Salzburgs SPÖ will Partei-Sportverein loswerden

Thomas Neuhold
22. August 2012, 18:28

Nachdem die Finanzgebarung des Sportvereines Askö vom Rechnungshof zerpflückt wurde, wollen die Roten ihre Vorfeldorganisation ausschließen

Salzburg - Am 24. Mai dieses Jahres war die sozialdemokratische Sportwelt an der Salzach noch in Ordnung. Mit salbungsvollen Worten bedankte sich der für Sportfragen ressortzuständige Landesvize David Brenner (SPÖ) bei Franz Karner für dessen "engagierte und von zahlreichen Erfolgen gekrönte Arbeit". Karner hatte nach 15 Jahren die Landespräsidentschaft der "Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich (Askö) an Arbeiterkammer-Direktor Gerhard Schmidt übergeben.

Knapp drei Monate später wollen die Salzburger Sozialdemokraten ihre eigene Sportorganisation am liebsten nicht mehr kennen. Landeshauptfraustellvertreter Brenner fordert in einem ORF-Interview eine Statutenänderung in der SPÖ. In der Partei werde die Askö immer noch als Nebenorganisation geführt, dies will Brenner nun rasch abschaffen.

Falsch abgerechnet

Dass die noch vor wenigen Monaten hofierten roten Sportfunktionäre plötzlich die Schmuddelkinder der Partei sind, liegt an der - zumindest aufklärungsbedürftigen - Finanzgebarung beim Salzburger Landesverband. Im Mittelpunkt stehen dabei falsch abgerechnete öffentliche Förderungen. Der Verdacht, dass es in der Askö-Buchhaltung gewisse Ungereimtheiten gebe, ist im Rahmen von Sonderprüfungen durch den Landesrechnungshof und das Kontrollamt der Stadt Salzburg aufgetaucht.

So soll beispielsweise im Fall eines Askö-Gesundheitsprojektes ein und dieselbe Rechnung beim Land zwei Mal eingereicht worden sein. Einmal hat das Sport ressort 50.000 und einmal - auf Weisung von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) - die Gesundheitsabteilung des Landes 35.000 Euro überwiesen. Das Land, der Landesrechnungshof und das städtische Kontrollamt haben bereits Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Völlig überraschend kann die Askö-Affäre die sozialdemokratischen Spitzen übrigens nicht getroffen haben. Bereits 2010 hatte die Korruptionsstaatsanwaltschaft nach einer anonymen Anzeige wegen ungerechtfertigter Subventionen ermittelt; 2011 wurde die Askö von einer Wirtschaftsprüfungskanzlei unter die Lupe genommen. Beide Male verliefen die Untersuchungen allerdings ohne konkretes Ergebnis.

Das Land hat inzwischen auch einen vorläufigen Förderstopp verhängt. Das wohl auch unter dem Eindruck einer wochen langen Kampagne in den lokalen Kleinformaten von Salzburger Nachrichten und Kronen Zeitung. Genüsslich wurden dort Details aus den Kontrollberichten wie ein Maßanzug für den Präsidenten als Funktionärsbekleidung um 1200 Euro oder ein Golfurlaubsgutschein für Ex-Landesrat Othmar Raus (SPÖ) im Wert von 475 Euro breitgetreten.

Wahlkampf-Auflage

Die Grünen, die im Zuge des Skandals um die Bewerbung Salzburgs für die Winterspiele 2014 schon einmal mit einem Untersuchungsausschuss politisch punkten konnten, wollen ihren Erfolg von einst wiederholen. Sie werden Anfang Oktober im Landtag einen Askö-Ausschuss beantragen. Mit Blick auf die nahen Landtagswahlen 2014 wird in der ÖVP bereits überlegt, den Vorstoß der Grünen zu unterstützen. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 23.8.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 77
1 2 3
Entsorgung

das einzige was zu entsorgen wäre ist Herr Brenner, der in seiner Aufsichtsfunktion völlig versagt hat, eine Vorfeldorganisation so zu entsorgen ist jedenfalls eine totale politische Kapitulation

Kontrolle ? Fehlanzeige !

Irgendwer in Salzburg müßte ja kontrolliert haben !? Und auch die Förderungen des ASKÖ-Bundes müßte ja die ASKÖ Bundesorganisation kontrollieren. Für alles müßte es Beschlüsse geben - wenn die Unterlagen nicht vom Sekretär verloren wurden. Alle schnell verurteilen und sofort einsperren, aber: siehe Kartnig, Wallner, sie laufen alle noch frei herum ! Warum ?

