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Ljubljana - Das bisher schlimmste Heißluftballon-Unglück in Slowenien, bei dem am Donnerstag vier Menschen ums Leben gekommen sind, ist nach ersten Informationen der Luftfahrtermittler durch eine sogenannte Windscherung in Bodennähe verursacht worden, entstanden während eines Gewitters. Das bedeutet eine plötzliche scharfe Änderungen der Richtung oder der Geschwindigkeit des Windes. An Bord des verunglückten Ballons, der in der Umgebung von Ljubljana abstürzte und Feuer fing, befanden sich 32 Menschen.
Die Windscherung machte den Ballon manövrierunfähig, als der Pilot zu landen versuchte, erklärte der Leiter der slowenischen Luftfahrtermittler, Roman Rovansek, laut Medienberichten. Durch den starken Wind sei der Ballon gegen einen Baum gekracht und mehrmals vom Boden abgeprallt, schließlich fing der Korb Feuer. Das Unglück geschah laut dem Erhebungen in einer Höhe von ungefähr 20 Metern bei einer Windstärke von 45 Stundenkilometer, berichtete die Tageszeitung "Vecer". Die Ermittler gehen davon aus, dass der Pilot zusätzlich das Gas aufdrehte, um den Ballon zu beherrschen.
Der verunglückte Ballon ist Medienberichten zufolge vom Besitzer der Ballonfahrtfirma geflogen worden. Die Behörden bestätigten, dass er keine geltende Fluglizenz hatte. Diese sei ihm im Juni entzogen worden, weil er einen vorgeschriebenen Gesundheitscheck nicht rechtzeitig bestanden habe, hieß es aus der Agentur für zivile Luftfahrt. Der Ballon war der einzige dieser Größe in Slowenien.
Angesichts der Wettersituation - in Morgenstunden näherte sich vom Westen eine Gewitterfront - fanden es viele Ballonfahrer am Donnerstag unverständlich, dass der Pilot an diesem Tag überhaupt geflogen ist. Es sei kein geeigneter Tag für eine Fahrt gewesen, wurden Kollegen in den Medien zitiert. Viele hätten am Donnerstag ihre Touren abgesagt. Laut dem Balloninstruktor Darko Kralj war die Wetterlage bereits am Mittwochabend abschätzbar gewesen. "Die Front war schon frühmorgens (Donnerstag, Anm.) auf den Radar- und Satellitenbilder sichtbar gewesen, deshalb ist es umso unverständlicher, wieso sie gefahren sind", sagte Kralj zur slowenischen Nachrichtenagentur STA.
Der Pilot eines zweiten Ballons, der zusammen mit dem verunglückten Ballon losfuhr, betonte jedoch, dass er selbst sowohl am Mittwochabend als auch Donnerstag früh die Wettervorhersage geprüft habe, doch nichts deutete auf Gewitter hin. Der Pilot konnte seinen kleineren Ballon trotz Schwierigkeiten unmittelbar vor dem Crash des zweiten Ballons sicher landen. Nach Angaben der Meteorologen hatte die Prognose vom Mittwoch tatsächlich keine Gewitter für Donnerstag früh vorhersagt, doch schon am nächsten Morgen war eine unstabile Wetterlage sehr wohl vorhersehbar gewesen. Das Gewitter sei bereits zwei Stunden vor dem Unfall auf den im Internet zugänglichen Radarbildern zu sehen gewesen, hieß es. Kurz vor 7.00 Uhr ist dann auch die erste Warnung für den Luftverkehr gesendet worden. Gerade zu dieser Zeit haben die beiden Ballons abgehoben.
Zu dem Unglück kam es eine Stunde später, kurz vor 8.00 Uhr nahe der Hauptstraße zwischen Ljubljana und dem Vorort Ig. Während der Start noch bei schönem Wetter verlief, hatte sich die Lage bei dem Landeanflug wesentlich verschlechtert. Der Pilot des glücklich gelandeten Ballons berichtete über starken Wind bei der Landung. Auch Überlebende und Augenzeugen bestätigten, dass der Ballon Probleme bei der Landung hatte. Er prallte mehrmals vom Boden ab, wobei die Passagiere aus dem Korb gefallen sind.
Die Todesopfer konnten bisher nicht identifiziert werden, weil die Leichen vollkommen verkohlt sind. Laut der Tageszeitung "Dnevnik" soll unter den Todesopfern nach inoffiziellen Informationen auch ein Kind sein. Die Zeitung berichtete, dass bei dem Unfall drei Mitglieder einer Familie aus Ljubljana sowie eine weitere Person getötet wurden. Auch die Identität eines Schwerverletzten konnte wegen der schweren Verbrennungen im Gesicht noch nicht festgestellt werden. Insgesamt 28 Personen wurden bei dem Unfall verletzt, davon 14 schwer.
Auch sechs Kinder sind verwundet worden. Die meisten Verletzten erlitten Verbrennungen sowie Wirbelsäule- und Unterschenkelfrakturen. Am Donnerstagabend befanden sich noch acht Personen in kritischem Zustand. Auch der Pilot und der Kopilot wurden schwer verletzt. (APA, 24.8.2012)
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