Staatssekretär Wolfgang Waldner wird neuer ÖVP-Landesrat

22. August 2012, 14:39
  • Wolfgang Waldner wird neuer Landesrat in Kärnten.
    foto: apa/eggenberger

    Wolfgang Waldner wird neuer Landesrat in Kärnten.

  • Gabriel Obernosterer (li.) überreichte Waldner ein Hufeisen als Glücksbringer.
    foto: apa/eggenberger

    Gabriel Obernosterer (li.) überreichte Waldner ein Hufeisen als Glücksbringer.

Spitzenkandidatur für Neuwahl noch nicht geklärt - Lopatka wird Staatssekretär im Außenamt

Staatssekretär Wolfgang Waldner wird Landesrat für die ÖVP in Kärnten. Der Kärntner wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Landesparteivorstands als Nachfolger von Achill Rumpold präsentiert. Dieser war Anfang August im Zuge der Korruptionsskandale rund um den Birnbacher-Prozess zurückgetreten, nachdem ihn der neue ÖVP-Landeschef Gabriel Obernosterer darum gebeten hatte.

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch hatte die Gerüchte rund um Waldner zuvor gegenüber derStandard.at bestätigt. "Das war die Entscheidung des Landesparteivorstandes in Kärnten", so Rauch.

"Bin keiner, der sich um Ämter reißt"

Obernosterer begrüßte Waldner bei der Pressekonferenz mit einem Hufeisen als Glücksbringer in seinem neuen Amt. Wer von den beiden bei der Landtagswahl als ÖVP-Spitzenkandidat ins Rennen gehen wird, blieb vorerst offen. "Ich bin keiner, der sich um Ämter reißt", sagte Waldner vor Journalisten.

Der bisherige Staatssekretär im Außenministerium erklärte, es sei ihm leicht gefallen, das Angebot anzunehmen. Immerhin habe er Kärnten vor rund 50 Jahren als Schüler verlassen. Rosen streute er seinem Landesparteichef und auch Bundesparteiobmann Michael Spindelegger. "Obernosterer hat Führungsqualität und vermittelt, dass es einen Aufbruch gibt", erklärte Waldner. Und Spindelegger habe erkannt, dass es wichtig sei, "wenn in Kärnten neue Gesichter, neue Politiker arbeiten".

In seinem neuen Job sieht Waldner viele Überlappungen mit seinen bisherigen Aufgaben, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Europäische Union. Nun gelte es, Stabilität in die Referate zu bringen und sicherzustellen, dass kein Stillstand eintrete.

Seine künftigen Kollegen in der Landesregierung kenne Waldner noch nicht, bzw. nur oberflächlich, sagte er, will aber versuchen, mit allen zusammenzuarbeiten. "Ich habe es immer so gehalten, dass ich jemanden kennengelernt und mich präsentiert habe. Und je nach dem, wie man auf mich zugeht, reagiere ich dann."

Spitzenkandidatur noch nicht entschieden

Die Frage des Spitzenkandidaten sei kein vordergründiges Thema, betonten beide Politiker. "Wir wollen Kärnten sanieren und dem Land den Stellenwert geben, der ihm zusteht. Nur über Personen und Namen zu reden wäre vermessen, es geht um Inhalte", sagte Obernosterer.

Waldner ist seit April 2011 Staatssekretär im Außenministerium. Davor leitete er das Wiener Museumsquartier und das Österreichische Kulturinstitut in New York. Seine familiären Wurzeln liegen im Kärntner Gailtal. Der ältere Bruder der ORF-Journalistin Gabi Waldner ist geschieden und hat zwei Töchter.

Würdigung durch Spindelegger

Mit hohen Erwartungen und viel Lob verabschiedet ÖVP-Obmann und Außenminister Spindelegger seinen Staatssekretär nach Kärnten. "Wolfgang Waldner ist als Landesrat gemeinsam mit dem geschäftsführenden ÖVP-Landesobmann Gabriel Obernosterer Garant für den Kurs der Erneuerung in Kärnten", meinte Spindelegger am Mittwoch in einer Aussendung.

Er würdigte Waldner als "große Stütze im Außenministerium" und dankte ihm für seine "hervorragende Arbeit in der Bundesregierung". Waldner habe in den vergangenen 18 Monaten eindrucksvoll bewiesen, "dass er ein weltoffener und versierter Politiker mit viel Erfahrung und hohem diplomatischem Geschick ist. Die österreichischen Interessen waren bei ihm stets in guten Händen."

