Juncker bringt Zuckerbrot und Peitsche

23. August 2012, 08:23

Eurogruppenchef bleibt dabei: Kein Austritt aus der Eurozone, dafür noch mehr Bemühungen, die Griechenland auch verspricht

Athen - Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone abermals energisch zurückgewiesen. "Ich möchte sagen, dass ich absolut dagegen bin, dass Griechenland aus der Eurozone austritt", sagte Juncker am Mittwoch in Athen nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras. Ein solcher Austritt würde die gesamte Währungsunion gefährden.

Griechenland in Glaubwürdigkeitskrise

Allerdings verlangte Juncker von Griechenland weitere Anstrengungen zur Bewältigung der hohen Verschuldung. "Die weitere Konsolidierung der öffentlichen Finanzen Griechenlands ist von absolut vorrangiger Bedeutung", sagte er. "Es ist die letzte Chance für Griechenland." "Robuste und glaubwürdige Schritte" seien notwendig. Außerdem müsse Athen bei Strukturreformen etwa am Arbeitsmarkt aktiver vorgehen. "Der Privatisierungsprozess, der versprochen wurde, muss neu gestartet werden." Mehrfach betonte Juncker, das Land leide unter einer Glaubwürdigkeitskrise.

Ministerpräsident Samaras will das neue Sparpaket "innerhalb der nächsten Wochen" unter Dach und Fach bringen, wie er nach dem Gespräch mit Juncker sagte. Samaras versicherte, sein Land werde trotz aller wirtschaftlichen Probleme alle mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Ziele erreichen. Die griechische Regierung hatte mit den Geldgebern vereinbart, ihre Ausgaben bis 2014 nochmals um rund 11,5 Milliarden Euro zu reduzieren. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte Samaras, er "garantiere persönlich" für die Rückzahlung der deutschen Hilfskredite, die weit mehr 100 Mrd. Euro ausmachen. Samaras will durch Privatisierungen innerhalb von vier Jahren insgesamt 30 Mrd. Euro einnehmen.

Mehrjährige Rezession als größtes Problem

Größtes Problem Griechenlands ist die mehrjährige Rezession, die Steuereinnahmen versiegen lässt und die Griechen in hoher Zahl in die Arbeitslosigkeit getrieben hat. Daher bitte die Regierung darum, dass es mit der Wirtschaft endlich wieder vorangehen könne, sagte Samaras. Er hatte bereits früher erklärt, sein Land brauche mehr Zeit bei der Umsetzung der verlangten Reformen, damit die Wirtschaft nicht noch weiter abgewürgt wird.

Deutsche Sozialdemokraten fordern mehr Entgegenkommen

Vor dem Deutschland-Besuch von Samaras drängt die SPD die deutsche Regierung zu mehr Entgegenkommen gegenüber Griechenland. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sprach sich in der "Frankfurter Rundschau" unter bestimmten Voraussetzungen für eine Streckung der griechischen Zahlungsziele aus: "Wenn das neue Konsolidierungsprogramm der Griechen plausibel und belastbar ist, wäre es doch nicht besonders klug, wegen einer Verlängerung des Zahlungsziels von zwölf Monaten alle Forderungen in den Wind zu schreiben", sagte Steinmeier. Seiner Einschätzung nach werde auch Kanzlerin Angela Merkel am Ende nachgeben.

Rösler lehnt Erleichterungen ab

Dagegen lehnte der deutsche Wirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler Erleichterungen beim Reformprogramm erneut ab. Gegenüber bild.de sagte er, neues Vertrauen in den Euro werde nur geschaffen, wenn sich alle an die Regeln hielten. "Das bedeutet auch: Wer fest vereinbarte Reformzusagen nicht einhält, kann keine weitere finanzielle Hilfe erwarten. Auch eine zeitliche Streckung, wie sie von der griechischen Regierung gefordert wird, hilft nicht weiter. Sie würde die Glaubwürdigkeit des Regelwerks schwächen."

