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Bregenz - Ein 26-jähriger Vorarlberger soll bei der Post AG keine Anstellung bekommen haben, weil er an der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn leidet. Am letzten Tag des Probemonats habe der junge Mann ohne Begründung eine Absage erhalten. Die Postgewerkschaft und die Personalvertretung vermuten, dass diese mit der Krankheit des 26-Jährigen in Verbindung steht, berichtete der ORF Vorarlberg. Die Post wies diesen Vorwurf zurück und nannte die mangelnde Qualität der Arbeit des 26-Jährigen als ausschlaggebend.
Autoimmunerkrankung bekanntgegeben
Laut Richard Steiner, dem Vorsitzenden der Personalvertretung, habe der Mitarbeiter dem Dienststellenleiter seine Autoimmunerkrankung am ersten Arbeitstag in einer Zustellbasis im Vorarlberger Oberland bekanntgegeben, obwohl er dazu nicht verpflichtet war. Fehler bei der Zustellung seien in der Anfangszeit normal, erklärte Steiner. Immerhin müsse sich ein Mitarbeiter bei kurzer Einschulungszeit bis zu 700 Adressen einprägen. "Würde man bei Falschzustellungen in der Probezeit immer gleich das Dienstverhältnis beenden, hätten wir keine Zusteller mehr", so Steiner. Er riet Arbeitnehmern davon ab, chronische Erkrankungen zu melden: "Ehrlichkeit hat hier offenbar Nachteile."
Reaktionen
"Schwer enttäuscht" von der Post zeigte sich Postgewerkschafter Franz Mähr. Man sei entgegen aller Ankündigungen kein soziales Unternehmen mit Wertekultur. Der 26-Jährige sei trotz seiner Erkrankung voll leistungsfähig. "Die Fehler im Probemonat kamen dem Unternehmen gerade recht", so Mähr. Gerade in der betroffenen Zustellbasis gebe es eine starke Fluktuation, hier müsste man über leistungswillige Mitarbeiter, wenn auch mit Handicap, froh sein. "Ich hätte mir eine zweite Chance erwartet", erklärte er.
Postsprecher Stephan Fuchs stellte am Mittwoch in Abrede, dass der 26-Jährige wegen seiner Krankheit nicht weiter beschäftigt wurde. "Die Leistung hat nicht gepasst", verwies Fuchs auf mangelnde Arbeitsqualität. Es sei in jedem Unternehmen so, dass man sich im Probemonat den Mitarbeiter anschaue und dann entscheide.
Die Krankheit
Die Lebensqualität von Morbus Crohn-Patienten kann stark eingeschränkt sein. Während der Krankheitsschübe muss wegen Durchfalls bis zu 20 Mal die Toilette aufgesucht werden. Dazu kommen Darmblutungen, Bauchkrämpfe und Erschöpfung. Der Arzt des 26-Jährigen habe aber bestätigt, dass die Krankheit kein Arbeitshindernis sei, wenn man gut eingestellt sei, betonte Personalvertreter Steiner. Der Mediziner habe sogar angeboten, die alle sechs Wochen nötigen Infusionen außerhalb der Arbeitszeiten des 26-Jährigen zu legen. Mit der Post sei dennoch bisher nicht zu reden gewesen.
BZÖ-Justizsprecher Gerald Grosz, selbst Morbus Crohn-Patient, forderte die Post AG ebenfalls auf, "einem jungen Menschen eine Chance zu geben". Krankheitsschübe ließen sich durch Cortison innerhalb von zwei Tagen gut in den Griff bekommen. (APA, 22.8.2012)
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tut es aber ständig.
Es geht jetzt nicht unbedingt um Krankheiten, auch Hautfarbe, Geschlecht etc. sind immer wieder Gründe, warum Menschen für einen gewissen Job abgelehnt werden.
Vor allem Frauen- und Ausländerdiskriminierung ist in der österreichischen Arbeitswelt sich öfters der Fall, wird leider nur nicht so thematisiert.
