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Die Umsetzung und Etablierung europäischer Standards in der Onkologie zählt für den Organisator des ESMO-Kongress Christoph Zielinski zu den Herausforderungen der Zukunft.
Wien - Die Onkologie befindet sich im Umbruch: Hunderte neue Krebsmedikamente auf Basis molekularbiologischer Forschung stehen in klinischer Erprobung. Der Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in Wien (vom 28. September bis 2. Oktober) widmet sich unter anderem diesem Thema. Zukünftig sollte es in der Onkologie in ganz Europa auch zur Etablierung und Umsetzung von möglichst gleichen Standards kommen, erklärt der Onkologe und Organisator der Großveranstaltung Christoph Zielinski von der MedUni Wien.
Obwohl "Krebs" noch immer der Nimbus von schwerer, häufig tödlicher Erkrankung anhängt, haben sich die Zeiten gewandelt. Zielinski, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH: "Die moderne Medizin hat insgesamt beträchtlich zu einer Verbesserung der Überlebenszahlen geführt. Überlebten in den USA beispielsweise im Zeitraum 1950 bis 1954 nur insgesamt 35 Prozent aller Patienten ihre Krebserkrankung über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren, waren es in den Jahren 1999 bis 2005 insgesamt 69,1 Prozent. Die Entwicklung in Europa ist ganz ähnlich verlaufen."
Ein Grund dafür ist auch die in den vergangenen Jahren immer schneller gewordene internationale Forschung: Molekularbiologie, Genetik und Biotechnologie haben in Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu völlig neuen Ansätzen geführt. Zielinski dazu: "Es ist bereits gelungen, manche ehemals unheilbare Krebsleiden zu heilen. In vielen Fällen können wir Krankheiten, die früher relativ rasch fortgeschritten sind, zu chronischen Krankheiten machen. Das bedeutet aber auch ganz neue Herausforderungen für die Medizin und für unsere Gesellschaft insgesamt."
Damit ist der Rahmen für den 37. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO 2012) im Austria Center Vienna vorgegeben. Zu den wichtigsten Themen zählen die Genomforschung und ihre Strategien für die der Krebstherapie, die personalisierte Medizin in der Onkologie, Prävention und Früherkennung von Krebserkrankungen sowie die Forschung an neuen Krebsmedikamenten. "In der Krebstherapie gibt es zwar neue Arzneimittel für neue Anwendungsgebiete, aber auch 'alte' Arzneimittel, die jetzt in neuer Form und bei anderen Erkrankungen als ursprünglich angewendet werden. Dazu werden in Wien die aktuellen wissenschaftlichen Studien präsentiert", so Christoph Zielinski. (APA/red, derStandard.at, 22.8.2012)
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"Häufig werden steigende Überlebensraten mit sinkenden Sterblichkeitsraten gleichgesetzt und als untrügliches Zeichen für den Erfolg von frühem Erkennen und Behandeln von Krebs gewertet. Im Kontext der Krebsfrüherkennung ist diese Annahme jedoch falsch. Der Zusammenhang zwischen Fünfjahresüberlebensraten und krankheitsspezifischen Sterblichkeitsraten ist für die 20 häufigsten Tumoren gleich null." Siehe: http://www.aerzteblatt.de/archiv/84048
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