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Wolfgang Waldner bei seiner Präsentation als Staatssekretär im April 2011.
Klagenfurt - Dass Wolfgang Waldner für Überraschungen gut ist, ist nicht neu. Schon den Wechsel des 57-Jährigen im April 2011 vom Wiener Museumsquartier in das Außenministerium hielten viele für nicht möglich. Und dass sich Waldner in die Niederungen der Landespolitik begibt, schien bis vor kurzem undenkbar. "Die Welt der Politik ist für mich die Welt der Außenpolitik", sagte der Staatssekretär noch im Juni 2012 in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung".
Der Diplomat mit ÖVP-Mitgliedschaft mischte allerdings immer wieder gerne in der Politik mit. 2011 etwa unterstützte er die strauchelnde Wiener ÖVP bei ihrer Selbstfindung. Waldner beteiligte sich auch an den Präsidentschaftswahlkämpfen von Thomas Klestil 1992 und 1998. Bei der Europawahl 1996 kandidierte er erfolglos für das "Forum Handicap" seines behinderten Studienfreundes Wolfgang Voget.
Seine Karriere begann der Kärntner aus dem Gailtal im Außenministerium, das er nun wieder verlässt. Seit 1981 war der promovierte Jurist dort tätig, 1983 wurde er Kulturattaché an der österreichischen Botschaft in Washington, danach Sekretär des damaligen Außenministers Alois Mock (ÖVP).
Für höhere Weihen im Kulturbetrieb empfahl er sich ab 1988 als Leiter des Österreichischen Kulturinstituts in New York. Der Lohn war 1999 die Leitung des damals noch unfertigen Museumsquartiers in den ehemaligen Hofstallungen in Wien. Dort schaffte er es nicht nur, rote Gemeinde und schwarze Bundesinteressen unter einen Hut zu bringen, sondern auch, die empfindlichen Seelen aus den dort untergebrachten Kulturinstitutionen nicht allzu sehr zu strapazieren. Seine Rolle beschrieb er öfters kokett als "Hausmeister", sein Vertrag sollte 2014 auslaufen.
Heute gilt das Museumsquartier als Erfolgsprojekt, vor allem seit die Innenhöfe zum Treffpunkt des jungen Wien wurden - was durch die Aufstellung der bunten Kunsstoff-Möbel, der "Enzis", entscheidend befördert wurde. Der sommerliche Ansturm von partyfreudigem Jungvolk sorgte allerdings auch für Waldners größte Imagedelle. Als er ein Verbot für mitgebrachten Alkohol forsch durchsetzen ließ, machte ihn der "Falter" zum "Dolm der Woche".
Außenpolitisch unterstützte Waldner ab 2011 seinen Chef Michael Spindelegger auf dem Balkan und bei aktuellen Konfliktherden wie Syrien - so vertrat er Österreich bei dem vielbeachteten Treffen der "Freunde Syriens" in Istanbul. Auch der Entwicklungspolitik wollte er neuen Schwung verleihen: Zuletzt forderte er von seiner Parteikollegin, Finanzministerin Maria Fekter, dass es keine weiteren Kürzungen geben soll, nachdem die Mittel für Entwicklungshilfe im Jahr 2011 um 14,3 Prozent gekürzt worden waren. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte Waldner als Staatssekretär selten, meist blieben seine außenpolitischen Initiativen einem Fachpublikum vorbehalten.
Geboren wurde der ältere Bruder der ORF-Journalistin Gabi Waldner am 6. Oktober 1954 in Villach. Er ist geschieden und hat zwei Töchter. (APA, 22.8.2012)
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ich finde es nicht gut, jemanden, der ein wichtiges Kulturistitut leitete, gleich vorweg als "Hausmeister"
abzutun, es wäre im Gegenteil gut, wenn die dzt.handelnden Personen in der VP etwas mehr Kultur zeigen würden; allerdings kann man nichts zeigen, was man nicht hat.
Jede, die Jus nach der alten Studienordnung (vor 1975) zu studieren begann, schloss nach 4 Jahren mit dem Titel Dr. jur. Mit der Änderung der Studienordnung wurde daraus der Magister.
Diesen Umstand, der im Wettbewerb der Generationen speziell im titelgläubigen Österreich natürlich eine große Rolle spielt, als "promoviert" darzustellen, ist zumindest frivol.
mussten jeweils zusätzlich zu den Staatsprüfungen (mit denen man auch früher schon nur Mag. wurde) Rigorosen in allen Fächern abgelegt werden. Prüfungen über alles, die gegenüber dahergeschusterten Dissertationen den immensen Vorteil hatten, dass Plagiate nicht möglich waren und man sich auch nicht mit 100 Seiten braven Zitaten drüberschummeln konnte, denn zu den Prüfungen musste der Kandidat schon selber antanzen. In vier Jahren haben das übrigens bestenfalls 10% geschafft. Es gibt auch in Wahrheit keinen vernünftigen Grund, ein Doktoratsstudium zwingend hinten anzupflanzen, wenn man es genauso auch parallel machen könnte. Reine Zeitverschwendung.
"Standard: Sie werden immer wieder für Minister- und sonstige Ämter genannt. Können Sie sich vorstellen, in die Politik zu wechseln?
Waldner: Ich bin immer ein politischer Mensch gewesen, und gegen das Gehandelt-Werden kann man sich nicht wehren. Gleichzeitig bin ich froh, weil ich weiß, dass es nie dazu kommen wird. Genügt Ihnen das als Antwort?" (im Standard vom 1.4.2011)
Ein Mann mit Rückgrat!
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