Neues Webdesign-Paradigma: Zuerst Smartphone und Tablet, dann Desktop

22. August 2012, 10:19

Wunsch nach besseren Websites ruft Paradigmenwechsel hervor

Der Smartphone- und Tablet-Markt wächst in einem unaufhaltsamen Tempo, der Web-Traffic von mobilen Geräten steigt zunehmend. Auch Webdesigner und Entwickler müssen sich über kurz oder lang mit den mobilen Plattformen auseinandersetzen. Bei der Umsetzung von neuen Websites und Anwendungen berücksichtigen immer mehr Unternehmen auch den mobilen Sektor. Apps, mobile Webseiten oder Kataloge für Tablets gehören in der Branche mittlerweile zum Alltag. Die Umsetzung lässt jedoch oft zu wünschen übrig.

Verweise auf Apps

Dass der mobile Sektor jedoch so wichtig ist, dass man den Desktop erst am Schluss berücksichtigen sollte, ist allerdings ein neues und für viele noch befremdliches Vorgehen. Slate.com kritisiert beispielsweise, dass viele Webseiten ihre mobile Präsenz vernachlässigen. Gerade Seiten wie TechCrunch oder die New York Times, die von technikaffinen Menschen gelesen werden, sollten mit Views von Tablets oder Smartphones rechnen. Stattdessen wird man oft auf Apps hingewiesen. Mobile Seiten werden oft aus ressourcentechnischen Gründen stiefmütterlich behandelt und sind keine vollwertigen Desktop-Alternativen. Werbeformen - und damit Einnahmequellen - sind hauptsächlich für nicht-mobile Webinhalte optimiert, was die Priorisierung des Desktops mitunter weiter erklären könnte.

Das Web ist zu überfüllt

Sogar Giganten wie Google oder Amazon scheinen mobile Webseiten zu vernachlässigen. Das Hauptproblem ist, so Slate, dass viele Angebote im Web zu überfüllt sind, als dass deren Darstellung auf einem Tablet einwandfrei funktionieren würde. Links und Buttons werden zu klein dargestellt, die Oberflächen sind nicht touch-freundlich und die Performance zu schlecht. Designer und Entwickler haben sich mit dieser Problematik nicht lange und intensiv genug auseinandergesetzt.

Schneller, schöner und einfacher

Gefordert wird ein Umdenken von Designern, das mobile Geräte - vor allem Tablets - in der Entwicklung bevorzugt. Argumentiert wird dies mit der immer größer werdenden Verbreitung von Tablets angesichts der angekündigten Geräte vieler Hersteller und dem immer stärker werdenden Web-Traffic von mobilen Geräten. Zudem würde man bessere Websites machen, wenn man schon eine reduzierte mobile Version hat. Diese wären schneller, schöner und einfacher zu navigieren.

Minimalistisches Design

Ansätze zu der Herangehensweise bei der Enstehung mobiler Webseiten gibt es aber bereits. So haben einige Start-ups begonnen minimalistisches Design auf ihren Web-Präsenzen dominieren zu lassen, die auf mobilen Geräten als auch auf Desktop und Laptop einwandfrei angezeigt werden und Inhalte schnell und übersichtlich darstellen können. Als Beispiele nennt Slate hier den Blog von John Gruber, die Blog-Plattformen Svbtle und Medium. (red, derStandard.at, 22.8.2012)

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tablet ja smartphone vielleicht

super sache, dann können die firmen ja die websites die für 640 x 480 optimiert sind wieder vom backup einspielen. ja ja, die technik entwickelt sich rasant.

fesch.cc ;)

responsive design

lieber standard, nur medium.com ist responsive, d.h. alle anderen beispiele sind nicht optimiert für unterschiedliche displaygrößen.

Oje, schlechtes Beispiel!

Der erste Link, dieser Blog ... die Farben maximal kontrastlos, die Überschriften minimal hervorgehoben, die Schriftgröße so dass man als erstes zur Zoom-Funktion greift... unter guter Lesbarkeit verstehe ich etwas anderes.

Aber minimalistisch ist es, das schon.

Oder dieses Svbtle: das ist wirklich lesbar, Granulation. Auch die Kudos sind lustig, wenn auch ziemlich ungewöhnlich -- und damit eigentlich nicht benutzerfreundlich.

