Eisenbahn als Range-Extender

Mit dem Satz "Ich kann ja mein Ladekabel nicht aus dem Fenster hängen lassen" ist die Problematik von Elektroautos punktgenau beschrieben

Auch wenn die hohen Preise für Elektroautos, deren geringe Reichweite und zu wenig Ladestationen immer wieder beklagt werden, das Kernproblem, warum Elektroautos doch nicht so gut ankommen, liegt in den Mobilitätsstrukturen insgesamt und vielleicht auch in dem Irrtum, dass das Elektroauto immer gleich als ideales Stadtauto gesehen wird.

Mit dem Satz "Ich kann ja mein Ladekabel nicht aus dem Fenster hängen lassen" ist die Problematik punktgenau beschrieben. Eine Steckdose an jedem städtischen Laterndlparkplatz wäre eine Infrastrukturinvestition, die niemand zahlen will, vor allem nicht die Kunden.

Stellen wir also das Elektroauto versuchsweise ans andere Ende der öffentlichen Verkehrsmittel, hinaus ins weite Land, und plötzlich geht alles leichter. Es ist eine Leichtigkeit für einen Hausbesitzer, sein Elektroauto vor oder in der Garage mit Strom zu versorgen, sogar mit Starkstrom, falls entsprechende Schnellladeverfahren kommen sollten. Befindet sich zusätzlich an der Arbeitsstelle oder an der Park-and-Ride-Anlage auch noch eine Steckdose, dann ist man elektrisch üppig versorgt.

Das Elektroauto ist eigentlich viel mehr noch als von Steckdosen von leistungsfähigen öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig. Die Bahn ist der beste Range-Extender, wenn sie gute Verbindungen bietet. Viel besser als die hatscherte Lösung, einem Elektroauto auch noch einen Verbrennungsmotor umzuhängen, um seine Reichweite zu verlängern. Das Elektroauto funktioniert nicht als simpler Ersatz fürs Benzinauto.

Ein wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein reines Elektroauto unter heutigen Rahmenbedingungen nur als Zweit- oder Drittwagen funktioniert. Wir sind an die Möglichkeit gewöhnt, schnell mal nach Salzburg, Linz oder Graz zu fahren. Und ein- oder zweimal im Jahr auf Urlaub. Noch ein Beispiel aus dem Leben: Wer in Sankt Pölten wohnt, muss immerhin nach Wien oder Linz fahren, wenn er zum Ikea will. (Rudolf Skarics, AutoMobil, DER STANDARD, 24.8.2012)

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Richtig: "Das Elektroauto funktioniert nicht als simpler Ersatz fürs Benzinauto."

Das Elektroauto kann sich durchaus als Sackgasse erweisen, weil sich die Fahrer nicht an die Technik anpassen wollen sondern das Umgekehrte verlangen.

Auch Richtig: Der öffentliche Verkehr ist der beste Range-Extender. Aber für die Fahrt bis zur nächsten Haltestelle braucht man kein Elektroauto sondern da ist ein sparsames 3-Liter-Auto günstiger (auch für die Umwelt, denn die Akkus von Elektroautos setzen bei der Herstellung so viel CO2 frei, dass ein Elektroauto mit einem größeren CO2-Rucksack als ein konventionelles Auto startet).

E-Autos als Zweit- oder Drittwagen

Hier gibt es definitv die größten Chancen, aber irgendwie hat das noch kein Autohersteller kapiert, denn so ein Wagen muß dann deutlich weniger als 20.000€ kosten. Mein Lieblingsbeispiel ist hier der E-Smart - verwendet jede Menge Teile von der Benzin/Diesel Variante und kostet trotzdem genauso viel wie die E-Cars in ähnlicher Größe die komplett neu konstruiert wurden.

Vielleicht

weil der eigentliche Kostenfaktor nicht das Kastl sondern die Elektronik und der Akku sind?!

