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Anstellen fürs Studium.
Wien - Bei einer künftigen Studienplatzfinanzierung ist die SPÖ bereit, über "definierte Kapazitäten" zu sprechen - allerdings nur, wenn es danach nicht weniger Studienplätze gibt, wie SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl am Mittwoch im Gespräch mit der APA betonte. "Wenn es unter vernünftigen Bedingungen passieren kann, wo das nämlich auch mit dem Ausbau von Plätzen verbunden ist, muss man es sich anschauen. Es muss für konkrete Fächer auch Ausbaupfade geben, definierte Kapazitäten mit Ausbaupfaden."
Allerdings sei sie bei der Studienplatzfinanzierung "noch mitten in den Verhandlungen" mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, so Kuntzl. Bisher habe man sich lediglich auf den Grundsatz geeinigt, dass das neue Instrument die Uni-Finanzierung fairer und transparenter machen und nicht zu einer Reduktion der Studienplätze führen soll. Eine wesentliche Maßnahme soll eine bessere Information über das Studienangebot und in der Folge eine bessere Verteilung der Studenten auf die verschiedenen Fächer sein. Im Herbst werde es "hoffentlich" Ergebnisse geben.
Wie es beim angekündigten Hochschulplan weitergeht, als dessen Herzstück die Studienplatzfinanzierung gilt, kann Kuntzl hingegen nicht sagen. "Es ist ein Papier des Ministers, das sich liest wie von der ÖVP geschrieben, und damit eignet es sich nicht als Regierungspapier."
Ob die SPÖ dem aktuellen Antrag der Wirtschaftsuniversität (WU) auf Zugangsbeschränkungen nach dem "Notfallparagrafen" für ihre sieben deutschsprachigen Masterstudien zustimmen wird, konnte Kuntzl am Mittwoch "beim besten Willen" noch nicht sagen. Immerhin kenne sie den Antrag noch gar nicht. "Wir werden das prüfen und dann entsprechend entscheiden", so Kuntzl.
Der "Notfallparagraf" 124b im Universitätsgesetz soll "unvertretbare Studienbedingungen" in Massenfächern aufgrund deutscher Numerus-clausus-Flüchtlinge verhindern. Er kann jedoch nur von allen Unis, die ein entsprechendes Fach anbieten, gemeinsam gestellt und muss von der Regierung bestätigt werden. 2009 war die WU bereits bei ihrem Antrag auf Zugangsbeschränkungen für Bachelorstudien am Veto der SPÖ gescheitert.
Für Unmut beim Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ) hat Kuntzl mit ihrer Ansage gesorgt, dass die SPÖ im Zuge der geplanten Studienplatzfinanzierung bereit sei über "definierte Kapazitäten" zu sprechen - allerdings nur, wenn es danach nicht weniger Studienplätze gibt. "Zugangsbeschränkungen sind mit einem offenen Hochschulzugang nicht vereinbar und dürfen daher ganz einfach nicht zur Debatte stehen", betonte hingegen die VSStÖ-Vorsitzende Jessica Müller in einer Aussendung.
Die Studentenvertreter forderten die SPÖ auf, in der Hochschulpolitik für ihre Grundsätze einzustehen und erinnerten sie daran, dass Zugangsbeschränkungen den Parteibeschlüssen widersprechen. "Soziale Gerechtigkeit muss mehr sein als nur ein Lippenbekenntnis im Parteiprogramm", betonte Müller.
Unterdessen betonte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) in einer Stellungnahme gegenüber der APA, es stehe bei der Studienplatzfinanzierung "außer Streit, dass es insgesamt nicht weniger Studierende geben soll". Ziel des neuen Finanzierungsmodells, das mit Start der neuen Leistungsvereinbarungsperiode im Jänner schrittweise eingeführt werden soll, sei eine "transparentere und den Kapazitäten entsprechende Finanzierung" und für die Universitäten vor allem nötig, um in stark nachgefragten Fächern die Qualität in Lehre und Forschung zu heben. (APA, 22.8.2012)
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Das Ganze kann man auch im Zusammenhang damit sehen, dass die ÖVP bei der Gesamtschule nachgiebig wird und die SPÖ dafür bei den Zugangsbeschränkungen (s. ORF-News). Das Ganze ist wie ein abgekartetes Spiel und dem Bildungsfortschritt natürlich zuwiderlaufend.
