Saalfeldens Pfarrer ist Mountainbike-Fan

David Krutzler
24. August 2012, 08:56
  • Hoch hinaus geht es in der Region um Saalfelden und Saalbach fast überall. 750 km Mountainbike-Wege werden angeboten.
    foto: tvb saalbach- hinterglemm

    Hoch hinaus geht es in der Region um Saalfelden und Saalbach fast überall. 750 km Mountainbike-Wege werden angeboten.

700 Athleten haben für die Mountainbike-WM ab 29. August in Leogang und Saalfelden genannt. Die Veranstalter setzen auf den Sport in den Bergen. In Leogang wurden im Vorjahr mehr Downhill-Biker als Wanderer von den Bergbahnen befördert

Saalfelden/Wien - Die Strecke heißt nicht ohne Grund "Speedster". Binnen 2,6 Kilometern sind 524 Höhenmeter zu bewältigen, die Mutigsten lassen das Mountainbike in der Falllinie bis zu 80 km/h beschleunigen. Auf dem mit Wurzeln übersäten Abschnitt werden die Bikes und die Athleten ordentlich durchgerüttelt, im Wald stehen mächtige Felsen im Weg, die Steilkurven schnupfen die Fahrer in vollem Tempo - und der Zielsprung geht 15 Meter weit. Die Bestzeit liegt bei 3:20 Minuten, ergibt 46,8 km/h Schnitt.

Von 29. August bis 9. September richten Leogang und Saalfelden die 23. Mountainbike-WM aus. 700 Athleten haben sich angemeldet. Für WM-Organisationschef Kornel Grundner bekommt die "Speedster" im Bikepark Leogang am Sonntag, den 2. September, "den Ritterschlag", wenn die weltbesten Athleten den Streckenrekord angreifen.

1,4 Millionen Euro lassen sich die beiden Salzburger Orte das Radsport-Großereignis über zwei Wochenenden kosten, insgesamt fünf verschiedene Disziplinen (Downhill, 4-Cross, Trial, Cross-Country, Cross-Country Elimination) werden ausgetragen. Allein 400.000 Euro kostete der Erwerb der Rechte für die WM vom Weltverband UCI, die TV-Produktion macht 200.000 Euro aus. Die Investition für die zweite WM auf heimischem Boden nach Kaprun und Zell am See 2002 soll sich auszahlen. "Schon jetzt macht der Anteil von Mountainbikern in der Region 25 bis 30 Prozent der Besucher im Sommer aus", sagt Grundner. "Die traditionellen Wanderer sind nur noch knapp in der Überzahl."

Bis hinein nach Saalbach-Hinterglemm werden bereits mehr als 750 Mountainbike-Kilometer angeboten. Die Freizeitsportler sollen sich auf bewilligte Strecken beschränken. 40 Prozent der Biker kommen aus Österreich, 60 Prozent kommen aus dem benachbarten Ausland.

Der Bikepark in Leogang wurde 2001 eröffnet, mittlerweile gibt es neun Strecken in allen Schwierigkeitsgraden - selbst für Familientouren. "Im Vorjahr haben wir 210.000 Fahrten mit der Kabinenbahn gezählt", sagt Grundner, der für die Leoganger Bergbahnen arbeitet. "Knapp mehr als die Hälfte wurde von Montainbikern bezahlt." Auffällig ist, dass auch bei den Downhillern der Sport weiblicher geworden ist. Grundner: "Mittlerweile sitzt auf jedem vierten Bike eine Dame."

Bergauf und bergab

Auch beim ersten sportlichen WM-Programmpunkt 4-Cross am 1. September geht es bergab. Ganz ähnlich wie beim Ski- oder Snowboardcross jagen vier Biker in voller Schutzmontur gleichzeitig dem Ziel entgegen, die besten zwei steigen auf.

Natürlich geht es beim Biken auch bergauf, beim olympischen Bewerb Cross Country in Saalfelden ist ein 4,5 Kilometer langer Rundkurs fünfmal zu bewältigen. Der Kärntner Alexander Gehbauer (22), der bei den Olympischen Spielen mit Rang neun aufhorchen ließ, gilt in der U23-Klasse als Favorit auf Gold.

Gegen die Streckenführung in der Bürgerau machte eine Bürgerinitiative mobil. "Die Strecke ist behördlich genehmigt", sagt Grundner. "Wir haben uns zusammengerauft." Proteste seien nicht zu erwarten, dafür hofft man auf insgesamt an die 30.000 WM-Besucher.