Lopatka wird Nachfolger

Der Nationalratsabgeordnete Reinhold Lopatka soll Waldner als Staatssekretär im Außenministerium nachfolgen. Das wurde der APA aus ÖVP-Kreisen bestätigt. Die Entscheidung für den derzeitigen außenpolitischen Sprecher der ÖVP muss noch vom Bundesparteivorstand bestätigt werden. Am Donnerstag könnte Lopatka in einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden.

Lopatka war nach seiner Zeit als ÖVP-Generalsekretär (2003 bis 2007) bereits Sportstaatssekretär (2007 bis 2008) und Finanzstaatssekretär (2008 bis 2011).

Gemischte Reaktionen auf Waldner

Unterschiedlich hat die Kärntner Parteienlandschaft am Mittwoch auf die Installierung von Wolfgang Waldner als ÖVP-Landesrat reagiert. "Waldner tritt ein schweres Erbe an. In der Kärntner Politlandschaft gibt es momentan wohl keinen undankbareren Job als in der ersten Reihe der ÖVP zu stehen", erklärte etwa Grün-Abgeordneter Rolf Holub. "Er wird an seinen Taten gemessen werden", sagten FPK-Chef Kurt Scheuch und SPÖ-Landesparteiobmann Peter Kaiser unisono.

Die Grünen stellten sich gleich mit einer Forderung ein. "Ich appelliere an Waldner seine diplomatischen Erfahrungen dafür einzusetzen, in Kärnten rasche Neuwahlen für den 25. November zu ermöglichen", meinte Holub. Ebenso erwarte er sich, dass Waldner "auch in Zukunft keinerlei Übereinkommen mit der FPK" zulasse.

"Wenn Waldner für Kärnten arbeitet, dann passt uns das", sagte FPK-Obmann Scheuch. Der Kärntner ÖVP attestierte er allerdings "vollkommen in der Hand der Wiener ÖVP" zu sein und nicht mehr selbstständig agieren zu können.

Kärnten brauche dringend einen Neustart, meinte SPÖ-Chef Kaiser. Ob das mit Waldner möglich sei, werde erst die Zukunft weisen. "Grundsätzlich bin ich aber über jeden froh, mit dem konstruktive Zusammenarbeit für das Land möglich ist", so Kaiser.

Pack könnte ins Parlament zurückkehren

Im Nationalrat muss nun für Lopatka ein Nachfolger gefunden werden. Der Steirer Jochen Pack (31) könnte wieder ins Parlament zurückkehren, er ist der Nächste auf der Regionalwahlkreisliste Steiermark-Ost. Pack hatte im April 2011 auf sein Mandat verzichten müssen, als die ÖVP ihr Regierungsteam umbaute und Lopatka wieder Abgeordneter wurde.

Pack saß mit kurzen Unterbrechungen von 2002 bis 2011 im Nationalrat. Der frühere Spitzenfunktionär der Jungen ÖVP - und mit Silvia Fuhrmann längere Zeit jüngste ÖVP-Abgeordnete - ist mittlerweile im Wirtschaftsbund aktiv. Beruflich ist er seit 2009 geschäftsführender Gesellschafter eines Softwareverlags. (APA/red, derStandard.at, 22.8.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 381
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Ich wusste gar nicht, daß es in der ÖVP Leute gibt, die mir nicht vom 1.M..l-Aufreissen so unsympathisch sind wie mein Nachbarhund, der mir immer in den Garten sch....t

Besonders freut sich meine Oma,

daß der so symphatische und kompetente Herr Lopatka im Land wieder was zu reden hat und hoffentlich öfters im Fernsehen zu sehen sein wird.
Als Symphatieträger und aufgrund seiner fachlichen Brillianz tut er der Regierung gut.

?

Das wahr doch hoffentlich ironisch gemeint - oder?!

wo war seine leistung?

in der zeit als staatssekretär ist er nicht besonderlich aufgefallen!

warum wird soeiner als wunderheiler dargestellt! die letzten jahrzehnte nichts für kärnten getan und jetzt solle er, was tun?

lopatka ist mir noch immer als aufwiegler, unruhestifter und verbreiter von unwahrheiten in erinnerung!

In Zeiten, in denen nur die Politiker auffallen, die von Korruptionsvorwürfen überhäuft und voller Skandale sind, bin ich froh, dass er "nicht aufgefallen" ist.

Wenn man sich aber mit seiner Arbeit beschäftigt und mal abseits der Medien recherchiert findet man sehr wohl einen gut und klar arbeitenden, kompetenten, wenn auch zurückhaltenden Menschen.

warum wird soeiner als wunderheiler dargestellt!

Weil sie sonst ja kaum noch jemanden haben.

