Der Heimatverliebte

23. August 2012, 17:29
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Stellt man sich eine TV-Diskussion zwischen FPKlern und Waldner vor, hört man die Rettung kommen

Keine Ahnung, ob auf der mit Neuwahlverhinderung befassten Kärntner FPK-Titanic noch Zeit blieb, den "ZiB 2"-Auftritt von Neokontrahent Wolfgang Waldner nach grimmigen Kampfansagen zu durchleuchten. Hier jedenfalls wurde das Interview mit allen Instrumenten der Deutungskunst analysiert. Doch weder konventionelles Betrachten noch das Abspielen des Auftritts in Zeitlupe oder Zeitraffer (mit und ohne Ton) oder das gleichzeitige Abhören auf drei TV-Schirmen führte zu Erkenntnissen.

Ja, selbst das Rückwärtsabspielen (in Normaltempo, beschleunigt oder sehr langsam) förderte keinerlei Hinweise zutage, dass hinter dem rührigen Reisediplomaten, der bisher Staatssekretär im Außenamt war, etwas anderes schlummert als ein rühriger Reisediplomat, der versucht, sich selbst von seiner Liebe zu Kärnten zu überzeugen. Womöglich ist es ja tatsächlich so, wie Erhard Busek in der "ZiB 24" vermutete - dass es nämlich heilsam wäre, würde in Kärnten mit Waldner jener internationale ÖVP-Tonfall einziehen, der auch US-Ministerin Hillary Clinton und die Uno bezirzt haben mag.

Stellt man sich allerdings eine TV-Diskussion zwischen FPKlern und Waldner vor, hört man vorerst nur die Rettung kommen. Es könnte sich ja erweisen, dass mit Waldner ein Parteisynchronschwimmer mit weißer Fahne in den Diskussionsring steigt, um regelallergische Politwrestler zu bändigen, die gerne auch auf Schiedsrichtern herumhüpfen.

Man mag sich jedoch (angesichts des samtigen TV-Einstands) irren. Immerhin wurde dem designierten Landesrat von weisen Parteifreuden zur Begrüßung ein Kärntner Hufeisen geschenkt, das seine härtende Kraft erst entfalten wird. (Ljubiša Tošic, DER STANDARD, 24.8.2012)

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