Hab gerade bei mir in der Arbeit mitbekommen, dass eine junge Frau nicht eingestellt wurde, weil sie ja einen Kinderwunsch haben könnte - natürlich alles inoffiziell.
Die AK bietet seit kurzem einen Test an, in dem man seinen Betrieb auf Frauenfreundlichkeit testen kann: http://gleichbehandlungscheck.arbeiterkammer.at/ - Vielleicht sollte es so etwas im Bezug auf Ausländerfeindlichkeit bzw. Krankheiten auch geben.
Für Crohn-Patienten sind Bürojobs, bei denen ein Klo in der Nähe ist, sicher besser geeignet als eine Hackn, bei der man dauernd irgendwo unterwegs ist. Dauernd anläuten und sagen, man ist von der Post und ob man das WC benutzen könnte, ist nicht so ideal...
kann man wunderbar in den Griff bekommen. Cortison hilft anfangs. Eine Psychotherapie, Entspannungsmethoden etc etc sind dann aber in allen Punkten bestens. Zwischendurch vielleicht eine Bedarfsmedikation. Nur nicht der Schulmedizin in allen Punkten glauben und lebenslänglich und dauernd Medikamente schlucken!
Jeder der es hat kann einmal beobachten, wann die Schübe besonders stark sind: Stress, Streit, Konflikte etc. Dann, wenn es zum "sch---en" ist.
wo ich in meinem Posting von Voodoo spreche oder irgendwelchem Firlefanz das Wort rede (wie Misko - wahrscheinlich ironisch). Psychotherapie und Entspannung ist wissenschaftlich fundiert. Das ist evidence based ebenso wie Schulmedizin. Es gibt zig Studien über die positiven und kurativen (!) Wirkungen von Hypnose, Autogenem Training, Jacobson etc auf gastrointestinale Erkrankungen.
Darmabschnitte herausschneiden oder den Magen verkleinern ist - wie Sie sicher wissen - oft mit wesentlich höheren negativen Folgen für die LQ der PatientInnen verbunden.
Oder wollen Sie den psychogenen Anteil an der Entstehung diverser Erkrankungen des Verdauungstraktes leugnen?
Öhm, man vermutet und geht davon aus und glaubt und wünschelrutet. Kann es nicht einfach sein, dass die Leistung tatsächlich nicht gepasst hat ? Ich seh zumindest keinerlei Hinweis, dass die Krankheit bei der Nicht-Aufnahme im Spiel gewesen wäre.
Und deshalb heißt es ja Probemonat - sowohl Arbeitgeber als auch -nehmer können es ohne Angabe von Gründen beenden.
Davon abgesehen: Wie macht er das denn, wenn er auf Zustelltour ist ? Ist ja nicht gerade an jeder Ecke eine öffentliche Toilette. Bin mir grade nicht so sicher, ob das wirklich der ideale Job für ihn ist.
Wünsch ihm aber, dass er bald etwas passendes und adäquates findet.
"die Leistung hat nicht gepasst" - was soll das heißen?
ich finde es unpassend, wenn man schon eine Kündigung rechtfertigt, dann mit der Kritik nicht wirklich ins Detail zu gehen. daran erkennt man, dass eh nix dahintersteckt!
Es ist keine Kündigung, dafür hätte er schon angestellt gewesen sein müssen. Er hat das Probemonat absolviert und wurde nicht genommen.
Und wenn schon die Gewerkschaft seine Falschzustellungen versucht kleinzureden ("Fehler bei der Zustellung seien in der Anfangszeit normal", "Die Fehler im Probemonat kamen dem Unternehmen gerade recht"), dann dürfte da wirklich etwas nicht gepasst haben.
Für mich riecht das eher wie politisches Kleingeld von Gewerkschaftsseite.
was man gegen den Bewerber hat, damit auch gleich alle anderen Firmen, bei denen er sich bewirbt, durch einen einfache Recherche im Netz gleich gewarnt sind?
Ich vermute, Sie wären nicht glücklich, wenn bis ins Detail öffentlich zu lesen wäre, warum Sie einen Job nicht bekommen haben.
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