Zum Traumjob mit Schweizer Software

22. August 2012, 10:00
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Start-ups werden in der Schweiz anständig gefördert. Die ersten 50.000 bis 250.000 Franken für die eigene Idee aufzustellen ist oft kein Problem.

Das Jahr 2011 gilt als Erfolgsjahr für Start-ups in der Schweiz. Gezählt wurden stolze 40.000 Gründungen. Natürlich seien auch viele Scheinselbstständige darunter, erklärt Thorsten Heinke vom Institut für Jungunternehmen (IFJ), aber: "Der Trend geht auch in der Schweiz immer mehr dahin, sich seine eigenen beruflichen Träume zu erfüllen."

Drei Hotspots für Start-ups

Und es sind nicht nur die Jungen um die 30, die am IFJ spezielle Kurse für Firmengründer belegen. Auch immer mehr ältere Menschen wechseln - freiwillig oder nicht - vom traditionellen Angestelltenverhältnis zur eigenen Firma. Das IFJ versucht seit 20 Jahren beim Gründen zu helfen, vertreten ist es an den drei Hotspots für Start-ups: in St. Gallen, im Technopark Zürich und in Lausanne.

Denn: Viele Spin-offs, gerade aus der Internetbranche, werden von Uni-Absolventen gegründet, weiß Jan Rothenberger, Start-up-Experte von Blogwerk. Mit den USA als Vorbild sei die Schweiz aber schon größentechnisch nicht zu vergleichen.

Silp

Trotzdem gibt es immer wieder Innovatives. Etwa Silp, nach dem Vorbild von Facebook. Jobempfehlungen aus dem Freundeskreis sind das Prinzip dieser Social-Recruiting-App. Hinter diesem Start-up steht Wuala-Gründer Dominik Grolimund. Grolimund springt damit auf den neuen Trend des Social Recruiting auf.

Die Idee dahinter: Gute Jobs werden oft durch Freunde vermittelt. Im März bekanntgeworden, werden jetzt erste Jobs in der Technologiebranche in Tech-Hubs wie San Francisco, London, Berlin oder Zürich unter Freunden verteilt. Ebenfalls als zukunftsträchtig gilt das Start-up Get Your Guide. Auf der gleichnamigen Internetseite können geführte Touren in allen Städten der Welt bereits am Computer zu Hause gebucht werden.

Wie in ganz Europa ist es auch in der Schweiz für Start-ups nicht einfach, an das große Geld zu kommen. Doch oft sei ohnehin das Expandieren das Problem.

Förderungen

Gründungen werden in der Schweiz gefördert. So hat das IJS 2007 mit privaten Geldgebern die Förderinitiative "venture kick" ins Leben gerufen. Ziel war es, die Firmengründungen an Schweizer Hochschulen und Universitäten zu verdoppeln. Dazu schüttet venture kick jährlich mehr als zwei Millionen Franken aus und vergibt Startkapital bis zu 130.000 Franken pro Start-up.

An die ersten 50.000 bis 250.000 Franken zu kommen sei kein Problem, bestätigt auch Rothenberger von Blogwerk. Dann werde es jedoch schwierig. Deshalb stagnierten die meisten Start-ups an diesem Punkt. Gerade dann entscheide sich aber erst der Erfolg eines Unternehmens.

"Also weiß man ab diesem Punkt auch nicht, ob es die Unternehmen auch am internationalen Markt geschafft hätten." Geschafft hat es das wohl bekannteste Schweizer Jungunternehmen Doodle. Dieses führt seit 2007 vor, wie ein Webservice sowohl aufseiten der Einnahmenquellen als auch bei weiteren Dienstleistungen funktioniert. Und das mit der Idee von Michael Näf, Terminplanung per E-Mail mit seinem Programm zu vereinfachen. (Verena Langegger, DER STANDARD, 22.8.2012)

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Silp

Wuala

  • Wer hat's erfunden? Das Alphorn samt zugehöriger App sind natürlich eine echte Schweizer Erfindung.
    foto: heidi ladstätter

    Wer hat's erfunden? Das Alphorn samt zugehöriger App sind natürlich eine echte Schweizer Erfindung.

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