Selbstständige könnten Griechenland retten

Laut einer US-Studie verdienen Ärzte, Rechtsanwälte und Co. um einiges mehr als sie offiziell angeben

Athen - Wenn die griechischen Freiberufler und Selbstständigen für ein Jahr normal ihre Steuern bezahlen würden, bräuchte Griechenland einer Studie zufolge kein neues Sparprogramm. Die US-amerikanische Chicago Booth School of Business habe festgestellt, dass die tatsächlichen Einkommen zum Beispiel von Ärzten, Rechtsanwälten und Ingenieuren um 1,92 Mal höher seien, als diese offiziell angaben, berichtete am Mittwoch die Athener Zeitung "Kathimerini". Dadurch entgehen dem Staat der Studie zufolge 11,2 Mrd. Euro. Das Sparpaket, das die griechische Regierung mit den internationalen Geldgebern vereinbart hat, hat ein Volumen von 11,5 Mrd. Euro.

Besonders negativ fielen bei der Studie die Ärzte auf: Sie sollen demnach im Durchschnitt mindestens ein jährliches Einkommen in Höhe von 29.343 Euro nicht angegeben haben. An zweiter Stelle folgen der Zeitung zufolge die Ingenieure mit 28.625 Euro.

Die Regierung in Athen hat der Steuerhinterziehung mittlerweile den Kampf angesagt. In ganz Griechenland werden intensive Kontrollen durchgeführt. Vor allem Bars und Restaurants in den Touristenzentren des Landes werden kontrolliert. (APA, 22.8.2012)

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