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Zwei Kugeln jeweils zweimal durch sechs Tore und am Ende an den Stab in der Platzmitte zu spielen, darum geht es im Croquet.
Eugendorf - Sie bekamen die Kiste von ihrem Vater, der sie von seinem Vater bekommen hatte. Die Kiste enthielt alles, was nötig war, vor allem Schläger, Kugeln und Tore. Und so begannen die Wal-derdorff-Buben Croquet zu spielen, daheim im Salzburger Garten. Aus dem Spaß ist ein Sport geworden, und der Sport ist mittlerweile einige Jahre alt, auch in Österreich. Leopold Walderdorff ist Präsident der Austrian Croquet Federation (ACF), sein Bruder Max ist Pressesprecher, nebenbei zählen sie zu den besten Spielern im Land. Die Anzahl der Aktiven indes ist überschaubar, es sind nicht mehr als zwanzig.
Die Austrian Open im sogenannten Association Croquet, ab heute in Eugendorf bei Salzburg, sollten dem Sport Auftrieb geben. Zwölf Spieler aus sechs Nationen machen mit, das hat Österreich noch nicht erlebt. Star der Veranstaltung ist der Engländer Stephen Mulliner, aktuell Nummer 17 der Welt. In den Commonwealth-Ländern hat Croquet (oder auch Crocket) eine lange Tradition. 1900 war der Sport, den der "All England Lawn Tennis and Croquet Club" zu Wimbledon im Titel trägt, gar olympisch.
Association Croquet (AC) erinnert an Snooker. Der eine Spieler bleibt am Schlag, bis er entweder sein Ziel erreicht oder gepatzt hat, der andere Spieler sitzt am Rand des 32 mal 25,6 Meter großen Felds und sieht zu. Ziel ist es, zwei Kugeln (Balls) mit je 92 Millimeter Durchmesser zweimal in vorgeschriebener Reihenfolge und Richtung durch sechs, je 95 Millimeter breite Tore (Hoops) und am Ende an den Stab (Peg) in der Platzmitte zu spielen. Spätestens nach zweieinhalb Stunden ist jede Partie beendet.
Neben Association Crocket wird Golf Crocket gespielt, hier sind zwei Spieler abwechselnd am Schlag. Golf Crocket ist Domäne der Ägypter, wohl weil die britischen Kolonialherren einst etliche Kisten dortgelassen haben.
Association Crocket gilt als die gediegene, weil auch gesellige Variante, schließlich geht es beim Croquet nicht nur ums Spielen und Gewinnen, sondern ums Beisammensein und darum, Tee oder was auch immer zu trinken. Sympathisch ist, dass Frauen und Männer, auch Enkerln und Großeltern gemeinsam oder gegeneinander spielen können. So hat etwa Grete Sedlacek bereits einen Meistertitel gewonnen. Seit Jahren allerdings gibt Klaus Gollhofer den Ton an, er war siebenmal Meister, nur im Vorjahr machte ihm Max Walderdorff einen Strich durch die Rechnung.
Drei Klubs gibt es in Österreich. Sie verteilen sich auf Wolkersdorf, wo eigens und regelmäßig Rasen gemäht wird, auf Wien, das aber ebenfalls in Wolkersdorf spielt, und auf Eugendorf, wo die Infrastruktur des Golfplatzes genützt wird - auch für die Austrian Open, die Auftrieb geben sollen. (Fritz Neumann; DERSTANDARD; 24.8.2012)
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Das Eigenartige beim Association Croquet ist, dass man seinem Gegner zuschaut bis der einen Fehler macht oder einen kontrollierten Abgang macht. Ähnlich dem Snooker. Nur der Tisch ist riesig;) Der Abgang oder Leave ist dafür da, dass man es verdammt schwer hat, wieder in das Spiel zurückzufinden und der Verursacher kann seinen Spielball wechseln, um auch den punkten zu lassen. D.h. man muss aus 20 Metern einen Ball treffen. Unaufgewärmt mit ein paar Gedanken zum möglichen Spielstand bzw. -ausgang, kann einem sowas in Wallung bringen. Gelingt das, kann man versuchen den Punkterückstand aufzuholen. Es ist ja wie ein Rennen der zwei Kugeln, die vor dem Gegner ans Ziel sollen. Die mentale Anstrengung wird selten mit Croquet assoziiert.
Ich war in Swansea. Die Gastfamilie musste sich den Gastgebern hingeben, um Cricket zu spielen. Wir haben sie weggebügelt, ohne eine Ahnung zu haben, was wir da überhaupt machen. Dann gab es Lob für das tolle Spiel. Und wir dachten die ganze Zeit, es handele sich um Croquet. Dies sorgte letztendlich zu Missstimmungen. Ich habe bis heute keine Ahnung, was das für Sportarten sind und wie man sie spielt.
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