Die Streckenführung der WM-Premiere von Cross Country Elimination auf einem 600 Meter langen Stadtparcours inmitten von Saalfelden führt über Treppen, aber auch durch den Pfarrhof und über den Pfarrplatz. Grundner: "Die Bewilligung haben wir uns direkt beim Pfarrer geholt." (David Krutzler; DER STANDARD; 24.8.2012)

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Mit wieviel Prozent ist das lokale Krankenhaus an dem Event beteiligt?
Oder zahlt das eh wieder die Allgemeinheit?

der geilste sport auf der welt!!!

Alle gedopt! *rolleyes

In meiner Umgebung gibts leider keinen Park, genauso sind die legalen Strecken eher langweilig. Ich kann nicht immer einen Tagesausflug zum nächsten Park machen, wenn ich mal eine anständige Abfahrt habe will... darum muss ich Wanderwege zur Abfahrt nutzen...die sind nicht zum biken freigegeben... Wenn es örtlich nicht passt, gehts leider nur illegal!

Wenn du "downhill mässig" auf Wanderwegen unterwegs bist, ist dir nicht mehr zu helfen. Du gefährdest unbeteiligte.
Genau so dumm und unverantwortlich, wie jene die über 200 km/h auf der öffentlichen Strasse fahren. Menschen wie du bringen die Ganze Szene in Verruf.

MTB

Mir sind illegale Downhiller jedenfalls lieber, als Hundbesitzer mit ihren Kötern. Bei Mountainbikern kann man zumindest davon ausgehen, dass sie genung Hirn haben, falls tatsächlich Wanderer kommen, die Geschwindigkeit anzupassen bzw. auszuweichen. Der Vergleich mit Autorasern hinkt, weil die Verkehrsdichte im Wald deutlich geringer ist. Und auf Hauptwanderstrecken macht's den Mountainbikern sowieso keinen Spaß.

Und wenn du einen Porsche willst, aber zu wenig Geld hast, "klärst" du das auch illegal?

..

wenn du posten willst, aber zu wenig intelligenz besitzt, trollst du dann?

Die polemische Frage von "senf++" und die darin angedeutete Analogie haben durchaus ihre Berechtigung.
Was für eine wirre Logik ist es denn, die das Verbot einer Tat gar nicht erst für gültig hält, sondern die illegale Tat gleich mit Verweis auf die Unmöglichkeit einer legalen Tat rechtfertigt?
Mit "sicha nets" Argumentation ließe sich jedes Delikt respektive Gesetzesübertretung entschuldigen.

Müssten wir beim MTB nicht ähnlich dominant sein wie beim skifahren? Bei olympia hab ich leider nix davon bemerkt?!

die dominanz im skifahren begründet sich hauptsächlich im desinteresse der restlichen welt.

Nicht nur die restliche Welt

ist desinteressiert. Habe letzten Winter kein einziges Skirennen oder Skispringen gesehen. Warte lieber auf die Frühjahrsklassiker der Radler.

Das liegt daran, dass es keine Mountainbikestrecke war, sondern ein Hügelrundkurs.

Elisabeth Osl hat übrigens 2009 den Weltcup gewonnen.

sprich mal mit jemandem der im Weltcup mitfahrt über Förderungen. Nicht existent. Die meisten zahlen sich alles selber, machen das neben ihrem normalen Job/Ausbildung. Es gibt kaum MTB-Clubs, kaum Trainer etc. Im Schisport ist das ganz anders wo es westlich von Wien Schiclubs in jedem Nest gibt.

Leider nicht !

Beim Mountainbiken und Downhill hängt es sehr stark vom Bike ab, wie schnell du sein kannst.
In Ö kosten Bikes und Teile wesentlich mehr als in Nordamerika (höhere Steuern bei uns, Profi-Equipment kommt meist aus Nordamerika)).
Das wiederum verschafft den Athleten von dort einen gewaltigen Vorteil in der Jugend, den du als Erwachsener (wenn du dir gutes Material leisten kannst) kaum noch aufholen kannst.
Aber so schlecht halten sich unsere Mountainbiker weltweit auch nicht siehe Petra Bernhard, Markus Pekoll, Alban Lakata.
Wir können bei unserem kleinen Land froh sein, überhaupt in der Weltspitze mitzufahren.
Damit will ich aber die Leistung unserer Biker auf keinen Fall schmälern. RESPEKT !!!

ich spür es ab höhenmeter 1800 auch immer extrem stark, dass ich in einem kleinen land auf die welt gekommen bin

...was für ein Schwachsinn.

