Estlands Milch mundet heimischen Investoren

24. August 2012, 11:29

Die Milchwirtschaft wird in Estland intensiv betrieben, jetzt steigen zwei Österreicher in dortige Agrarbetriebe ein

Tallinn - Österreichische Investoren haben die estnische Milchwirtschaft für sich entdeckt. Jüngster Neuzugang ist Alfred Heinzel, der wie jetzt bekannt wurde, im Mai den Milchbetrieb AS Vao Agro übernahm. Hochaktiv auf dem Landwirtschaftssektor in Estland sind Vaklak und Ühinenud Farmid, die über jeweils sieben Milchhöfe verfügen. Hinter Vaklak steht der Andritz-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Leitner. Bei Ühinenud Farmid ist der Investor Christoph Florian Kohler einer der beiden Geschäftsführer. Damit sind insgesamt 15 estnische Milchbetriebe in österreichischer Hand.

Eine Investition in die estnische Milchwirtschaft ist für ausländischer Investoren aus mehreren Gründen interessant. "Die Milchwirtschaft wird in Estland geliebt und sehr intensiv betrieben. Und sie ist auch wegen des günstigen Klimas sehr gut entwickelt", erläuterte Riia Sillave, CFO bei der Heinzel Gruppe.

Kerngeschäft der Heinzel Holding ist ursprünglich die Zellstoff- und Papierproduktion. Mit der Estonian Cell hält das Unternehmen auch in Estland einen Zellstoffhersteller. "Die Heinzel Holding kennt die lokalen Geschäftsgepflogenheiten, denn sie macht bereits seit 2004 Geschäfte in Estland", sagte Artjom Sokolov, CFO der Estonian Cell, der Nachrichtenagentur BNS. Dies dürfte die gute Basis für die neuerliche Investition in dem baltischen Land gewesen sein.

Gleichzeitig hat Heinzel bereits Erfahrung in der Landwirtschaft. 2004 übernahm seine Heinzel EMACS Beteiligungs AG auch in Österreich einen landwirtschaftlichen Betrieb. Konkrete weitere Unternehmensübernahmen in der estnischen Milchwirtschaft sind laut Sillave momentan nicht geplant, aber in Zukunft nicht auszuschließen. "Das ist zwar ein gutlaufender Betrieb, aber zunächst sind Investitionen in Gebäude und Land nötig", sagte Sillave. Geplant ist auch eine Erhöhung des Viehbestands. (APA, 24.8.2012)

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