"Angesichts der bescheidenen Akademikerquote .. braucht Österreich keine Zugangsbeschränkungen,..." [...] "Anstatt Zugangsbeschränkungen einzuführen, muss es einen breiten Ausbau des Informationsangebotes geben,..."
OTS-Originaltext Presseaussendung
OTS0272 2011-06-09 17:23
http://www.ots.at/presseaus... tudierende
Wer hat uns verraten?
Nachdem wir alle wissen welche Wertschätzung Bildung in Österreich genießt, respektive eben nicht genießt, dürfen wir uns auch nicht wundern, dass die Politik Bildung höchstens stiefmütterlich behandelt.
Wäre es wirklich unter zunehmbaren Umständen möglich, wäre ich natürlich auch für den freien Hochschulzugang, aber es ist schlicht und einfach nicht genug Geld da, damit wir uns das leisten können. Traurig ist nur, dass sich da die SPÖ von der ÖVP (wie so oft) komplett einspannen lässt, im Endeffekt wird ohnehin nur das umgesetzt, was die ÖVP will, die SPÖ bekommt dann irgendwelche Alibi-Zugeständnisse...
dass die Vorschläge der Schwarzen ohne Abstriche umgesetzt werden.
Aber bis das öffentlich verkündet wird, tönen "mitten aus den Verhandlungen" die luftigsten Worthülsen - "fairer" und "transparenter" soll alles werden, ach wie schön.
Und kauen wir doch noch ein paar Jahre an dem Problem herum ohne es zu lösen, damit es allen schon so zum Hals heraus hängt, dass sie sich über das schlechteste aller möglichen Resultate auch nicht mehr aufregen weil sie es einfach nicht mehr hören können ...
Aber um eines kommen wir Lohnabhängige nicht herum: Unsere Gehälter sinken und ein Weg zu einem besseren Einkommen ist höhere Bildung. Und genau die wird uns durch die Rot-Schwarze Bildungssauerei genommen. Dagegen müssen wir ausdauernd auftreten.
dass der freie Hochschulzugang, so nobel auch die Intention sein mag, im Endeffekt dazu führt, dass die Allgemeinheit den Kindern aus Akademikerhaushalten ihr Studium finanziert. Bildung und gesellschaftlicher Stand werden in Ö nach wie vor primär vererbt.
wohl aber, dass die Annahme, ein freier Hochshculzugang würde zu mehr Akademikern mit nicht-akademischem Elternhaus führen, naiv ist. Das starre Festhalten wider den Zahlen die anderes sagen, ist letztlich ein Ausfluss vom Kreisky-Apotheus, wie es ihn sonst v.a. bei der FPK in Bezug auf Haider gibt.
Deren Anteil an Unis ist seit den 70ern nominell gleich hoch geblieben, während der Arbeiteranteil in der Gesellschaft gesunken ist. Das ergibt de facto einen höheren Anteil der Arbeiter an der Uni (wenngleich noch nicht hoch genug).
klingt wie: "Genosse, uns fehlen Lehrer! Leiten Sie die erst- und zweitsemestrigen sämtlicher humanistischen Fächer ins Lehramtstudium um!"
Dass bei der SPÖ immer alles "ausgeglichen" und "gerecht verteilt" sein muss...
"nicht zu einer Reduktion der Studienplätze führen soll."
Sagt eh schon alles. Wenn auf einen freien Zugang ein eingeschränkter folgt, kann das nur eine Reduktion bedeuten, schon alleine weil das Konzept der Quantifizierung in "Studienplätze" vorher nicht praktiziert wurde.
Im Klartext hat die ÖVP nicht nur eine platzmäßige Beschränkung, sondern mit der Studienplatzfinanzierung auch Budgeterhöhungen einen Riegel vorgeschoben. Denn wenn Kosten pro Studienplatz kalkuliert werden, bedeutet dass, das bei einer Budgeterhöhung immer auf die Koppelung verwiesen wird, und mehr Studienplätze will man ja eben nicht anbieten.
SPÖ hier entweder dumm oder wieder mal nachgegeben.
ich schiess mir jetzt ins eigen ideologische Bein, aber eigentlich ist es schon ein Wahnsinn, wenn ein Staat seine gesamte Bildungspolitik im Tertiären Sektor wie ein unguided Missile durch das Weltall jagt ...
Eine gewisse Steuerung wird es geben müssen - auch dass die Leute eine Bildung bekommen, zu denen sie auch passt. Bsp. Lehrer - wie viele machen das Lehramt und drucken dann den Job nicht durch?
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