Geh bitte!

in österreich gibt es sicher ein dutzend gute bikeparts mit top niveau. Einen Downhiller bekommst du bei uns um unter 2000, wie in Amerika. Wer basteln kann ist im Vorteil oder kauft sich einen gebrauchten.

Länder wie UK !!! haben mit genau einer Strecke haben tlw. die weltbesten Downhill - Fahrer.

Beim Downhill kommt es heutzutage am ehesten auf die Fahrtechnik an. Die technisch guten gewinnen! Da fehlt es vielleicht etwas an talent oder knowhow. Ob man mit einer fox 40, einer manitou dorado oder einer totem oder gar domain fährt wird für ein aufstrebendes talent wenig unterschied machen...

Ein paar Fakten und genauer lesen bitte:

Ein Beispiel: Trek Session 9.9 kostet bei uns
7.990 Euro, in Nordamerika 6500 Dollar und in England 5300 Pfund.
Wo ist es jetzt am Teuersten ?!?
So ziemlich alle Teile oder Bikes von europ. Herstellern gibt es in Nordamerika um einiges billiger, ich sagte ja nicht, wir haben kein gutes Material bei uns.
Ja bei uns gibt es gute Bikeparks(hab ich gar nicht angesprochen).
Ja es kommt auf die Fahrtechnik an, nur mit besserem Material bist dann nochmal um einiges schneller und musst nicht Angst haben, dass es dir dein Bike unterm A. zerfetzt.
Und auch wenn bei uns die Sportler mehr gefördert werden haben sie noch immer einen Kostennachteil gegenüber Amis oder GB`s.
Deckt mich mit Rot ein, ändert nix an den Fakten.

trek ist ein amerikanischer hersteller.

und in europa und österreich kann man diverse top-bikes zu denselben preisen wie alle anderen kaufen: commencal, lapierre, nukeproof uva. haben bikes im sortiment, die im weltcup mitfahren. es muss nicht immer trek sein, nur weil der momentane wc-gewinner eins fährt, wie gesagt, der wär auf jedem bike schnell.

Vielleicht war das erste Post ein wenig zu polemisch geschrieben.

Es ist aber eigentlich fast egal um welche Produkte es geht, in Nordamerika bekommt man fast alle europäischen Produkte, egal ob Bikes, Autos, Haushaltsartikel,etc um einiges günstiger als bei uns.
Ein anderes Thema ist, das die wenigsten Eltern bei uns bereit sind, 2000 Euro und mehr für den Sport ihrer Kinder auszugeben.
Sport nimmt bei uns im allg., mit wenigen Ausnahmen, wie Ski oder Fussball, einen zu geringen Stellenwert ein, da sind uns Andere ein wenig voraus.
Einzelne Ausnahmetalente wie auch Trainingsbesessene,ohne Cash-Background, die es zur Weltspitze schaffen, gibt es immer wieder, egal in welcher Sportart. Deren Leistung möchte ich auf keinen Fall schmälern.

in nordamerika gibt es mehr daredevils als bei uns und weniger cc szene. Bike ist groß dort: Dirtjumpen, Bmx, Street etc...In vielen Städten gibt es BMX Skateparks und dort lernt man ein fahrrad gut zu beherrschen. Nicht wie in Europa auf einem CrossCountry Mountainbike.

fehlerkorrektur: Statt bikeparts, wollte ich natürlich bikeparks schreiben....
Inhaltlich möchte ich noch bei den gabelherstellern marzocchi hinzufügen: Die 888 ist da glaub ich im Dh bereich einsetzbar und BOS vielleicht auch noch...

Was ist mit österreichischen Herstellern: Simplon, Kraftstoff, KTM...Decken alle Bereiche des MTB Sports ab. Was ist mit KTM? Die könnten doch auch im Gravitybereich und CC Bereich mehr Gas geben und heimische Athleten mehr fördern. Warum gelingt es da nicht mit deutschen oder US Firmen richtig mitzuhalten? Bisher noch nicht das Topimage im Bikebereich aufgebaut! Das da nur der Markt fehlt, kann man mit dem weltweiten Markenimage sicher nicht sagen....

@KTM

Hat sich in der Bikesparte nur den Namen von den Moppeds gekauft, hat sonst nix mit den Moppeds gemeinsam

aber die entwickeln doch rahmen, oder nicht?

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