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Wien/Wiener Neustadt - Ein Klick von Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (VP), und eine rote Linie erschien auf dem Bildschirm. So visualisierten die Wissenschafter am Kernforschungszentrum Cern nahe Genf den Teilchenstrahl, als Pröll ihnen Ende März dieses Jahres einen Besuch abstattete. Der Grund für seine Visite: Das Krebsforschungs- und Therapiezentrum Medaustron, das derzeit in Wiener Neustadt errichtet wird, arbeitet mit Technologie des Cern.
Ungeklärte Frage der Behandlungskosten
Die Kooperation zwischen dem Forschungszentrum und dem Land Niederösterreich wurde am Donnerstag um fünf Jahre bis Ende 2017 verlängert. Pröll verkündete anlässlich der Vertragsunterzeichnung, dass auch das Projekt Medaustron "auf Schiene" sei. 150 Millionen Euro habe das Land bereits investiert, 50 weitere Millionen sollen folgen. Der Rechnungshof kritisierte in einem Bericht freilich schon lange vor Baubeginn, dass das Risiko für das Land sehr hoch sei - unter anderem sei nicht geklärt, ob die Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen wird.
Medizinisches Prestigeprojekt
In Niederösterreich geht man unbeirrt an die Umsetzung des medizinischen Prestigeprojekts. Im Dezember soll der erste Strahl mittels des am Cern entwickelten Teilchenbeschleunigers in Wiener Neustadt auf die Reise geschickt werden. Den Aufbau der Anlage bereiten 50 Mitarbeiter von Medaustron in der Schweiz vor.
Ab Ende 2015 sollen dann die ersten Krebspatienten im Probebetrieb bestrahlt werden. Im Vollausbau, voraussichtlich ab 2020, sollen es bis zu 1400 pro Jahr sein, sagte Aufsichtsratsvorsitzender und VP-NÖ-Klubobmann Klaus Schneeberger. (APA/hei, DER STANDARD, 24.8.2012)
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..... zu behaupten, dass das Land Niederösterreich Millionen in die Forschung bei Medaustron steckt, obwohl das Land außer der Seuchenabgabe nicht über wirklich substanzielle Steuereinnahmen verfügt und diese Einnahmen auch politisch nicht verantworten muss, ist kühn. Noch kühner ist, dass Personen wie ein Herr Schneeberger den Aufsichtsratsvoritz eines deratigen Unterfangens belegen. Das schlägt ja den Skylink-Fall noch um Längen! Einfach erschütternd, wenn Einfalt auf High-Tech trifft.
Hat für mich einen recht negativen Beigeschmack, als würde das Teil keinen Nutzen haben und nur Geld kosten.
Dabei geht es um eine Behandlungsmethode, die bisher zum Tode verurteilten Patienten mit ungünstig gelegenen Tumoren das Leben retten wird. Gegen so etwas Stimmung zu machen finde ich daher würdelos und hoffe dass die Wortwahl nicht mit dieser Absicht getroffen wurde.
und der weg ist in diesem fall ein reines politisches prestigeprojekt .. wäre es diversen politischen gönnern nicht gefällig, würde es weder unterstützt, noch gebaut werden, egal wie nützlich es wäre ..
aber so etwas lässt sich gut politisch vermarkten ..
um es deutlich zu sagen - wenn onkel erwin das projekt nicht gefallen würde, würde es nicht gebaut werden .. das projekt ist damit eine reine politische gefälligkeit ..
was die övp von physikalischer grundlagenforschung hält, hat herr hahn bereits ausreichend zur schau gestellt ..
Bislang steht in Wr. Neustadt nur ein leeres Gebäude.
