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vergrößern 800x600Der Ölpreis und die Konjunktur sind zwei Seiten einer Medaille. Brummt die Wirtschaft, steigt die Nachfrage nach dem schwarzen Gold und damit der Preis. Droht die Rezession, fällt der Preis.
Doch der Ölpreis hat auch ein Eigenleben. Geopolitische Unsicherheiten, Versorgungsengpässe und Liquidität können den Preis entkoppeln – wie aktuell. Zwar ist die Wirtschaftslage in Europa alles andere als berauschend, der ein Fass der Marke Brent kostet knapp 115 Dollar. Angesichts des Schwalls schlechter Nachrichten aus der Eurozone, etwa aus den schrumpfenden Peripheriestaaten und der stockenden Industrie auch in Kerneuropa, verwundert die Stärke des Ölpreises.
James Hamilton, der renommierte Ökonom, würde noch weiter gehen, und warnen. Seine These: Der starke Ölpreisanstieg 2008 hat die Wirtschaftskrise mit ausgelöst. Denn wenn Ölpreisschocks eine Wirtschaft erschüttern, führe das zwangsläufig zu einem Rückgang des Konsums und der Investition und destabilisiere die Wirtschaft.
Die aktuelle Lage ist recht eindeutig (siehe Grafik). Der Ölpreis ist deutlich höher, als es die zugrunde liegende Wirtschaftsdynamik nahe legen würde. Im Vergleich zu den Vorlaufindikatoren der Wirtschaft in den USA und der Eurozone ist Öl schon sehr weit gelaufen.*
Woher kommt diese Spreizung zwischen Konjunktur und Ölpreis? Es ist wohl die Hoffnung. "Die Hoffnung, dass die EZB mit der Unterstützung von Angela Merkel, einen Weg findet, um Anleihen der Peripherie zu kaufen, treibt die Stimmung an den Märkten weiter an. Wir wissen bis zum 6. September nicht, ob das passiert, aber der Markt will sich derzeit auf die guten Nachrichten konzentrieren und will die Warnungen, etwa von der Bundesbank, ignorieren", schreibt etwa ein Analyst von der Société Générale. Ergo steigen die Preise, weil derzeit alle auf Zentralbankstimulus hoffen. Dass die steigenden Ölpreise wiederum die Konjunktur lähmen, macht die Aufgabe der Frankfurter Währungshüter nicht gerade einfacher.
*) Der Ölpreis im Chart wurde um zwei Quartale in die Zukunft geschoben, da Ölpreisschocks mit einer gewissen Verzögerung in der Wirtschaft ankommen.
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Hier wird anscheinend nicht gepostet. Das Interesse an den Zusammenhängen zwischen hohen Ölpreisen, weltweiter Wachstumsschwäche und damit einhergehender Schuldenkrise interessiert außer wenigen Fachleuten niemand. Zumindest der IMF (International Monetary Fund) hat sich des Themas angenommen, läßt sich von Fachleuten beraten. Die sagen in einer Studie, dass für ein moderates weltweites Wirtschaftswachstum ein Wachstum des jährlichen Ölangebots um 0.9% notwendig wäre. Dies wiederum würde eine Verdopplung des Ölpreises bis 2020 bedeuten. Aber niemand glaubt, dass die Konjunktur bei einm Ölpreis von 180 - 200 US$ nicht einbrechen wird. So entzieht die Ressourcenfrage dem Kapitalismus langsam aber sicher seine Existenzgrundlage.
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