Raufereien als Ursache für Verletzungen

  • Den Weg zur Schule sollten Eltern mit ihren Kindern gemeinsam auswählen und üben.
    foto: apa/patrick pleul

    Den Weg zur Schule sollten Eltern mit ihren Kindern gemeinsam auswählen und üben.

Fast 50.000 Schüler verletzten sich im vergangenen Schuljahr - AUVA gibt Tipps zur Unfallvermeidung

Wien - Beim Turnen und beim Raufen verletzen sich Kinder am häufigsten. Aber auch im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu vermeidbaren Unfällen. Experten der AUVA raten den Eltern, ihre Vorbildfunktion wahr zu nehmen und Kinder nicht als kleine Erwachsene zu sehen.

Insgesamt gingen bisher für das vergangene Schuljahr (2011/12) 47.544 Schadensmeldungen aus ganz Österreich bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ein. Mit 15.444 Unfällen führen die Hauptschulen die Statistik an, gefolgt von den AHS mit 10.320 und den Volksschulen mit 10.140 Unfällen.

Besonders oft verletzen sich die Schüler im Turnsaal, 13.194 taten sich beim Ballspielen weh, 4.612 bei anderen Turnübungen und 3.699 zogen sich Verletzungen auf der Skipiste zu. Meistens handelte es sich dabei jedoch um kleinere Verletzungen. Schwerwiegender ist die Gewalt unter Jugendlichen: Raufereien sind immer wieder eine Ursache für Verletzungen in der Schule, fast 6.000 derartige Schadensfälle wurden der AUVA im letzten Schuljahr gemeldet.

Überschätzte Wahrnehmung

Auch im Straßenverkehr kommen Kinder immer wieder zu Schaden. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Schuljahr 1.696 Wegunfälle, zwei Schüler kamen ums Leben. Der Grund liegt darin, dass Erwachsene die Wahrnehmung von Kindern überschätzen: Kinder haben ein eingeschränktes Gesichtsfeld, sie können mehrere Informationen nicht gleichzeitig verarbeiten, etwa mit einem Freund sprechen und auf ein herannahendes Fahrzeug achten. Außerdem können Kinder allein durch ihre Größe den Verkehr nicht richtig überblicken. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, daran sollten wir als Eltern und vor allem Verkehrsteilnehmer denken", sagt Georg Effenberger, stellvertretender Leiter der Präventionsabteilung der AUVA.

Der Präventionsexperte empfiehlt Eltern den Schulweg mit den Kindern gemeinsam auszuwählen und zu üben. Zusammen mit den Schulen in den Bundesländern werden Schulwegpläne erarbeitet. Darin ist der sicherste Weg zur Schule für die Kleinen dargestellt, die Gefahrenstellen sind besonders markiert. Bei schlechter Witterung sollen Kinder mit gut sichtbarer Kleidung auf den Schulweg geschickt werden. Sichtbarkeit ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor. (red, 24.8.2012)

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