kann schon darüber diskutieren, dass was man studiert besser verteilt wird auf den Universitäten."
Geht es nach Wissenschaftsminister Karlheinz Töchtele, Parteifreier auf einem ÖVP-Regierungsticket, sollte die Frage der Einführung von Zugangsbeschränkungen an den Universitäten zur Bedingung für eine weitere Koalition mit der SPÖ gemacht werden. Das Thema sei zwar "zu klein", um deshalb Neuwahlen vom Zaun zu brechen. "Aber sollte ich einmal in Regierungsverhandlungen eingebunden sein, dann würde ich das festschreiben wollen", sagt er in der "Presse". Aus der ÖVP-Zentrale war dazu vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.
Töchterle verwies darauf, dass die Verhandlungen über eine Studienplatzfinanzierung, bei der es eine fixe Summe pro Studienplatz geben soll, laufen - wenn auch langsam. SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl habe "für Zugangsregeln eine gewisse Akzeptanz", so der Minister. Kuntzls Vorgabe, dass es dadurch nicht weniger Studienplätze geben dürfe als bisher, findet Töchterle "akzeptabel". Die Zahl der Inskriptionen der vergangenen Jahre sei dabei "eine wichtige Bezugsgröße", die Plätze könnten allerdings zwischen den einzelnen Unis umverteilt werden. Ein Teil des Uni-Budgets solle dann entsprechend der Studentenzahl vergeben werden.
ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager zeigte sich im Gespräch mit derStandard.at erfreut über die Signale aus der SPÖ. "Endlich bewegt sich die SPÖ aus der Geiselhaft des VSSTÖ", so die Abgeordnete. Sie hofft darauf, dass sich die Koalition bis "Mitte September" auf ein "tragfähiges Gerüst" bei den Hochschulen einigt.
Bei der Festlegung der Kapazitäten der Universitäten spricht sich Cortolezis-Schlager dafür aus, dass nicht nur darauf geschaut wird, wie viele ein Studium beginnen, sondern auch wie viele ihr Studium aktiv betreiben. Zudem müsse darauf geachtet werden, dass Studienplätze nur dann ausgebaut werden, wenn genügend Uni-Personal und Infrastruktur zur Verfügung stehen. Sei dies nicht der Fall, müsse man sich Zulassungsbestimmungen überlegen. "Da muss es natürlich Übergangsbestimmungen geben", so Cortolezis-Schlager.
Die Uni-Rektoren wehren sich unterdessen gegen ein Festschreiben der derzeitigen Zahl an Studienplätzen. "Damit würde man absolute Missstände sogar noch zum Gesetz erheben. Für einige Universitäten wäre das ein GAU", warnte Heinrich Schmidinger, Chef der Universitätenkonferenz, in der "Presse". Die Studienplätze müssten auf Grundlage von Personal und Infrastruktur berechnet werden. Mehr Plätze könne es erst in einem zweiten Schritt geben. "Und dafür muss man natürlich erhebliche Mittel in die Hand nehmen." (APA, 24.8.2012)
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Ihr Antrag auf einen Studienplatz wurde angenommen. Die genaue Studienrichtungen wird Ihnen in den nächsten Tagen von der Partei mitgeteilt.
Da kann sich ja selbst Nordkorea noch etwas abschauen.
"Ideologie ist nötig, sich Grundwerte vor Augen zu führen, aber du kannst damit kein Land regieren."
Klarer kann man nicht sagen, dass es um Machterhalt anstelle von politischen Programmen geht. À la Merkel: "Meine Meinung ist die der Mehrheit der Bevölkerung"...
ideologie ist die religion der parteien. schön, wenn man das als denkanstoß und wegweiser nutzt aber weder die bibel noch ein parteiprogramm sollte man wörtlich auslegen.
wenn man vor lauter ideologie nicht mehr in der lage ist, eine andere als die eigene wahrheit anzuerkennen, wenn man so ein richtiger parteimudschaheddin geworden ist, wenn man lieber selbst untergeht, als den anderen einen erfolg zuzugestehen, dann darf man sich auch nicht wundern, dass selbst eine finstre funzel wie der h.c. plötzlich strahlt wie ein leuchtturm.
wir zahlen unsere politiker fürs regieren. und nicht für cerebrale ideologieonanie. das könnens ruhig uns postern überlassen.
