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Ist das dies, ist das das ... könnte das nicht, das wäre aber, und so weiter und so fort.
Politiker sind doch feine Formulierer. Sie nennen den städtelnden Gärtner gerne einmal "den Menschen da draußen", rufen ihn "kleiner Mann" oder auch "der Mann von der Straße". Es sind aus Sicht der Politiker immer die anderen, von denen sie so sprechen.
Aber auch für die kleinen Männer da draußen auf der Straße besteht rege Nachfrage, speziell wenn sie Gartenkolumnen schreiben. Regelmäßig gibt der kleine Mann dann Autogramme, kritzelt "Professor Carl Friedrich Börne" auf T-Shirts oder gar Dekolletés und wundert sich schon lange nicht mehr über die Slips, die über den Gartenzaun hereingeflogen kommen - manchmal auch gesegelt, dann ist aber auch nicht mehr von Slips, sondern von schattenspendenden Unterwascheln die Rede.
Der Gartenkolumnist bekommt aber auch ganz andere Angebote quer durch den Zaun zugeraunt. Man weiß nichts Genaues, aber es geht die Mär im Bezirk, dass da einst eine Dame war, dass sehr leise gesprochen wurde, und letztendlich hätte der Kolumnist erstmals in seinem Leben echte Minze aus Kärnten in seinem Garten gehabt; braune Minze, so heißt die durchaus bezeichnenderweise. Das soll sich so vor etwa einem Jahr abgespielt haben, die Dame war angeblich im Frühjahr 2012 wieder da und hätte sich nach dem Wohlbefinden erkundigt, dem Wohlbefinden der Minze, wohlweislich. So soll sich das abgespielt haben, es ist bereits vom Mentha-Gate die Rede.
Es gibt aber auch Groupies, die höflich per E-Mail anfragen und um eine Gartenführung bitten - eine Flasche Schampus in Aussicht stellend. Als ob eine Flasche reichen würde. Der Kolumnist zickt dann ein wenig herum, gesteht seiner Frau die sich anbahnende Liaison zwischen Leserin und Schreiberling und holt sich das innerfamiliäre "Ist doch nett" ab.
Aber auch Groupies haben besorgte Mütter, "Einen Gärtner? Mon Dieu!", und nehmen Muttern zur Gartenführung mit, man weiß ja nie. Gott sei Dank steht in der Perlen-Reihe Nr. 270 "Die Gartenführung für die adrette Hausfrau" genau aufgelistet, wie man da vorzugehen hat. Höflich öffnet der Kolumnist das Gartentor, schüttelt freundlich zarte Frauenhände, nimmt den Champagner auf überrascht tuend entgegen und holt geschwind aus der Küche die dazupassenden Gläser.
Kaum ist er zurück, sieht er Groupie-Mutter und Groupie-Tochter bereits tief in den Garten vorgedrungen und ins fachliche Gespräch vertieft. Ist das dies, ist das das ... könnte das nicht, das wäre aber, und so weiter und so fort. Mit Adleraugen wird jede Pflanze erkannt, angesprochen, grundlegend diskutiert - nur der Gärtner selbst steht mit der Lade bei Fuß und den Sektflöten in der Hand im Hintergrund und staunt über das zügige Abarbeiten seines Gartens.
Es bleibt aber nicht bei Besprechungen, es wird auch von jeder Pflanze ein wenig gerupft, sofort gekostet und in Folge zum Beispiel französischer von russischem Estragon unterschieden. Kein Pflanz bleibt unverkostet, das Team scheint eingespielt und austrainiert. Es übernimmt die Führung und beginnt, dem Gärtner seinen Garten zu erklären.
Der setzt sich, sagt Prost und wendet sich dem Schampus zu, während die Groupie-Diade sich durch die Nachtkerzen kostet, den Basilikum rupft und von der Rose einen großzügig bemessenen Edelreiser abschneidet. Hoffentlich entdecken sie die Erdbeeren nicht. Der Kolumnist trinkt weiter, vernimmt noch ein "Na, mein Garten ist ganz anders, wissen Sie ..." und entschläft friedlich. Die nächste Gartenführung wird es erst wieder 2014 geben. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 24.8.2012)
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Trittpflanzen vertragen einiges. Nur wenn man sie in Beeten und Kübeln ansiedeln möchte, leisten sie Widerstand
die damen gaben sich als groupies aus, um den wahrheitsgehalt der kolumne und die expertise von herrn fauma empirisch zu überprüfen. der champagner sollte ihn gewogen machen und eine ungestörte prüfung ermöglichen. ein angemessenes mitbringsel. ganz schön listig, die beiden!
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