Aber es geht ja um nichts, da ist das egal.

und warum werden dann gut funktionierende Systeme ...

wie zB das USENET (newsgroups) total zurückgefahren und immer weniger unterstützt? Alle reden von APPs (ich weiß bis heute nicht was eine APP ist bzw. was der Unterschied zu einem Programm ist!) und obwohl beim mobilen Sektor die Datenmengen eine Rolle spielen, geraten ausgerechnet die text-orientierten Newsgroups mehr oder weniger in Vergessenheit bzw. dafür gibt es IMHO kaum APPs. Und dabei geht der Informationsaustausch in newsgroups sehr rasch, ohne Grafik. Ähnliches gilt für eMails: ja, POP3/SMTP ist veraltet, aber die ganzen Sync Protokolle die das jetzt ersetzen sollen, sind auch nicht die beste Lösung. Ähm und warum genau soll die "Webgestaltung" jetzt minimalistischer werden?

Entschuldigung dass ich jetzt so direkt frage, aber haben Sie eigentlich die Grundkonzepte des WWW verstanden, und warum Hypertext/Hypermedia dem Usenet in vielerlei Hinsicht überlegen sind? Eines der Grundprobleme von Newsgroups (und Mailinglists) ist, dass dieselben Fragen (nicht nur) von Newbies immer wieder gefragt werden, und dass die Regulars dann mitunter angepisst reagieren. Der Grund dafür ist, dass die Information in den Archiven eben oft nicht so leicht auffindbar ist, und deswegen hat man irgendwann angefangen, sich über strukturiertere Formen der Kommunikation Gedanken zu machen.

App ist die Abkürzung von Applikation und wird verwendet, um Applikationen für mobile Devices besser vermarkten zu können.

Hypertext/Hypermedia (omg Buzzword-Bingo!) ersetzt das Usenet nicht.

*grins* - alle 3 als Beispiele genannten Seiten schauen auf dem Android-Browser am Galaxy S2 entweder beschissen aus oder sind unlesbar. Das Standard-Forum finde ich dagegen toll.

medium.com

ohne jatzt gress auf wikigoogledingsbums zu schauen, um was geht es bei medium.com? oder macht firefox nicht mit...

@standard: Ich muß hier mal ein Lob loswerden

Eure mobile Seite ist mit Smartphones gut lesbar, gut strukturiert und auch gut benutzbar. Selbst ich (der zwar blind auf einer normalen Tastatur mit gut 180 Anschlägen die Minute tippen kann), aber mit meinen Fingerchen auf mobilen Geräten mit Tatsch-Screen schon so oft an der richtigen Eingabe gescheitert bin, komme damit einwandfrei klar. Auch eure Forenstruktur (alle Postings direkt mit Inhalt untereinander) kommt auf mobilen Geräten super rüber (wenn ich da z.B. an die Webseite eines Verlages in Hannover denke....grusel). Echt nix zu meckern! Weiter so.

So, das mußte jetzt mal sein.

Seh ich zwar teilweise auch so, aber eben nur teilweise. Gerade derStandard ist eine webseite wo ich am smartphone sofort auf die "vollversion" wechsle. Die ist zwar überhaupt nicht auf ein kleines 3.5" smartphone optimiert, aber ich sehe zumindest den ganzen content. Bei der mobilen Seite hab ich immer das gefühl (und wurde mir hier auch schon bestätigt), dass mir ein gewisser content der übersicht halber vorenthalten wird.

Warum schafft man es nicht einfach, mobile seiten als vollwertige alternative zur desktop version zu schaffen? Am besten sollte es 1:1 der gleiche content sein, nur so flexibel dass er halt mit unterschiedlichen display-breiten zurecht kommt.

"Sogar Giganten wie Google"? Google??

Von welchen breitenwirksamen Google-Dienst gibt es denn keine gute mobile Version?
Wer hat denn "mobile first" ausgerufen??

Microsoft

Minimalistisches Design ist wieder im Kommen. Microsoft ist hier Gamechanger.

Die anderen OS quälen sich in immer neuen Photoshop-Spezialeffekten.

Microsofts Design hat mit minimalistisch nix zu tun - eher mit potthässlich.

Minimalistisch heisst: klare, unaufgeregte Strukturen, offene Bereiche, übersichtlich gestaltet und in augenfreundlichen, eher dezenten Farben. Knallbunte, fette Klötzchen ala MS gehören nicht dazu. Das gehört dann in die Rubrik: Fabrikation von Augenkrebs und Schreikrämpfen. Aber, wenn Sie das mögen - bitteschön.

potthößlich gibt es nicht in der designsprache

potthäßlich ist subjektiv.

du schreibst es richtig selbst: "Minimalistisch heisst: klare, unaufgeregte Strukturen, offene Bereiche, übersichtlich gestaltet und in augenfreundlichen, eher dezenten Farben. "

das ist das windows 8 design.

es muss dir nicht gefallen, aber es folgt regeln. ios und android hiongegen hat das blanke chaos.

