Integration: "Wir müssen bei der Bildung ansetzen"

  • Mangels Alternativen unterstützt die Caritas Schmied bei Bildungsprojekten.
    foto: apa/helmut fohringer

    Mangels Alternativen unterstützt die Caritas Schmied bei Bildungsprojekten.

  • Schmied: "Der Wohlstand eines Landes wird im Klassenzimmer entschieden".
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    Schmied: "Der Wohlstand eines Landes wird im Klassenzimmer entschieden".

  • Die Studie "Intergenerationale Bildungsmobilität" steht hier zum Download zur Verfügung.

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Unterrichtsministerin erhofft sich durch Ganztagsschulen mehr Chancengleichheit

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) machte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit Caritas-Direktor Michael Landau darauf aufmerksam, dass das Bildungsniveau und Bildungserfolge immer vom Einkommen der Eltern abhängig sind. Dies gelte insbesondere auch für Familien mit Migrationshintergrund, so Schmied. Als "zentrales Zukunftsprojekt" im Hinblick auf die Integratin nannte sie dabei den Ausbau ganztägiger Schulformen.

Kooperationsprojekte

Gemeinsam mit der Caritas habe ihr Ministerium in den Bereichen Sprachförderung, Kunst und Kultur bereits Projekte umgesetzt, die Nachteile kompensieren sollen. Dazu gehörten etwa Lerncafés für Schüler, deren Eltern ihnen nicht bei den Hausaufgaben oder beim Lernen helfen können oder wollen, sowie die "Parkschule", bei der Schulabbrecher betreut werden.

Im Hinblick auf die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund soll auch das Kulturprogramm Brunnenpassage unter dem Motto "Kunst für alle!" zur Bewusstseinsbildung und Stärkung von Toleranz führen. "Wer Armut erfolgreich bekämpfen will, muss nicht zuletzt bei der Bildung ansetzen", begründet Landau das Engagement der Caritas bei Bildungsprojekten. Allerdings springe die Caritas in diesen Bereichen nur mangels Alternativen ein: "Ziel muss es aber sein, dass das in der Schule stattfindet."

Bildung wird vererbt

Landau betonte zudem, dass Bildung in Österreich nach wie vor "vererbt" werde: "Manche Kinder sind beim Bildungswettlauf 100 Meter hinter der Startlinie." Auch diverse Studien würden zeigen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen den erreichten Bildungsabschlüssen der Kinder und dem Bildungsniveau ihrer Eltern gebe.

Laut einer Untersuchung der Statistik Austria aus dem Jahr 2011 erreichen nur fünf Prozent der 15- bis 34-Jährigen einen akademischen Bildungsabschluss, wenn ihre Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. Ein Drittel dieser jungen Menschen schließt selbst auch keine weiterführende Schul- oder sonstige Ausbildung ab.

Bildungschancen abhängig vom Einkommen der Eltern

Die Bildungschancen von Kindern seien auch von der Höhe des Einkommens ihrer Eltern abhängig. Eine Studie des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung aus dem Jahr 2009 zeigt, dass 13 Prozent der Kinder in der 4. Klasse Gymnasium aus Familien stammen, deren Haushaltseinkommen weniger als 1.500 Euro netto beträgt. Der Anteil von Kindern aus Familien mit einem Haushaltseinkommen von über 2.400 Euro in derselben Klasse beträgt im Vergleich 56 Prozent.

Sozialer Aufstieg durch Bildung

Dabei steigt das Risiko arbeitslos zu werden mit geringerer Ausbildung deutlich an. Wirtschaftswachstum und Wohlstand hängen laut der Studie auch vom Bildungsniveau der Bevölkerung ab: "Der Wohlstand eines Landes wird im Klassenzimmer entschieden", erklärte Schmied.

Schmied wies darauf hin, dass für den Bildungs- und Berufserfolg nicht ausschließlich und unbedingt die Höhe des Abschlusses entscheidend sei. Eine ebenso große Rolle würden Freude und Interesse spielen, denn, so die Ministerin: "Nur was man gerne macht, macht man gut."

Bildung als Schlüssel

Generell ist für Schmied und Landau "Bildung ein Schlüssel für gelingende Integration und sozialen Aufstieg". 45 Prozent der Kinder in Wien hätten eine andere Muttersprache als Deutsch. Schmied betonte, dass diese Kinder zu "unserem Land" gehören und in einigen Jahren "die Geschicke unseres Landes mitbestimmen" werden. (Lisa Winter, derStandard.at, 23.8.2012)

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