Siemens hat in Kiel einen Beschleuniger hingestellt und gleich wieder abgerissen, offiziell weil zuwenig Profit in Aussicht stand. Da er nicht verkauft wurde, darf bezweifelt werden ob er funktioniert hätte:
http://www.ndr.de/regional/... um101.html
Die Kooperation mit dem CERN gibt zwar Hoffnung, aber warten wir lieber ab was die Pröll Haberer 2015 daraus gemacht haben.
bei einer 20 jährigen refinanzierungsphase, ohne zinsen und ohne betriebskosten. ich rechne jetzt nur linear was 20x1400 = 28000 patienten zahlen müssten: das wären bei 200 mio € gebrochen durch 28000, immerhin 7.143€. mit zinsen und betriebskosten käme das ding wohl auf eher 10.000€ pro behandelter person (das wären um die 100 mio betriebskosten in 20 jahren, was eher am unteren ende der tatsächlichen betriebskosten ist).
wenn die krankenkassen nicht mitspielen, dann wirds nicht einfach, das zu stemmen.
Ich bin selbst im Bereich der Strahlentherapie tätig und ich kann Ihnen sagen dass 10.000€ für eine derartige Behandlung noch sehr billig sind.
Eine konventionelle Strahlentherapie befindet sich finanziell bereits im bereich von 7.000€.
ausserdem kosten zb bypass-operationen gut und gerne das zehnfache, krebsmedikamente sind auch sauteuer. selbst wenn die angelegenheit 20.000€ kosten sollte, wenn die krankenkasse einen teil übernimmt und der patient ebenfalls einen teil zahlt, wieso nicht.
ich wollte in erster linie die relationen aufzeigen, über die man im artikel so schreibt. weil 200 millionen € für 1400 patienten pro jahr klingt zuerst mal nach extremer geldverschwendung.
Laut Rechnungshof sinds 20.000€ pro Patient inkl. Betriebskosten:
http://tinyurl.com/d8uxug8
Wobei ich das immer noch voll ok finde. Der RH kritisiert zwar, dass die SV weniger zahlt, aber da wird man sich schon einigen.
Ich wollte eher darauf aufmerksam machen, dass solche Projekte durchaus schon gescheitert sind. Dass Siemens einen funktionierenden Therapiebeschleuniger sofort wieder einstampft ohne zu versuchen mit Land/Bund zu verhandeln bzw. denen zu verkaufen, ist unrealistisch. Da muss etwas massiv schief gegangen sein, dass Siemens einfach so 380 Mio. € rückstellt und die Abrissfirma bestellt.
Daher soll man den Tag nicht vor dem Abend loben. Bislang kenne ich kein NÖ Projekt, wo's nicht gekracht hätte.
ja, es muss zu einer einigung kommen, das ding ist notwendig. auch wenn mir eine amerikanisierung des gesundheitssystems zuwider ist, denke ich aber schon, das bei manchen sachen durchaus der patient auch gebeten werden kann, seinen beitrag zu leisten. immerhin ist das eine wirklich hochkomplexe anlage, die man nicht aufstellen würde, wenn es nicht erfolgversprechend wäre.
der von ihnen verlinkte artikel sagts eh, dieser krebspatient muss halt nach houston, wo der spaß 100.000€ kostet.
und wenn man die 200 mio betrachtet, da gabs schon ganz andere projekte, für die mehr geld in die hand genommen wurde, und wo wohl weniger rausgekommen ist. rein ökonomisch betrachtet...
Stimmt, wenn man bedenkt, dass in Houston nur eine Protonentherapieanlage steht, MedAustron aber zusätzlich die moderne Kohlenstoffionentherapie anbieten soll, klingt das sogar direkt günstig ;-)
Wobei ich das Projekt sowieso für sehr sinnvoll halte, denn 1400 Patienten sind drei Mal mehr als wir Verkehrstote im Jahr haben. Das kann ruhig etwas kosten, wenns am Ende funktioniert.
Wenn man die Versicherungszahler fair behandeln würde, sprich: Raucher, selbstverschuldet Fettleibige, etc... zahlen mehr, dagegen gesund lebende und Besserungswillige zahlen weniger, könnte man das vielleicht einfach aus den Beiträgen finanzieren.
Krebs ist eine Volkskrankheit und armen Menschen eine bestmögliche Therapie zu verweigern, während Alkoholiker trotz Arbeitsausfall die volle Rente beziehen und Raucher trotz selvstverschuldetem hohen Behandlungskostenrisiko nicht mehr berappen müssen ist einfach widerlich.
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