Kartnig

Ist zumindest schon mal verurteilt...

Wann

ziehen FPOe/K, BZOe ... (unterstuetzt von den Maechtigsten) und OeVP nach und trennen sich von ihren Vorfeldorganisationen? Und die Unis sind total im Griff der "Freiheitlichen", der OeVP ...

keine öst. partei trennt sich freiwillig

von ihren vorfeldorganistionen...

da muss schon was vorfallen

Vorfallen?

Was ist mit der Justiz?: alle diese Vorfeldorg-en sind ja verfassungswidrig. Wie auch, dass Wirtschafts- und Arbeiterkammer, OeGB ... im Nationalrat sitzen: BK Gusenbauer hat die OeGB-leute aus dem NR genommen: wer hat sie wieder reingelassen?: die Narren: "Helau": "wollen wir sie reinlassen? ...

da rennens offene türen bei mir ein

gusenbauer hat auch die maroden spö-parteifinanzen in ordnung gebracht. aber ein mann der mit leggins joggen geht, dessen frisur mehr interesse weckte, hat halt in österreich wenig chancen...
die "wegnahme" des ögb im NR wurde ihm ja parteiintern nicht gerade hoch angerechnet.

was ist mit der justiz? klären sie mich bitte auf, welche vorfeldorganisationen und warum diese verfassungswidrig sind.

wann die fpö/övp nachziehen?
solang das nicht flächendeckend von einer partei umgesetzt wird, tut sich da überhaupt nix.

Vorfeldorg-en

Verfassungswidrig, weil es das Parteiprogramm beliebig, unendlich macht ... und das wollen wir ja nicht. Haider hat-s sogar mit den "Freiheitlichen" gemacht: er wollte in der Demokratie nicht mitspielen, daher hat er die Partei aufgeteilt in Regierungspartei(en) und Oppositionspartei(en) ... Juhu, wieder die Narren! Und der VfGH hat geschwiegen. Dabei ist der Beweis einfach: man muss nur die Geldstroeme an FPOe/K, BZOe ... verfolgen.

Sagt euch los - aber von welken Nelken!

Aber weniger von Fussballern oder irgendeinem Sportverein.
Vielmehr von solchen Menschen die sexistisches Gedankengut schüren und Männer nur als Zahlväter und Bankomaten betrachten.
" Väter müssen sich für gemeinsame Obsorge erst bewähren"

Der Maßanzug ist mir wurscht,

aber das von mir unten angeführte Sporthotel nervt österreichtypisch. Man versuche einmal die Gedankengänge des tollen Askö-Sbg-Präsi nachzuvollziehen:
Ich kauf mir privat eine Bauernhofbruchbude, mach mit mir als Askö-Präsi einen Baurechtsvertrag, lass den Askö ein Sporthotel draus machen, die Baubehörde macht da schon mit, wir kassieren 1 Millio öffentl. Förderung, der Rest kommt aus der Askö-Kassa bzw per Kredit, und in 30 Jahren wenn ich in der Pensi bin gehört alles mir weil der Baurechtsvertrag ausläuft. In der Zwischenzeit tun wir auf toll weil wir die Volksgesundheit fördern. Dass wir mit dem Hotel jedes Jahr ein betriebliches Minus einfahren ist Pech.

"..Maßanzug für den Präsidenten als Funktionärsbekleidung um 1200 Euro .."

..da fällt mir nur spontan der Qualtinger-Sager:
"Der Mensch is a Sau" ein........

das sagt er selbst dazu

http://www.salzburg.com/nachricht... hen-25672/

herrlich, oder?

"...Ich würde alles wieder genauso machen. Mir ist es egal, was Politiker und Medien über mich sagen. Was wir für die Bevölkerung erreicht haben, das ist mir viel wichtiger..."

..wie war nochmals das Wort dafür...?

"Berartungsresistent?";-)

...und bei 1.800,-- netto (samt ein paar "grindiger" Zulagen) da ist´s klar, dass man sich a) die Anzüge zahlen lässt und b) es Designeranzüge sein müssen!

...ein "nicht genugbekommender (roter) Bonze" wie er im Buch steht....

...eigentlich das perfekte Gegenteil zum schwarzen Industriellen... der ist genauso ungut...

aber noch weit entfernt von zig reitpferden und luxusautos :-))

... SPÖ will Partei-Sportverein loswerden ...