Die Elektronik ist sehr billig und wird(wie sollte es auch anders sein) in China gefertigt. Der akku ist in noch der teil der der die Kosten ausmacht. Aber wenn man eine Ahnung von der Technik hat versteht man auch warum. Warum wird eine hohe Spannung im E-Fahrzeug verwendet(200-300V DC)? Ganz einfach um den Strom zu reduzieren. I = U:R Der Leitungswiederstand ist immer der selbe. Geringerer Strom bedeutet, dass auch die Akkus kleiner werden(von den Ah). Die andere Seite der Medailie ist dass mehr Zellen für die erforderliche Spannung benötigt werden.
36 * 3,3 um ca 120V zu erreich. Bei eine, Zellenpreis von 56 € inkl. MwST pro Zelle sind das 2016€.

Wieso wird sich nicht auf eine Akku Norm geeinigt, die dann auf "Tank"stellen einfach getauscht werden ?

Um die Akkus aus der Halterung zu nehmen und den "frischen" Akkus einzusetzen, muss dieser genauer Roboter eingesetzt werden.
Weiter ist eine Verschleis an den mechanischen Teilen hoch. Und die Kontakte zu des Akkus leiden mit der Zeit.Daraus folgt ein hoher Übergangswiederstand, => hoher Spannungsabfall am Kontakt, => Wärmeentwicklung => Zerstörung der Kontakte.

Siehe

das Konzept von Better Place und bereits realisiert im hierzulande erhältlichen Renault Fluence! Die Infrastruktur gibt's allerdings hier leider nicht...

Wird eh auch so gemacht.
Die Akkus werden aber noch wesentlich billiger werden und die Reichweite wird steigen.
Da braucht man kein Hellseher sein um das voraus zu sagen.
Am Ende werden sich die Kosten natürlich nicht unter dem heutigen Niveau einpendeln.
Aber das hat sowieso niemand erwartet..

Weils sehr kapitalintensiv für die Hersteller ist.....( so blöd es klingt)

Ein beträchtlicher Anteil der Kosten des E-Auto sind der Akku und der ist ein Verschleißteil. Und so mirnix Dirnix an jeder Tankstelle ein paar?!? Extraakkus lagern, an denen man nix verdienen wird, sondern eher draufzahlt, ist halt nicht so super
(Wenn man jetzt den Akku an der tankstelle tauschen kann, muß "irgendwer" die ganz schlechten Akkus aus dem Verkehr ziehen und durch neue ersetzen)

der genormte Tauschakku wird kommen...

und zwar so, dass man das Auto ohne Akku kauft und dann gegen Gebühr die Akkus und Infrastruktur eines "Tankstellenbetreibers" in Anspruch nimmt. Hätte auch für die Mineralölkonzerne Sinn, deren Tankstellennetz nach dem natürlichen Ende der Ölreserven dadurch ein neues Geschäftsmodell hat. Es gibt ja schon Modelle wo die Akkus am Unterboden angebracht sind und ein Tausch binnen weniger Sekunden erfolgt. Das wäre auch das Ende der Reichweitenbeschränkung.

Das Gewicht, das Gewicht... das sind nicht mal eben 5kg, die Sie tauschen müssten.

Man würde den Akku natürlich nicht händisch tauschen. Ein vollautomatisiertes System würde das auf Knopfdruck erledigen. Automatisierungstechnisch überhaupt kein Problem heutzutage.

5 kg?
also ich hab da zahlen von 100kg+ im kopf

Warum nicht an jedem Laternenpfahl ein paar Steckdosen anbringen - man hat ja annodazumals auch zu jedem Haus Strom, Kabelfernsehen und Breitbandinternet gelegt.

weil eine laterne ganz ganz selten mit 400V drehstrom, oder 230V mit 10 oder besser 16A versorgt wird. darum. ganz zu schweigen von der anbindung ganzer straßenzüge. wenn da auf 100m 10 elektroautos zum laden stehen ziehen die gleichzeitig 160A strom, dazu beötigen sie eine dezente 160 quadratmillimeter-leitung. das ist nix was man heutzutage verlegt hat.

