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Die Klimaerwärmung könnte jährliche Krisen in der Sahelzone auslösen.
Wien/Niamey - Der Regen ist endlich da, nicht flächendeckend, aber einigermaßen ausreichend. Die ganz große Katastrophe in der Sahelzone scheint auszubleiben. Langsam sprießt die Hirse, wächst der Mais. Internationale Hilfsorganisationen erlauben sich ein erstes erleichtertes Aufatmen - doch neben den langfristigen Sorgen um die Krisenregion in Zentralafrika droht bis zur Ernte Anfang Oktober ein weiteres Problem: der "grüne Hunger".
Georg Matuschkowitz sitzt in der Caritas-Zentrale in Wien-Ottakring und weiß nicht so recht, wie er sich fühlen soll. Einerseits natürlich gut, "weil es im Moment so aussieht, als würde die Ernte, auf die alle warten, auch kommen". Gleichzeitig weiß der Leiter des "Krisenstabs Westsahel" aber auch ganz genau, dass da noch jede Menge Gefahren lauern. "Die Saat geht auf, das ist wunderbar, aber die Menschen haben immer noch nichts zu essen, die Vorräte sind aufgebraucht."
Dieser prekäre Zustand wird in Expertenkreisen "grüner Hunger" genannt. Weil die Bauern neben ihren Feldern sitzen, den Pflanzen beim Wachsen zusehen können, und dennoch nichts im Magen haben. Denn die Getreidespeicher sind seit langem leer, viele haben bereits begonnen, das Saatgut zu essen, weil sonst einfach nichts da ist. "Aber das Ziel ist schon zu sehen, das hilft, das bringt eine gewisse Entspannung", versucht Matuschkowitz zu beruhigen.
Doch wie das eben so ist, wenn akute Bedrohungen gebannt scheinen, beginnt man sich sofort um andere Dinge Gedanken zu machen. Um die Zukunft dieses riesigen Landstrichs etwa, der sich über viele tausend Kilometer quer durch Afrika zieht und dessen Dürreperioden fast schon jährlich für internationale Schlagzeilen sorgen. "Die große Katastrophe konnte abgewendet werden, und zwar deshalb, weil rechtzeitig gewarnt wurde", erklärt Matuschkowitz. NGOs und UNO haben erstmals sehr früh - nämlich schon im März - damit begonnen, immer häufiger und immer eindrücklicher vor einer drohenden Hungerkrise in der Sahelzone zu warnen.
Das hat gewirkt. Die Hilfsmaschinerien sowie die Spendenaufrufe konnten somit rechtzeitig angeworfen werden, Lebensmittel- und Saatgutverteilungen haben zu einem Zeitpunkt eingesetzt, als die Millionen im Niger, in Burkina Faso, im Senegal, in Mali, im Tschad und in Mauretanien noch nicht bis auf die Knochen abgemagert waren. Aber Matuschkowitz blickt trotz dieses humanitären Lichtblicks in eine ungewisse Zukunft. "Wenn es mit Klimawandel und den damit verbundenen Wanderbewegungen der Menschen so weitergeht, werden wir es bald jährlich mit diesen Problemen zu tun haben." Doch es könne nicht die Lösung sein, Jahr für Jahr im letzten Moment große Katastrophen zu verhindern.
"Wir müssen die Diskussion vor Ort führen, wir müssen den Leuten sagen, was los ist, sie wollen ja informiert werden, wir müssen Wissen vermitteln und Prozesse in Gang setzen, denn: Hungerkrisen wird es im Sahel immer wieder geben", fordert Matuschkowitz. Das Argument, Afrika käme ohne permanente Hilfe von außen nicht über die Runden, lässt der Caritas-Krisenmanager nicht gelten: "Es gibt so viele Menschen in diesen Ländern, die es selbst in die Hand nehmen wollen, wir müssen sie nur miteinander vernetzen. Wir müssen kurbeln, bis der Motor von selbst läuft - und ich garantiere, das funktioniert." (APA, 22.8.2012)
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der zusammenhang zwischen bevölkerungswachstum und hunger ist folgender: je bedrohter die familie ist desto mehr kinder zeugen sie damit diese, verteilt über land, stadt und flüchtlingslager, für die familie eine überlebesstruktur aufbauen können. dieser soziologische tatsache wird merkwürdiger weise kaum diskutiert, obwohl hier ja eigentlich leute schreiben die es wissen sollten.
