Touristin wird zum Opfer eines Rinder-Parasiten

26. August 2012, 20:33
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Die Larve einer Yak-Dasselfliege hatte sich in den Körper der Frau gegraben - Patientin wieder genesen

München - Von einer ungewöhnlichen Form des Parasitenbefalls berichten die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns: Zwar ist die Yak-Dasselfliege (Hypoderma sinense) ein bekannter Quälgeist, doch befällt sie ihrem Namen entsprechend in der Regel nur die zotteligen Rinder Zentralasiens. Nur sehr selten wird ein Mensch zum Opfer - genau das ist nun aber einer deutschen Tibet-Touristin passiert.

Die Frau klagte nach ihrer Rückkehr über starke Schmerzen und Schwellungen im Oberkörper, die sich später auf weitere Körperteile ausdehnten. Nach mehreren Monaten Leidenszeit konnte aus einer Hautschwellung eine weiße Made auf Druck entfernt werden; mittlerweile soll es der Patientin wieder gut gehen.Weil Verdacht auf eine Infektion durch eine parasitische Fliegenlarve bestand, schickte ihre Ärztin das Tier zur weiteren Identifikation an die Zoologische Staatssammlung München. Fliegen-Spezialist Dieter Doczkal konnten das Tier mittels genetischer Methoden als Larve von Hypoderma sinense identifizieren.

Eine Dasselfliege legt ihre Eier an den Haaren eines Wirtes  - vor allem Rinder, Pferde oder Schafe - ab, die Larve frisst sich im Bindegewebe des Opfers dann bis zum Rücken durch. Nach etwa einem halben Jahr verlässt die Larve den Wirt und verpuppt sich im Boden. Später schlüpft die fertige Fliege, die sich dann ihrerseits wieder einen neuen Wirt sucht. Auch in Mitteleuropa gibt solche parasitären Arten, darunter die Kleine und die Große Rinderdasselfliege. Auch diese befallen Menschen aber nur äußerst selten. (red, derStandard.at, 26. 8. 2012)

  • Plagegeist für Yaks und in ganz seltenen Fällen auch für Menschen: Die Yak-Dasselfliege.
 
    foto: zsm

    Plagegeist für Yaks und in ganz seltenen Fällen auch für Menschen: Die Yak-Dasselfliege.

     

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