da ist das motto mehr ist mehr.

und man kann das objektiv beschreiben:

weniger ist mehr:

vergleich nur mal das mailprogramm von apple mit dem vom windows phone.

die ganze verläufe, fenster, beveleffekte, schatten unter der schrift tragen NULL zum content, also der nachricht bei.

es macht es nicht übersichtlicher sondern chaotischer.

jo

und? was genau willst du mir mit dem link sagen?

einfach und übersichtlich sind ja beide. design kehrt immer wieder. abgesehen davon ist das von aol so als würde google windows 8 nachmachen ;)

wärest du überascht wenn quasi die ganze apple-produktlinie ebenfalls fast 1:1 aus den 60er stammt.

http://f4os.com/wp-conten... apple.jpeg

es gibt eben nichts was es nicht schon gibt, ABER:

sich auf ein paar dinge zu konzentrieren ist design.

Was ist an diesem Buntmosaik-Blödsinn minimalistisch?

nun

ich möchte mal kurz meinen persönlichen geschmack differenzierter ausdrücken: ich mag das monochrome design von windows phone. windows 8 ist mir auch zu bunt und ich hoffe dass man die tiles vereinheitlichen kann. ABER schaut man sich die apps an wie mail und co bin ich feuer und flamme wie microsoft als EINZIGER den mutigen schritt geht bis aufs nötigste zu reduzieren.

google hat mit 4.0 angefangen microsoft in diesem punkt zu kopieren. leider auf halber strecke stehengeblieben, so hat man nun ein mischmasch aus typografischen minimalismus und icons die man überall runterladen kann. schade.

aber ich garantiere euch dass der minimalismus auch bei google und apple einzu hält.

will ja hier nicht schon wieder eine "wer hat's erfunden" Diskussion anzetteln

aber wie genau soll Google, das aktuell bei Version 4.1 steht mit 4.0 begonnen haben Win 8 zu kopieren, das erst Ende Oktober erscheint?

Schon wieder eigenartig

Mal kurz zum Artikel: Ich persönlich fände es angenehmer, wenn die Berichterstattung ein wenig ausgewogener stattfindet, als immer nur mit reisserischer Headline anzufangen, dann im Wesentlichen eine Quelle als den Stein des Weisen hinzustellen, und den Artikel dann zu beenden, aber gut.

Zum Thema: In den letzten Tagen habe ich mich gefragt, wozu sich Hard- und Softwareentwickler eigentlich so viel Mühe gegeben haben, Geräte und mobile Browser zu entwicklen, die quasi so funtionieren wie ein PC, nur damit man auf dem mobilen Gerät mit einer Website abgespeist wird, die ausschaut, als hätte man sie für den NES und einen Röhrenfernseher gebaut.

Forget HTML5 programm for IE7?

Zum Slate-Artikel selbst: Da wird "Forget the Desktop" mit "mobile devices account for more than 10 percent of Web traffic" gerechtfertigt.
Also eine 10% Gruppe sollte nicht unbedingt zum alleinigen Maßstab werden. Natürlich ist das wichtig, aber, so wie Svbtle, jetzt die Mehrheit der Desktop-User deswegen im Regen stehen zu lassen...

Einen entscheidenderen Punkt macht da die TechCrunch-Beobachtung (ist schon etwas besser geworden): Schlechtes Mashup, das alle Elemente dauernd neu via XHR lädt, wenn der User auch nur zu scrollen wagt, ist für schwächere Hardware fatal.
Sauberes und, ja, vielleicht sogar "responsive" JS tut not. Raus aus der Mashup-Hölle!

Zu Svbtle: Da haben auf einem Desktop-Monitor (1680x1050) gerade mal 8 einzeilige Entries Platz. Leider steht mein Schreibtisch nur 2m von einer Wand entfernt und und ich kann nicht weit genug zurückgehen, um das bequem lesen zu können. Wenn User jetzt auch noch keine BT-Maus haben (soll's geben), dann dürfen sie wohl zum navigieren auch noch zwischen Schreibtisch und Leseposition hin und her laufen?
Also ein positives Beispiel ist was anderes.

Die Gruppe ist auch kleiner als 10%. Es sind 9,0%.

Und die sind im Vergleich zu den 90,8% PCs vollkommen irrelevant.

Das schlimmste ist, wenn man mit dem Tablet automatisch auf die Smartphone-Version einer Website kommt und es dann keinen Switch-Button gibt bzw. der so gut versteckt ist, dass man ihn nicht findet.

Ebenfalls grauenhaft ist orf.at, wo man dann permanent einen großen Balken eingeblendet hat, ob man nicht doch zur Smartphone-Ansicht wechseln möchte.

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