Treffen von Merkel und Hollande

Merkel empfängt Samaras am Freitag in Berlin und stimmt sich am Abend davor mit Frankreichs Präsident Francois Hollande ab. Samaras hatte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung appelliert, die Laufzeit des Sparprogramms zu verlängern, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. "Alles, was wir wollen, ist ein wenig Luft zum Atmen", sagte Samaras. "Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld." (APA, 23.8.2012)

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juncker und all die anderen Satansakteure die interessen der Reichen bedienen wie Merkel schäuble barroso und viele mehr gehören alle ins gefägniss gesteckt ! weil sie ein system erhalten und verfolgen was denn volk immer ärmer macht und die reichen immer reicher und das auch wissentlich TUN !!

Deutschland sollte den Euro verlassen

je mehr zeit vergeht desto klarer wird, das Staaten wie Portugal, Italien, Spanien, Griechenland mit Deutschland nicht mithalten können. Deutschland spielt Wirtschaftlich und Steuertechnisch in einer anderen Liga. Je mehr bekannt wird, in welch eine Chaos sich diese Staaten befinden, wäre es kluger die Pleiteparty zu verlassen. Deutschland war ohne Euro besser dran und wird es auch mit der DM wieder sein. Lassen wir die kleinen (PIGS) ihren eigene Währung machen....den Pleite zu Pleite gesellt sich besser.

Gut wenn wir den parasitären neoliberalen Ausbeuterstaat endlich los sind.

Herren wie Junker beweisen eindrucksvoll, wie demokratisch Unlegitimierte mit Milliarden und damit mit der Zukunft nachfolgender Generationen selbstherrlich hantieren.

Sagt selbst von sich, dass er oft luegen "muss".

Ein bisschen Weitsicht wäre angebracht

Wenn ich mir die Postings hier durchlese, bin ich dann doch sehr froh, dass es keine direkte Demokratie gibt, sondern Politik (wenigstens auf dieser Ebene) von Menschen gemacht wird, die über den Tellerrand hinausschauen können.
Keine Frage, die Griechen haben Fehler gemacht und wahrscheinlich hätten sie auch nicht von Anfang an beim Euro dabei sein sollen. Aber jetzt einfach zu sagen: "Na dann hauen wir sie halt raus" ist entweder Wahlkampfgeplänkel (bei Rösler) oder kindische Trotzreaktion à la ("mag nicht teilen!").
Man stelle sich doch bitte einmal vor, was das jeweils für Österreich, Europa und die Welt bedeuten würde, wenn die europäische Integration insgesamt scheitert. Wer das versteht kann unmöglich dieses Risiko eingehen wollen.

Europäische Integration
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Wahrscheinlich hast du an die europäische Integration auch schon geglaubt, bevor du es 10x gelesen hast. Jede Wette.

was das jeweils für Österreich, Europa und die Welt bedeuten würde

nix..rein garnix würde passieren..Griechenland der Würstchenstaat kann sich mit einem Euro nie am leben erhalten. Entweder sie kapieren es nicht oder sie vertragen die hitze nicht. G hatte genug zeit um was zu ändern. Die hinhaltetaktik ist zu ende. Nichts wird G auf die Reihe bringen und das BIP das G erwrtschaftet ist nicht der Rede wert..das sind ja pinats.

hat bei Euch die Elterngeneration irgendeine bislang unentdeckte genetische Krankheit ?

Oder bist du gar nicht ausgebrochen und versuchst nur, die Meinung geschickt in unsere Richtung zu lenken, indem besonders blöde und hässliche Kommentare abgeschieden werden ?

Soziologisch interessant allemal ....

Die Lösung des Euro-Problems liegt in Berlin.

