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vergrößern 500x339"Olympia soll nicht sechs Wochen vor den Spielen im Kopf beginnen"
Wien - Es ist nicht so, dass Tennispräsident Ronald Leitgeb das politische Spielchen von Schuldzuweisungen nach den medaillenlosen Spielen von London mitmachen möchte. Aber er sagt schon, dass sein Verband, also der ÖTV, der erste sei, "der seine Hausaufgaben erledigt. Das muss die Konsequenz aus der Enttäuschung sein." Rein prinzipiell wäre der Sport am besten im Unterrichtsministerium aufgehoben. "Weil er wie Kunst und Kultur zur Bildung gehört." Momentan hat ihn die Landesverteidigung, zur Gesundheit würde er auch irgendwie passen, jedenfalls besser als zum Außenministerium.
Leitgeb hält Hof. Es war Pech, dass Stunden davor vier Einheimische gleich in der ersten Qualifikationsrunde für die US Open in New York gescheitert sind und Jürgen Melzer von John Isner an anderer Stelle deklassiert wurde. Wobei das Debakel in London schon schlimmer war. Lediglich das Doppel Melzer und Alex Peya konnte in Wimbledon ein Match gewinnen. Tamira Paszek, so ihr Manager Leitgeb, sei ein Nervenbündel gewesen. "Sie wurde mit dem Ambiente nicht fertig, war zu überwältigt von der Eröffnungsfeier, dem Druck, sogar der Bundeskanzler schaute zu."
Soll heißen? "Die Olympischen Spiele werden für Tennisprofis immer wichtiger, sind das fünfte Grand Slam geworden. Oder fast noch mehr." Der kleine Maxi, die süße Mimi werden ihre Ziele ändern. "Ich will Olympiasieger werden" ersetzt "Ich will Wimbledon gewinnen", besonders Kühne wollen vielleicht sogar beides.
Und der ÖTV will 2016 in Rio konkurrenzfähig sei. Sportdirektor Clemens Trimmel hat ein Konzept ausgearbeitet, "um die Leute zu rekrutieren und zu unterstützen". Leitgeb: "Olympia soll nicht erst sechs Wochen davor im Kopf beginnen."
Es wird ein (unsichtbarer) Fördertopf hingestellt, der ab 2013 gefüllt werden soll. Mit Geld. Noch ist er leer. Sponsoren und Mäzene, eventuell auch die Politik, sollen investieren, rund 100.000 Euro pro Jahr wären nett.
Davon profitieren sollen die üblichen Verdächtigen, jeweils fünf Damen und Herren. "Die Namen und die Zahl sind nicht in Stein gemeißelt", sagt Trimmel. Aber einige sind gefallen, Paszek, Patricia Mayr-Achleitner, Barbara Haas, Karoline Kurz, Andreas Haider-Maurer, Dominic Thiem und Maximilian Neuchrist. Melzer könnte seine Karriere bis Rio bereits beendet haben, und als 35-jähriger Pensionist passt er sicher nicht in den Topf.
Das Geld, sofern vorhanden, wird nach einem genau festgelegten Schlüssel verteilt. Vordefinierte und messbare Ziele (Verbesserung der Technik, Steigerung in der Rangliste) müssen erfüllt werden. Der ÖTV bietet Kurse bei Spitzen-Coaches an, Mentaltrainings und mediale Schulungen gehören auch zum Programm. Leitgeb legt darauf Wert, "dass es keine Gießkanne ist. Wer die Ziele verfehlt, fliegt raus, alles ist transparent. Wer seine täglichen Hausaufgaben nicht macht, kommt gar nicht rein. Es ist eine Pyramide, die schmäler wird. Wir beurteilen die Sportler genau. Wer es nach Rio schafft, bekommt einen Bonus." Spitzensport sei kein Paradies. "Es ist Leistungsgesellschaft pur."
Und dann wird London doch noch aufgearbeitet, von einer täglichen Turnstunde hält der Präsident wenig. "Eine tägliche Bewegungsstunde ist wichtiger. Das gilt auch für erwachsene Menschen. Manche Leute haben Scheu vor den Garderoben." Im Spitzensport, der mit der Breite wirklich nur am Rande zu tun hat, "zählen die Eltern und die Qualität der Trainer. Das Scouting ist gar nicht das große Problem." In Österreich gibt's 3500 staatlich geprüfte Tenniscoaches. "Es wird eine Aufgabe sein, die wirklich guten zu finden. Bälle im Kübel auf den Platz tragen ist zu wenig."
Der Topf harrt der Füllung. Leitgeb: "Dass wir in Rio etwas erreichen oder überhaupt dabei sind, ist natürlich nicht garantiert." Vielleicht hat der kleine Maxi, hat die süße Mimi etwas anderes vor. Oder es gibt sie einfach nicht. (Christian Hackl, DER STANDARD - 24.8. 2012)
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Eins zu zwei würde er eine neue Zwillings-Ausbildungstrategie ausbaldowern und unsere geschundene Tennisseele wieder heilen!
Leitgeb sehe ich eher als Chef-Inspektor der Tennisschiedstrichterei in Austria!