blödsinn. der geist ist willig aber das fleisch ist sehr sehr schwach so schaust aus.
das läuft da ein bissal anders ab. nicht so wie bei uns wo ein pärchen über jahre schwanger mit der idee geht, soll es oder soll nicht schwanger werden.
da wird man einfach schwanger, inshallah !!
aber wirklich nachgedacht haben sie jetzt nicht, bei dem was sie da sagen. oder?
sie wissen, was passiert, wenn jemand unterernährt ist und schwanger wird?
und noch eines: die wanderbewegungen, die da immer so durch die medien geistern und angestachelt von etwas eigenartigen politiker, betreffen afrika selbst, die menschen gehen in den süden, weil im norden ist die wüste!
siehe nigeria und ein teil der auseinandersetzungen, derzeit noch am nördlichen rand. durch die vertreibungen vielleicht schon früher auch im südlicheren teil.
und ich halte das für die noch größere herausforderung, als wenn, ich weiß nicht, einige millionen in die nördliche halbkugel kommen. wenn man dem ins auge blickt.
da darf ich mich aber nicht zu sehr aufregen
Es ist die Bevölkerungsexplosion, die der karge Landstrich nie verkraften können wird. Ohne gleichzeitige Familienplanungs- und Verhütungsprogramme bis hin zur freiwilligen Sterilisation bleiben die ganze "Hungerhilfe" und selbst die Agrar-Entwicklungsprogramme sinnlos.
Dr. Heinz Anderle, Freigeist
nur wird eine solche loesung niemals wirklichkeit werden. eher werden alle die dort leben nach europa eingeladen, oder die laender werden noch 200 jahre lang den großteil der nahrungsmittel als direktlieferungen aus dem ausland bekommen, die impfprogramme werden ebenfalls aus dem ausland bezahlt und somit wird die kindersterblichkeit sinken und die bevoelkerung weiterhin wachsen und wachsen
komische welt, in der sie leben.
aber, um in ihrer logik zu bleiben:
wenn es mehr einrichtungen gibt, die für die gesundheitliche sicherheit, für nahrung, wasser in reichweite usw. jedes einzelnen sorgen, sinkt die überlebensangst und damit - logischerweise - auch die kinderzahl.
nur das problem ist, dass diese hilfen ja nichts verlässliches sind.
also schimpfen sie nicht. die geburtenraten nehmen im übrigen in ganz afrika ab. es wird auch einen knick geben, dort wo die kriege sind. in einem flüchtlingslager kann man sich eben kein leben aufbauen.
und es werden noch etliche millionen frühzeitig von uns gehen.
natuerlich haben sie recht: wenn es gelaenge den wohlstand in afrika auf außerafrikanisches niveau anzuheben mit entsprechener frauenerwerb- und bildungssbeteiligung dann wuerde die geburtenrate auch schnell sinken. die frage ist nur b das moeglich ist und wenn ja wie lange es dauert. der entscheidenen effekte ist der time lag effekt. bei derzeitigem stand dauert es mindestens noch ein paar jahrzehnte bis die TFR in afrika unter sagen wir 4,0 faellt, die lebenserwartung nimmt aber in diesen jahrzehnten schon zu, daraus resultiert das bevoelkerungswachstum. das war ja ueberall so: zuerst fuehrt industrialiierung zu einem sinken der kindersterblichkeit, anschließender bevoelkerungsexplosion, dann erst sinkt die TFR
man merkt wie sich die öffentliche Meinung "weiterentwickelt" hat.
Bis vor kurzem hat man noch "Familienplanungs- und Verhütungsprogramme" geschrieben. Jetzt tippst sich schon eine "freiwilligeSterilisation" dazu. Wird nicht mehr lang dauern, dann kommt noch ein "berechtigtes Abmurksen" dazu, und niemand findetetwas dabei.
Aber Gnade dem Bauern der nicht gleich ein ordentliches Zuhause für jedes seiner 6 Katzenjungen findet. Das empört noch die Volksseele.
"und niemand findetetwas dabei"
Warum auch? du findest nix dabei bei den Worten: "lasst sie weiter so dreckig krepieren wie jetzt".
Warum sollt jemand anders was dabei empfinden bei "schießt sie zurück auf den bevölkerungsstand von vor 3 generationen".
Ich seh nicht wo deine worte irgendeine art von mitgefühl durchklingen lassen.
