Google Street View erkundet die Arktis

23. August 2012, 10:39
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Inuit-Dorf Cambridge Bay soll online erforschbar werden

Google hat mit großen Dreirädern begonnen, Street-View-Aufnahmen von Cambridge Bay zu erstellen. Das berichtet das Unternehmen im hauseigenen Blog.

Abgeschiedenheit und Kälte

Die ist insofern interessant, als die 1.500 Einwohner zählende Inuit-Siedlung über dem Polarkreis in Kanadas nördlichstem Bundesstaat Nunavut in totaler Abgeschiedenheit liegt. Zu den größeren Nachbarn zählt die Kleinstadt Yellowknife, die 850 Kilometer Luftlinie entfernt ist. Autobesitzer gibt es in dem Dorf laut der "New York Times" keine.

Zur Hauptstadt Ottawa sind es mehr als 3.100 Kilometer. Cambridge Bay, das in der Sprache der Inuit "Iqaluktuuttiaq" genannt wird, ist der größte Stopp für Forschungsschiffe, die die Nordwest-Passage des Arktischen Ozeans durchqueren. Die monatliche Durchschnittstemperatur wird mit -14 Grad Celsius angegeben, in den Wintermonaten liegt sie bei -30 Grad.

Google startet Schulungsprogramm

Obwohl der Ort nur über wenige Straßen und Gebäude verfügt, wird es Monate dauern, bis die Eingliederung in Street View vollständig ist. Google will Einwohner ausbilden, um mit ihrer Hilfe auch andere Communitys zu erfassen. In einem "Map up"-Event wurde den Teilnehmern erklärt, wie sie Straßen, Gebäude und topografische Merkmale auf Google Maps hinzufügen.

Street View als Kulturintiative

Der Ausflug in den Norden geht auf die Initiative des Cambridge-Bay-Bewohners Chris Kalluk zurück. Er hofft, die Region und ihre Kultur einem breiteren Publikum zugänglich machen zu können. Kalluk engagiert sich bei der NGO Nunavut Tunngavik. (gpi, derStandard.at, 23.8.2012)

  • Google-Dreiräder sind seit kurzem im arktischen Dorf Cambridge Bay unterwegs.
    foto: google

    Google-Dreiräder sind seit kurzem im arktischen Dorf Cambridge Bay unterwegs.

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