Rotscher Come On! Bring unsere Jungs und Mädels wieder auf Court statt auf den Heurigen!
ich denke, dem leitgeb wird bei den vielen postern unrecht getan. er will geld mit dem ziel von olympiamedaillen konkret und transparent einsetzen. und vermutlich wird ihm dies gelingen, da auch der fördertopf nicht allzu groß ist. wo ist das problem? ich finde es OK. ob schon in rio medaillen dazukommen, sollte nicht das ziel sein. die tendenz eines besseren abschneidens sollte erkennbar sein. dem muster nachjammern find ich leidig. wer weiß was die zukunft bringt? vielleicht ein federer, vielleicht "nur" ein weiterer melzer?
aber so geht's doch sehr vielen (fast allen) sportzweigen, nicht?
bei den augenfälligen groben versäumnissen in der kinder-förderung in vielen ausgelaugten sportvereinen, da darf sich doch niemand wundern - wenn leute wie king leitgeb und co keine bessere bilanz ziehen können
wenn die sportförderung an den vielen kleinen sportvereinen vorbeigeht, dann wird der österr. spitzensport wohl weiterhin rasant an bedeutung verlieren, dank den obergurus in den bundesfachverbänden
den "bettlerjob" in den vereinen wollen immer weniger menschen ausfüllen, demnach ist eine extreme abflachung in der vereinslandschaft bereits vorprogrammiert
und die gesamte sportlast den eltern aufzuhalsen kann wohl nicht der ausweg aus dem desaster sein
Hr. Leitgeb hat in Kärnten nichts weitergebracht und wird auch in Österreich nichts weiterbringen. Der Mann kassiert nur und sonst nichts . Seit Jahren geht im österr. Tennis nichts. Die Musterzeiten sind vorbei.
Bleiben Sie bei der Schickimicki Szene am Wörthersee, Ihre Expertenzeit ist vorbei!! Game over.
Tennisolympiasieger kann man nicht züchten. Das Geld kann man sich sparen.
Und schon wieder wird dieses Olympia-Turnier völlig überbewertet. 5. GrandSlam? Einfach nur lächerlich. Die Oestereicher und auch die Schweizer sollen dafür sorgen, dass man an Olympischen Winterspielen Medaillen holt. Dort wo es auch reelle Chancen gibt.
Mein Gott, Leitgeb will doch nur an öffentliches Geld für das Tennis kommen, da ist doch egal ob er Olympia als Vorwand nimmt. Jedem Tennisfan ist doch klar, dass ein Grand Slam Titel weit mehr zählt. Leitgeb ist sicher auch bekannt, dass es unmöglich ist, Tennisspieler vier Jahre lang auf Olympia vorzubereiten, wie das bei Leichtathleten geschieht. Aber der Zweck heiligt die Mittel, es muß viel mehr Geld in das Tennis fliesen.
Sorry, aber ein olympisches Tennisturnier kommt alle 4 Jahre. EIN Turnier. Und wie man dieses Mal gesehen hat, überträgt der ORF dann mal einen halben Satz vom Finale (wenn's gut geht).
Mit Verlaub, dafür lohnt sich der Aufbau nicht. Es wäre ehrlicher und vernünftiger generell den Tennis-Nachwuchs zu fördern. Ob dann bei Olympia was rausschaut, ist mehr oder minder Zufall, wenn man nicht mindestens einen Top 10-Spieler im Land hat.
das eine wird mit dem anderen hand in hand gehen. ich halte es schon vernünftig, eine struktur zu schaffen um talente gezielt zu fördern, zumal es sich um einen breitensport handelt wo genügend potential da ist. der hype entsteht automatisch sobald heimische sportler erfolgreich sind, ich erinnere an die zeit von muster, skoff und antonitsch. da waren die tennisplätze der nation dauervoll und die vereine hatten wartelisten. damals wurde mangels strukturen eine große chance verpasst.
Und wenn's bei Olympia dann nicht hinhaut, obwohl vielleicht dann zu dem Zeitpunkt 3 Spieler in den Top 50 sind, hat die Förderung dann versagt?
Meine Kritik zielt primär dahin, dass die Olympischen Spiele als Ziel ausgegeben werden in einem Sport, der damit nur höchstens peripher zu tun hat. Das riecht einfach nach Populismus.
Es wird ja nicht so sein, dass ein Spieler, den man in Hinblick auf die Olympischen Spiele aufbaut, dann nur bei den Olympischen Spielen erfolgreich spielt und bei anderen Turnieren keinen Ball trifft.
Das olympische Tennisturnier ist ein normales Tennisturnier, das nicht eine ganz spezielle Vorbereitung erfordert, die sonst im Turniertennis nicht verwertbar wäre.
Das ist ein bisschen populistische Augenauswischerei vom OetV. Wenn das in einem Sport passiert, in dem die Olympischen Spiele das NonplusUltra in puncto Medienpraesenz, Aufmerksamkeit, Prestige, etc... sind (zB Kanu, Mountainbike, Schiessen) dann versteh ich diese Initiative, aber bei Tennisspielern macht das fuer mich eher wenig Sinn, da das Olympische Turnier einfach nicht mit einem Grand Slam mithalten kann.
Aber, sie tun zumindest etwas und es muss ja nicht alles gleich schlecht sein, darum lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.
Viel Glueck, vielleicht kann es den einen oder anderen jungen Spieler ja doch extra motivieren oder auf die Spruenge helfen.
"Die Athleten erhalten Technik- und Taktikschulungen durch anerkannte Coaches, aber auch mentale Betreuung und Medienschulungen. Verteilt wird das Geld nach einem festgelegten Schlüssel, für das Erreichen der vordefinierten Ziele (u.a. Ranking, Steigerungen in Technik, Physis und Psyche) gibt es Punkte und letztlich Geld"
klingt sehr bürokratisch - aber was will man von einem verband schon anderes erwarten.
statt dass sie die vorhandenen talente in ihrem eigenen umfeld finanziell unterstützen, wollen sie ihnen natürlich gleich ein konzept aufs aug drücken.
Mayr-Achleitner, Haider-Maurer, Fischer, Oswald, Meusburger, Klaffner (die ist aber "erst" 22, aber auch seit Jahren im Niemandsland) => alles sogenannte "erkannte" Talente, die sich gar nicht oder äußerst selten in den Top 100 aufhalten.
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