Raufereien als Ursache für Verletzungen

24. August 2012, 08:37
  • Den Weg zur Schule sollten Eltern mit ihren Kindern gemeinsam auswählen und üben.
    foto: apa/patrick pleul

    Den Weg zur Schule sollten Eltern mit ihren Kindern gemeinsam auswählen und üben.

Fast 50.000 Schüler verletzten sich im vergangenen Schuljahr - AUVA gibt Tipps zur Unfallvermeidung

Wien - Beim Turnen und beim Raufen verletzen sich Kinder am häufigsten. Aber auch im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu vermeidbaren Unfällen. Experten der AUVA raten den Eltern, ihre Vorbildfunktion wahr zu nehmen und Kinder nicht als kleine Erwachsene zu sehen.

Insgesamt gingen bisher für das vergangene Schuljahr (2011/12) 47.544 Schadensmeldungen aus ganz Österreich bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ein. Mit 15.444 Unfällen führen die Hauptschulen die Statistik an, gefolgt von den AHS mit 10.320 und den Volksschulen mit 10.140 Unfällen.

Besonders oft verletzen sich die Schüler im Turnsaal, 13.194 taten sich beim Ballspielen weh, 4.612 bei anderen Turnübungen und 3.699 zogen sich Verletzungen auf der Skipiste zu. Meistens handelte es sich dabei jedoch um kleinere Verletzungen. Schwerwiegender ist die Gewalt unter Jugendlichen: Raufereien sind immer wieder eine Ursache für Verletzungen in der Schule, fast 6.000 derartige Schadensfälle wurden der AUVA im letzten Schuljahr gemeldet.

Überschätzte Wahrnehmung

Auch im Straßenverkehr kommen Kinder immer wieder zu Schaden. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Schuljahr 1.696 Wegunfälle, zwei Schüler kamen ums Leben. Der Grund liegt darin, dass Erwachsene die Wahrnehmung von Kindern überschätzen: Kinder haben ein eingeschränktes Gesichtsfeld, sie können mehrere Informationen nicht gleichzeitig verarbeiten, etwa mit einem Freund sprechen und auf ein herannahendes Fahrzeug achten. Außerdem können Kinder allein durch ihre Größe den Verkehr nicht richtig überblicken. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, daran sollten wir als Eltern und vor allem Verkehrsteilnehmer denken", sagt Georg Effenberger, stellvertretender Leiter der Präventionsabteilung der AUVA.

Der Präventionsexperte empfiehlt Eltern den Schulweg mit den Kindern gemeinsam auszuwählen und zu üben. Zusammen mit den Schulen in den Bundesländern werden Schulwegpläne erarbeitet. Darin ist der sicherste Weg zur Schule für die Kleinen dargestellt, die Gefahrenstellen sind besonders markiert. Bei schlechter Witterung sollen Kinder mit gut sichtbarer Kleidung auf den Schulweg geschickt werden. Sichtbarkeit ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor. (red, 24.8.2012)

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14 Postings

Kommt darauf an, was man als "Verletzung" interpretiert. Früher hat man das unter sich ausgemacht. Heute wird njach jeder harmlosen Schulrauferei, nach jeder Disco-Tögelei sofort in die Spitalsambulanz gerannt (LehrerInnen: "ich kannn ja die Verantwortung nicht üvernehmen"; Eltern: ich kann ja die Verantwortung nicht übernehmen"; Jugendliche/r: "Mama und Papa haben ja eine Rechtsschutzversicherung, die soll gefälligst zahlen"), wo dann Hautabschürfungen konstatiert werden und ein Absicherungs-Röntgen gemacht wird. Und das geht dann in die Statistik ein.

Raufereien als Ursache für Verletzungen

Sind wir froh, daß es nicht Erfrierungen sind...

vlt. hat sich in all den jahren ja der sprachgebrauch geändert, aber als ich ein kind war, hatte raufen nichts mit gewalt zu tun

das war eine spielerische rangelei, ein lustiges kräftemessen mit freunden und geschwistern, das letzte was man wollte, war dem gegenüber schmerzen zuzufügen oder ihm zu schaden

Spielerische Rangelei, die mit Körperverletzung endete.

Ein blaues Aug´ ist, war, und bleibt eben immer eine Körperverletzung.
Was daran erstrebenswert sein soll entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen.

Man wollte es nicht, passiert ist es aber genauso. Wer kennt nicht das berühmte "bis einer weint"?

Heute wird nur alles dramatisiert und hochgekocht. Jede Schramme ist gleich Ausdruck eines gesellschaftlichen Problems und kommt flux in die Kriminalstatistik.

Ich bin bei solchen Artikeln immer skeptisch und finde, dass da nur wieder die übliche "only bad news are good news" der Journalie zum Tragen kommt. Eine reißerische Überschrift zu einer AUVA-Statistik, die sonst kaum jemanden interessieren würde. Der Standard unterscheidet sich da kaum von der Krone.

Kann schon sein. Bei uns ist einmal einer im Rahmen so einer Ranggelei unter Freunden mit dem Kopf an einer Kante angekommen, da blutet's halt schnell einmal. Muss also nicht beabsichtigt sein, die Gewalt ;)

Falscher Schluss ! Die Verletzung war nicht beabsichtigt. Die vorangegangene Gewalt schon.

gott, sind sie erwachsen....

in dem artikel gehts aber um kinder. alles klar?!

Mein Gott bist du kindisch !

Es geht um Verletzungen.

die kinder kindern zufügen.

bei kinderspielen.
aber das ist für einen so reifen menschen wie sie wahrscheinlich bereits zu komplex. weil, wie der typische österreicher, waren sie ja nie ein kind....

Ist auch heute noch so, keine Sorge.

Schulsport!

Weil ja Schulsport so wichtig ist, um von Olympischen Spielen künftig wieder mindestens zwei Bronzemedaillen heimtragen zu dürfen, werde ich hoffentlich viele rote Stricherln kriegen, aber ich möchte doch feststellen: Vom - durchaus praktizierten - Raufen in der Schule hat von meinen Söhnen keiner einen ernstzunehmenden Schaden davongetragen, vom wohlgeregelten und -beaufsichtigten "Turnunterricht" dagegen sehr wohl!
Schluß also: Viel mehr raufen!

beim turnunterricht lernt man neues, geht also auch an/über seine grenzen, die bei neuem ja recht niedrig sind, und da entstehen leichter verletzungen.
beim raufen bzw balgen geht man nicht ans limit sondern handelt intrinsisch und hat somit alles weit besser unter kontrolle. wenn man dabei ans limit geht um den superschwitzkasten aus dem letzten bud spencer film auszuprobieren, dann passieren durchaus beim raufen auch verletzungen.

also wir haben auch sehr gerne in der schule gerauft... und ich möchte es nicht missen. wichtig wäre die kompetenz für lehrer zwischen spaß und ernst zu unterscheiden und dann einzugreifen und nicht davor.

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