Mal bitte eins klarzustellen über 1mm² können bis zu 12A fließen(die maximale elektrische Belastung).

Somit geht ihre rechnung nicht auf für 1A je 1mm².

So und dass das auch schön rechnerisch Hand und Fuß hat.

zb. wie Sie sagen 160A

160A : 12A/mm² = 13,33mm² da keine 13mm² Leitung gefertigt werden kommt eine 16mm² Leitung zum Einsatz.Und nicht zu vergessen dass wir hier von Wechselspannung reden, nicht von Gleichspannung.

da haben sie vollkommen recht, hab mich wohl in der tabelle verschaut oder eine 0 angehängt. ändert aber nichts am problem dass man nicht einfach steckdosen an den laternenmasten installieren kann und dann wäre alles gut.

Was ist eigentlich Sinn dieses Artikels (2) ?

"Irrtum ... als Stadtauto gesehen" ... Hallo ? Gerade in der Stadt werden die berühmten 30-50km täglich verfahren, die ein aktuelles eAuto auch locker abdeckt. Im nicht-städtischen Lebensraum müssen Personen oft weiter fahren, um zur Arbeitsstelle zu kommen, und genau da fehlen aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel.

Haben Sie den Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden?

Bitte erklären sie es mir, warum

das eAuto NICHT als ideales Stadtaut gesehen werden soll. Nur weil es nicht eine fix-fertige Ladeinfrastruktur gibt ? Weil der Aufbau einer solchen Geld kostet ? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun ! Ich habe ein eAuto und habe auch kein Kabel aus meiner Wohnung raushängen ! Aber bitte, was ist jetzt die Botschaft ?

das E-Auto loest das Platzproblem in der Stadt nicht geeignete Verkehrsmittel fuer die Stadt sind Fuesse, Fahrraeder und der oeffentliche Verkehr. Kaufen sie sich doch ein Fahrrad oder E-Fahrrad sie werden sehen es macht sie nicht nur mobil sondern sie werden zusaetzlich noch Spass am fahren haben.

Gegenwärtig gibt es in der Stadt - im Gegensatz zum Land - praktisch keine Möglichkeit ein eAuto zu laden. Natürlich könnte man eine Infrastruktur aufbauen (die natürlich auch Geld kosten würde), aber davon habe ich nichts, wenn ich mir als Städter ohne eigenen Garagenplatz jetzt ein eAuto anschaffen würde.

Deswegen ist auch genau das schon Thema der letzen 2 Jahre auf allen Konferenzen von Garagenbetreibern ;)
Die Infrasruktur wird kommen. Dann fährt man halt zum Aufladen in die Tiefgarage und zahlt gleich mit seinem Ticket die Aufladung mit.
Es spricht auch nichts dagegen an jedem Taxistand 2 Schnellladestationen einzurichten.
Städtische Vielfahrer sollten logischerweise zuerst umgestellt werden. Ab 2015 wird es keine Lizenzen für Benzintaxis mehr geben.

Was ist eigentlich Sinn dieses Artikels (1) ?

Sie schreiben von der "hatscherte Lösung, einem Elektroauto auch noch einen Verbrennungsmotor umzuhängen" und betonen im nächsten Satz, die Wichtigkeit spontaner Reisen nach Salzburg etc. - UND GENAU DAFÜR WÄRE JA DER RANGE EXTENDER !
Und bitte jetzt kein blödes Argument mit dem Gewicht, Autos haben etwa 1,2 bis 2,3 Tonnen zum Transport von MEISTENS nur 1 Person (80kg ?) ...

Tragbarer ElektroScooter mit max 5kg gewünscht

Ich würde mir einen einfachen kleinen klappbaren ElektroScooter mit max 5kg wünschen, der mich von zuhause Zur U-Bahn oder zum Carsharing-Wagen und dann zu meinem Ziel bringt. Schnell, flexibel, tragbar, unkompliziert, effizient, billig!

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