Wenn Sie von einer Bevölkerungsexplosion in der Sahelzone sprechen, dann haben Sie sich wohl noch nie intensiv mit dem Thema beschäftigt bzw. waren noch nie dort. Burkina Faso zum Beispiel hat ca. 14 Mio. Einwohner, das Land ist allerdings 3mal so groß wie Österreich. Natürlich bekommen die Familien dort mehr Kinder als bei uns. Am Land sind es im Schnitt 6 Kinder pro Familie. Aber man muss auch bedenken, dass die Hälfte dieser Kinder das 5. Lebensjahr nicht erreicht. Was langfristig hilft ist Bildung, auch speziell im Bereich Landwirtschaft. Den Vorschlag mit freiwilliger Sterilisation meinen Sie hoffentlich nicht wirklich ernst.
ist ja nett wenn du schon unten warst um ein paar arme zu streicheln, helfen oder oder was man sonst so tut.
aber wie e.kratochwill eh schreibt, schwere faktenresistenz hilft auch nicht weiter.
und noch ein paar fakten, die kindersterblichkeit ist in b.faso auch schon seit genationen unter 0,5
aktuellste zahlen der UN zeitraum 1995-2000 0,188
gegen die Realität posten können.
Niger 1960 ca. 3 Mio EW - 2009 15 Mio
Mali 1960 5 Mio EW - 2011 15 Mio
Burk.F. 1960 4,5 Mio EW - 2011 16 Mio
Tschad 1960 3 Mio EW - 2010 10 Mio
und jetzt versuchen Sie mit der Kindersterblichkeit das zu relativieren. Die Kindersterblichkeit ist in diesen Zahlen schon enthalten.
Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
Fakt ist also, dass sich in fünfzig Jahren die Bevölkerungszahl in diesen Ländern mehr als verdreifacht hat.
Fakt ist weiter, dass sich diese Entwicklung trotz des Hungers nicht wesentlich gebremst hat.
es wird auch hoffentlich so sein, dass sich doch, vielleicht, die menschen besser selbst ernähren können.
es sind auch die gesellschaften dort selbst im umbruch.
und noch eines - die geburtenrate sinkt in vielen dieser länder, obwohl die armut größer geworden ist.
in nigeria zum beispiel hat sich durch jahrzehntelange korruption die verteilung der lebensressourcen umgedreht. 1960 waren 64% der menschen über der armutsgrenze heute sind das nur mehr ca. 30 %.
und trotzdem: die geburtenrate ist von ca 7 auf derzeit ca 3,5 gesunken !!!!
sinken - runtergehen - weniger werden - ich hoffe, sie verstehen.
Es wird sich schon die nächste Verdoppelung der Bevölkerung, das sind ca. 30 Jahre, sich wirtschaftlich nicht mehr ausgehen. Wir werden nicht so viele Hilfslieferungen schicken können.
Daran ändert sich auch nichts, wenn die sehr hohen Zuwachsraten verlangsamen oder gar geringfügig zurückgehen.
Die Altersversorgung als Grund für die starke Bevölkerungszunahme wird überbewertet.
Die ist nur einer unter vielen anderen Faktoren.
...diese länder wären großteils - zumindest rein theoretisch - dazu in der Lage, sich selbst zu ernähren. allerdings tragen strukturelle probleme, korruption usw... dazu bei, dass das nicht passiert. wenn dort zB. Baumwolle angepflanzt wird, welche dann im Ausland nicht einmal zu Kleidung verarbeitet sondern vielmehr zur Treibstoffproduktion verwendet wird, dann fragt man sich halt schon, was auf der Welt eigentlich verkehrt läuft...
Natürlich ist die Bevölkerungsexplosion ein Problem, das davor stehende Problem ist aber Europa (und andere wie China und Indien), das mit seiner Handelspolitik kleinbäuerliche Strukturen zerstört. Auch zB Indien (Stichwort Landgrabbing) sorgt dafür, dass sich die Bevölkerung nicht mehr selbst versorgen kann.
Uns in der Festung Europa fällt es mit unseren Sozialsystem und der Altersversorgung (im Vergleich zu Afrika ein Schlaraffenland) leicht zu sagen, Familienplanung ist wichtig. Aber solange die anderen Probleme nicht gelöst werden, kann Familienplanung allein nicht funktionieren.
Auf den Punkt gebracht: Europa ist Schuld, dass in Afrika Kinder sterben (vgl. Ziegler, Jan).
Empört Euch!
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