Lopatka - der Mann, der alles kann.
Staatssekretär für Finanzen, Sport und nun auch für für Äussere Angelegenheiten.
Ein Wunderwuzzi.

There are nine million bicycles in Beijing

na dann mal viel glück!

und ein lied aufn weg!
http://www.youtube.com/watch?v=chfDIIFtEIQ

övp altneu

so tun als wär nichts passiert
einfach andere gesichter zu den alten strukturen

und was die aufregung um den stronach`s "gekaufte leut" betrifft
kennt irgendwer einen leitenden bei der raika der nicht der övp zugezählt wird
oder
gibts die jobs in der e-wirtschaft,öiag..... etwa neuerdings nach qualifikation und nicht nach parteilicher ausrichtung?

einfach andere gesichter zu den alten strukturen

Ja!
So soll, ja muss es sein, sonst dürften wir das ja nicht konservativ nennen.

Oh, da bin ich aber schon gespannt, wie.....

sich Herr Waldner in Kärnten einleben wird - NY, Wien und dann Kärnten wird sich für ihn wohl als Kulturschock der besonderen Art darstellen, v.a. im Umgang mit den "buchenen" Scheuchs und dem kettensägenden Landeshauptmann. Was v.a. auch mir selbst bei meiner Rückkehr in dieses Bundesland aufgefallen ist, war die Tatsache, dass Heimkehrer oft als "Kärnten-Verräter" verächtlich gemacht werden und grundsätzlich suspekt sind, wenn sie von außen Innovatives einbringen wollen. Viel Glück, Herr Waldner, Sie werden es genauso dringend brauchen wie die Nerven aus Drahtseil.

Ich bin schon gespannt drauf, was dabei herauskommen wird.

Schließlich hat der Herr Waldner ja anscheinend überhaupt keinen Bezug zur kärntner ÖVP.... oder täusche ich mich?

So etwas nennt man ein klassisches Dilemma

Mit Waldner schickt die ÖVP eine ihrer, wenn nicht sogar Ihre stärkste politisches Nachwuchshoffnung nach Kärnten.
Un der steckt im Dilemma.
Versagt er, dann ist es mit seiner politischen Karriere vorbei, hat er Erfolg steckt er in Kärnten fest und versauert dort.

personalpolitik övp

das ist die interne personalpolitik
alle verheizen die sich nicht von unterorganisationen oder verwandteten von verwandten unter druck setzen lassen

ich kann dieses Medienecho aufgrund einer internen Personalrochade(Staatssekretär => Landesrat) nicht verstehen! ÖVP bleibt ÖVP = unwählbar, wenn Vermögen < 1.000.000€ - so simpel ist das

Keine Stimme für die FPK!

Und keine Stimme für Parteien, die nicht ausschließen können, dass sie Mitglieder der FPK-Bande wieder zum Landeshauptmann küren!

nach der zib2 gestern

habe ich den eindruck dass da der richtige mann am falschen paltz zum einsatz kommt. wieso versteckt die övp solche leute zuerst als staatssektretär und verheizt sie dann im kärnten?

Die ANtwort ist wie immer einfach in solchen Fällen.

Kommt Personal an falschen Stellen zum Einsatz, dann liegt es wohl an inkompetenten Führungskräften.

die presse-leute (die user von diepresse) haben auf jeden fall keine freude mit dem , wahrscheinlich zu wenig law n order und so

"""Wenn Waldner für Kärnten arbeitet, dann passt uns das", sagte FPK-Obmann Scheuch. Der Kärntner ÖVP attestierte er allerdings "vollkommen in der Hand der Wiener ÖVP" zu sein und nicht mehr selbstständig agieren zu können. ""

uij , was schlimmeres kann man den kärntnern kaum erzählen .

Jaja - die Wiener - hier ist sicher die Bundes-ÖVP gemeint...

...die Wiener ÖVP schwimmt derzeit sehr.
Die FPK vergisst beim HC Strache sofort ihre Wienantiphatie.Nur, bleibt ihr als Straches Blinddarm anderes über ;-))

und wieder ein beweis, das man in österreich nichts können muss um etwas zu werden!

man muss nichts können was in der övp zu werden!

zib2 gestern

wir sagen nix was unser plan ist und mit wem wir zusammenarbeiten ..... buhhhhhhh VP!!!

Aus dem Rezept der politischen Kommunikation:

Vermeide jede verbindliche Aussage und verpacke das Nichts in hohle Marketingphrasen.

Ein paar ergänzende Huldigungen an den Chef nimmt dieser wohlwollend zur Kenntnis. Das kann u.U. den nächsten Karriereschritt beschleinigen.

Posting 1 bis 25 von 381
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.