Da werden Begriffe wie "Religion", "Ideologie", "Parteoprogramm" oder "Wahrheiten" verwurschtelt.
Übersehen wird jedenfalls, dass es nicht so ist, dass in der Hochschulpolitik die SPÖ bisher "Religion" betrieben hätte, die ÖVP hingegen "Wahrheiten" vertreten hätte. Beides ist Ideologie.
Wenn jetzt Herr Mag. Voves auf die ÖVP-Hochschulpolitik umschwenken will, dann ist das eben auch Ideologie, nur eben keine sozialdemokratische. Insofern ist es nicht ehrlich, wenn man sagt, mit Ideologie könne man kein Land regieren.
fair enough.
aber: wenn die hochschulen den parteien wirklich am herzen liegen würden, dann könnten sie - wenn sich in der frage des zugangs schon nichts machen lässt - zumindest gemeinsam für eine vernünftige finanzierung und ein ordentliches stipendiensystem sorgen. völlig ideologiefrei.
Offener Hochschulzugang und Studienplatzbeschränkungen wären kein Widerspruch? Kann mir jemand erklären, wie Rudas sich das vorstellt?
Oder sagt sie einfach, dass eins plus eins drei ergeben, weil das leichter zu kommunizieren ist??
das geht schon. wenn für manche fächer so hohe gebühren eingeführt werden, dass sich der größte teil bestimmte studien nicht leisten kann. das ist wirklich die dümmste aller lösungen und auch völlig gegen jegliche spö-linie.
aber es gibt halt leute, die sind für die ideologie zuständig und geben den parteisoldaten vor, welche parolen zu schreien sind. und dann plappern alle den quatsch nach. mehr studierende gleich mehr absolventen? sorry, das ist einfach nicht richtig, das ist quantitativ wiederlegbar. doppelt soviel geld und mehr studierende gleich mehr absolventen wäre richtig. und bitte ja! mehr geld für die unis! jeder bildungseuro kommt über umwege zehnfach zurück.
Marc-Uwe Kling: Wer hat uns verraten?
http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI
Die sogenannte "SPÖ" demontiert sich gerade selbst.
Eine Parteispaltung soll - wie man hört - bereits diskutiert werden, sollte die SPÖ den offenen Hochschulzugang für unsere MaturantInnen tatsächlich blockieren wollen. Also wahrscheinlich wird sich da noch einiges abspielen.
Ich finde es lächerlich, eine Partei zu teilen, nur weil man sich in einer Frage nicht einig ist. Da fehlt es schon innerhalb dieser an Demokratieverständnis bzw. an Respekt vor fremden Meinungen und Einstellungen. Das möchte ich der SPÖ allerdings nicht unterstellen und vermute eher ein Anstacheln Ihrerseits.
Vor eine Wahl kann sich die SPÖ keinen Umfaller bei Zugangsbeschränkungen leisten, vor allem die jungen Parteimitglieder werden dann wohl kaum für einen Wahlkampf motivierbar sein.
Ich möchte an dieser Stelle nur einmal daran erinnern, was nach dem Umfaller Gusenbauers bei den Studiengebühren passiert ist. Die Parteijugend und vor allem der VSStÖ können hier nicht locker lassen, also gibt das ständige Negativschlagzeilen auch im Wahlkampf.
Ihre Verwaltungsreförmchen in der Steiermark in Ehren, aber was soll das noch werden!? Wir wollen keine Einheitspartei aus VP-SP in Österreich, eine Demokratie lebt von Vielfalt, Wählen soll nicht zur Farce werden. Das was Sie, Herr Voves, gemeinsam mit ihrem VP Schützenhofer präsentieren ist ein Wettstreit der Gesichter, gewählt soll werden, wer sympathischer drüberkommt, unterschiedliche Konzepte, nie gehört, für was, bzw. für wen denn?, laut Typen wie Sie gibt es ja nur einen Weg, eine Lösung, und das ist der Reagan, Blair, Schröder-Schüssel, Grasser Weg, mehr privat, weniger Staat. Dazu passt auch Ihre Bemerkung, Herr Voves, Wohnungen vermitteln, günstige Wohnungen bauen, das ist nicht mehr. Warum eigentlich nicht, Herr LH-Voves???
Das ist die Wiederauferstehung von Qualtingers Herrn Karl: Er war alles, der Herr Karl: Sozi, Austrofaschist ("das war damals eher günstig"), Nazi, dann wieder ein alter Sozi. Herr Karl war alles und nichts.