Aber die haben nicht mal im Ansatz begriffen, dass es sich um ein Leistungsbilanzproblem handelt. Und die von Berlin aufoktroyierte Sparagenda ist mit Pauken u. Trompeten gescheitert. Sein wir froh, wenn der Euro scheitert. Die Mitglieder sind dann wieder Souverän in ihren wirtschafts- u. finanzpolitischen Entscheidungen und können sich langsam sanieren. Das das die Deutschen nicht freuen wird ist auch klar denn dann war die Agenda 2010 für die Katz und Europa spart sich die Agenda 2020 und durch den Fiskalpakt den Neoliberalismus in den Verfassungen.

eulen nach athen zu tragen

ein fass ohne boden , ein schiff das sinkt
die ratten ( millionäre ) haben längst das schiff verlassen

juncker

fummelt zwar prinzipiell allen leuten am rücken herum, aber in dem fall fummelt samaras zurück. im übrigen wollen sie damit andeuten, wir, die elite machen uns das schon unter uns aus, ihr, das blöde volk, gehts sch...

Zur Erinnerung: die letzten 8 letzten Chancen

22.4.2010 EU: Die Regierung in Athen sollte dies als eine letzte Chance sehen.
26.4.2010 Griechenlands letzte Chance
25.6.2011 EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark: „Griechenland erhält eine letzte Chance"
4.11.2011 Papandreou: die Beschlüsse des EU-Krisengipfels sind «letzte Chance» für Griechenland
23.11.2011 Griechische Notenbank sieht in der Erfüllung der EU-Verpflichtungen die letzte Chance in der Euro-Zone zu bleiben
12.5.2012 Nach dem erneuten Scheitern einer Regierungsbildung in Griechenland bleibt dem hoch verschuldeten Land eine letzte Chance.
20.5.2012 Juncker: Neuwahlen sind “letzte Chance” für die Griechen
27.7.2012 EU prüft letzte Chance für Griechenland - neuerlicher Schuldenschnitt

Griechenland und die anderen Staaten unterm Rettungsschirm bzw. die Eurozone haetten sich recht einfach retten lassen

wenn man die Notenpresse angeworfen haette, so wie in den USA, GB und Japan, anstatt dass die gesunden Laender extra Schulden machen um es dann an den EFSF zu ueberweisen damit der es dann an Griechenland, Irland und Portugal ueberweist.

Die Laender unterm Rettungschirm haetten die Zinsen an EZB/EFSF bezahlt und die anderen haetten an den Zinsen kassiert.

Stattdessen gehen jetzt alle pleite und die Spekulanten/Private machen ihre Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit.

Sagts einmal, kriege ich in diesem Forum nur noch rote Striche?

Das sind nunmal die Zusammenhaenge. Ich verstehe nicht warum die Lemminge hier so scharf auf den wirtschaflichen Suizid sind.

Wenn man schon mir nicht glauben will, vielleicht glauben die Leute ja der Financial Times und der Sueddeutschen:
http://mediathek.daserste.de/sendungen... uchstabe=P

In diesem Forum kannst du dich über rote Stricherl insoferne eher freuen, als dass du mit deiner Meinung wahrscheinlich schon richtig liegst.
Hier ist die Ablehnung von Euro, EU und Griechenland leider einfach in der Überzahl.

Im Die Presse Forum lese ich prinzipiell nur die rot bewerteten Kommentare.

A r m !

das ist hier

v. piefkonischen DM-Nostalgikern verseucht, die nicht klar denken koennen

DM-Nostalgiker glaub ich gar nicht so, es sind schon die Leute, die durch die Systemmedien (Bild & Co) auf den "Aussenfeind" zentriert werden, um nicht darüber nachzudenken, warum Harz4 in Wirklichkeit das Leben nicht erleichtert.

funktioniert aber

auch nur mit DM Nostalgie.

Oder der Frust, dass Deutschland letztendlich doch nur ein Land, wie jedes andere auch, unter anderen Ländern ist?

ja, ist aber

immer das gleiche Argument in einem anderen Gewand

Nicht ein Ausscheiden der Griechen gefährdet die Eurozone, sondern wenn weiterfinanziert wird, obwohl Vereinbarungen wieder einmal nicht eingehalten wurden.

http://www.meinbezirk.at/schoenkir... 24668.html

YouTube ist besser als Bezirkszeitung - großartig :-)

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