... nur die Schulden bleiben ... Lumpen wo man hinschaut.

Ja ja, der Filz, der Filz, der Filz...

.
....der verdammte rote Filz!
Wo doch die Baddei sich bei jeder Gelegenheit damit brüstet, um viel, viel besser, gerechter und anständiger sie doch wäre....

Besteht der einzige Unterschied etwa nur darin, noch eine Spur verlogener zu sein als die Anderen? Zumindest würde es erklären, warum bei roten Skandalen das, bei Verfehlungen anderer Parteien stets so gerne und mit größter Empörung vorgetragene, "...geh in Häfen!.." regelmäßig ausbleibt, hab ich Recht, meine lieben roten Posterfreunde?

ps. Ein rotes Stricherl zur Aussage dieses Beitrags käme wohl einem Schuldeingeständnis hinsichtlich roter Verlogenheit gleich. Vielleicht solltet ihr deshalb besser die Krot schlucken....
-

Rot...

...für versuchte Erpressung.

Grün...

... für das Eingeständnis der Verlogenheit ;)

...aber die rote Reichshälfte hat´s ja insofern ein wenig leichter als die Schwarzen,...

...weil medial alles fest in "Freundeshand" ist. Sprich:

(zumindest auf Bundesebene) wird weder die Krone, noch Österreich/Heute oder der Standard (und natürlich erst recht nicht: der ORF:-) den Genossen eine reinwürgen wollen.....

Diese Verbände müssen von der Partei weg

...es hat sich eingebürgert, dass namhafte Parteigranden Verbände/Vereine gründen, diese dann großteils mit öffentlichen Subventionen führen und dann mit der eigenen Partei nicht mehr viel zu tun haben möchten. Denn im Verein/Verband machen sie dann, was sie wollen.
Natürlich ohne die Partei aufgeben zu wollen, distanzieren sie sich von dieser, lassen sich aber in die höchsten Gremien wählen. Solche FunktionärInnen stehen gar nicht hinter der Partei und ihren Mitgliedern, sondern machen das nur, um ihren eigenen Machtanspruch zu erhalten.
Daher sage ich: Weg mit solchen Verbänden, raus mit solchen FunktionärInnen aus höchsten Parteigremien, denn sonst müssen Parteien für das büßen, was Vereine/Verbände verursacht haben.....

JA RICHTIG, aber ALLE, egal welche Farbe!

Österreichs Parteien haben das Land vereinnahmt

und sich in allen Bereichen durch eigene Organisationen, Vereine und Betriebe festgesetzt um (gegenüber anderen natürlich im Vorteil) fleissig Subventionen überall wo es geht abzukassieren. Das erfolgt nicht zufällig, sondern seit Jahrzehnten systematisch. Auf diese Weise hat die ÖVP bis heute überall ihre Finger mit drin um abzukassieren. Sie hat Einfluss auf Mitarbeiter, auf Klienten, können Jobs vergeben und vieles mehr. Und das Beste: das alles zahlen natürlich wir, die Steuerzahler. Und die Parteienorganisationnen haben natürlich überall einen Vorteil gegenüber privaten Hilfsoprganisationen. Die SPÖ ist nicht besser, die FPÖ holt auf und auch die Grünen werden immer "aktiver".

Die Sache mit dem Sportbauernhof ist schon wieder Ö-typisch

Kurz zusammengefasst:
Der Askö-Präsi kauft oberschlau für sich privat einen alten Bauernhof samt Riesengrund um ganze 55.000 EU.
Der Askö schließt mit ihm einen Baurechtsvertrag ab, zahlt dafür 16.000 EU/Jahr. Das Objekt wird um 2,5 Mio zu einem Sporthaus umgebaut, davon ca 1Mio an diversen öffentl. Förderungen, der Rest aus Vereinsgeldern.
Lt Baurechtsvertrag gehört nach 30 Jahren alles dem Präsi, zumindest bis jetzt hat der Betrieb alljährlich minus. Das hätte der Jungwirth auch zusammengebracht.

wäre das was für die leider schon überstrapazierte korruptionsstaatsanwaltschaft?

Glaub eher nicht, weil Askö wird ein Verein sein, (nehm ich an), jedenfalls erscheints mir zu polit/Verwaltungsfern für die KSTA

Posting 1 bis 25 von 77
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.