Heutzutage rennen die Sozialdemokraten dem Neoliberalismus nach.
Sie übernehmen ohne viel nachzudenken ÖVP-Politik, sagen, dass es keine Ideologie mehr gibt, weil "du kannst damit kein Land regieren", übersehen dabei aber, dass das auch eine Ideologie ist - nur eben jene der ÖVP.
Man wird sich umschauen, eine SPÖ-Spaltung soll - wie man hört - in der Parteibasis auch schon diskutiert werden, und es kann sein, dass das schneller kommt, als man denkt.
Ist ein ordentlicher Studienbetrieb nicht mehr möglich, so kann und MUSS man darüber nachdenken, hier eventuell regulatorisch einzugreifen...
Und diese regulatorische Massnamhe DARF in keinster Weise über Studiengebühren gehen, weil das wäre ja schlussendlich eine soziale Selektion.
Somit wäre eine eventuelle Kombination von zwei Modellen vorstellbar:
1.) Studieneingangsprüfungen bzw. einen bestimmten Notendurchschnitt bei der Uni-anmeldung verlangen.
Duruch die Zentralmatura bedingt, kann man hier ja einigermasse objektiv selektieren.
und
2) wäre nach Studierende eine Rückerstattung von eventuellen Studiengebühren vorstellbar.
Inländer könnte erst später zahlen, ausländisches Studenten sofort b. Semesterbeginn..
Zugangsbeschränkungen stehen sehr wohl im Widerspruch zur sozialdemokratischen Ideologie. Insbesondere im Falle der traditionell bildungsgläubigen österr. Sozialdemokratie. Wenn man der Meinung ist, dass Universitäten nur die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes befriedigen sollten und Bildung ausschließlich als ökonomischer Wert gesehen wird hat man keine Problme für Zugangsbeschränkungen zu sein. Gerade die österreichische Sozialdemokratie (von Bauer bis Kreisky) vertrat allerdings einen völlig anderen Bildungsbegriff. Nicht der ökonomische Wert der Bildung stand im Vordergrund, sondern der Gebrauchswert für den Einzelnen. Beschränkungen heißen nichts anders als Meschen vom Aufbau dieses Gebrauchswertes auszuschließen.
Dann muss die SPÖ aber auch schauen, dass das Bildungsideal finanziert wird. Was sehr in meinem Sinne wäre!
Aber immer mehr Studierende mit immer weniger Mitteln ist halt irgendwie ein Problem.
Die bisherige Lösung; "Machts halt mal, nehmen müsst ihr alle, aber die Finanzen werden jedenfalls nicht einmal an die Teuerung angepasst, obwohl ihr schon allesamt aus dem letzten Loch pfeift, aber bitte übrigens wo bleibt die Exzellenz und der nächste Nobelpreisträger" spielt sich nicht bis in alle Ewigkeit.
Zugangsbeschränkungen stehen auch im Widerspruch zu den aktuellen Parteibeschlüssen und zum Parteiprogramm.
Insofern wird hier parteischädigend gehandelt, wenn in der SPÖ einer nach dem anderen laut herausschreit, man möge unseren MaturantInnen den offenen Hochschulzugang wegnehmen.
Übersehen wird auch, dass sich die SPÖ mit einem Einlenken auf eine ÖVP-Hochschulpolitik zu einer anderen Partei wandeln würde. Mit Sozialdemokratie und ihren historischen Errungenschaften hätte das nichts mehr zu tun.
nein, da gibt es keinen widerspruch. außer die prüfungen werden so gestaltet, dass irgendwer aufgrund seiner herkunft oder seines vermögens benachteiligt wird.
im gegenteil, auf basis der sozialdemokratischen ideologie müsste man sogar eignungs- und aufnahmeprüfungen (für den gratis-studienplatz!!!)einführen und jenen, die den test nicht bestanden haben aber trotzdem z.B. nur in wien und nur jus studieren wollen, die möglichkeit geben, für hohe gebühren zu inskribieren. freiwillige umverteilung quasi.
frei zugänglich (wie schon jetzt) müssen vorlesungen sein. gratis bildung, frei zugänglich. wer allerdings eine prüfung machen möchte, braucht eine inskription, egal ob teuer erkauft oder gratis durch den bestandenen aufnahmentest.
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