Republikaner wollen Totalverbot von Abtreibung

Romney fordert Akin zum Rückzug von Senatskandidatur auf - Verbot soll trotzdem ins Wahlprogramm

Washington - Die US-Republikaner wollen ein vollständiges Abtreibungsverbot in ihren politischen Leitlinien für die kommenden vier Jahre festschreiben. Eine Kommission aus 110 Mitgliedern fasste den Beschluss, der in der kommenden Woche vom Wahlparteitag für Präsidentschaftskandidat Mitt Romney verabschiedet werden soll, am Dienstag, wie die Partei mitteilte. Demnach sollen auch Abtreibungen in Vergewaltigungs- und Inzestfällen verboten werden.

Die Republikaner befinden sich elf Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 6. November inmitten einer Affäre um bizarre Äußerungen eines Senatskandidaten zu Schwangerschaften als Folge von Vergewaltigungen. Todd Akin hatte in einem Interview gesagt, dass Schwangerschaften nach Vergewaltigungen "eher selten" seien, weil sich der Körper einer Frau nach einer "wirklichen Vergewaltigung" gegen eine Schwangerschaft wehre.

Politische Leitlinien

Romney forderte ihn daraufhin auf, seine Kandidatur für einen Senatssitz im Bundesstaat Missouri zurückzuziehen. Der Parteichef der Republikaner, Reince Priebus, verlangte zudem, dass Akin kommende Woche nicht zum Parteitag in Tampa in Florida kommen solle.

Seine Äußerungen sorgten für einen Sturm der Entrüstung bei den Demokraten von Präsident Barack Obama. Zu der neuen Entscheidung für die politischen Leitlinien teilte Obamas Lager am Dienstag mit, die Republikaner nähmen damit "den Akin-Zusatz" in ihr Parteiprogramm auf. Die politischen Leitlinien haben keinen verbindlichen Charakter. Entsprechend ließ Romney versichern, dass es unter seiner Präsidentschaft kein Verbot für Abtreibungen nach Vergewaltigungen geben werde.

Akin will weitermachen

Akin ließ die Forderungen aus seiner Partei nach einem Rückzug zunächst abprallen. "Ich möchte eine Sache absolut klarstellen, und das ist, dass wir mit dem Senatsrennen weitermachen werden", sagte er am Dienstag in einer christlich-konservativen Radio-Talkshow. Dagegen ließ er einen Auftritt in der CNN-Talkshow "Piers Morgan" kurzfristig platzen, was der britische Moderator nicht auf sich sitzen ließ. Morgan ließ die Kameras auf einen leeren Sessel richten und forderte den Republikaner auf, ins Studio zu kommen. "Wenn Sie Ihr Versprechen, in die Sendung zu kommen, nicht halten, sind Sie ein feiger kleiner Dolm", richtete Morgan dem Politiker aus. (APA, 22.8.2012)

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