Wehrmachtsgedenken: Inakzeptabel schwammig

Kommentar21. August 2012, 19:19
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Man fragt sich, wie im Dunstkreis des Bundesheeres immer noch braune Gruppierungen entstehen können

Irgendwann wurde Norbert Darabos (SPÖ) das Treiben auf dem Kärntner Ulrichsberg zu braun. Er erließ eine Weisung, dass uniformierte Bundesheer-Angehörige nicht daran teilnehmen dürfen. Dann nahm auch die Gedenkfeier für gefallene Fallschirmjäger im steirischen Feldbach untragbare Formen an. Und wieder erteilte der Verteidigungsminister eine Weisung. Damit ist es Uniformierten verboten, diese Veranstaltungen zu besuchen, bei denen sich auch Freunde der Waffen-SS tummeln. Die Frage ist: Warum wird auf solche Anlässe immer nur reagiert?

Darabos betont gerne, zur Aufarbeitung der Rolle des Bundesheers in der NS-Zeit mehrere Projekte ins Leben gerufen zu haben. Es muss aber mehr geschehen als das - und zwar schleunigst. Offenbar greift der sogenannte Traditionserlass nicht, der die Teilnahme an Veranstaltungen, die an Nazi-Traditionen anknüpfen, verbietet. Mitglieder der deutschen Bundeswehr sollen über die Vorgänge in Feldbach schockiert gewesen sein.

Die Ereignisse werfen einmal mehr die Frage auf, warum in Österreich immer noch Gruppierungen im Dunstkreis des Bundesheeres entstehen können, die braunes Gedankengut verbreiten. Und es stellt sich die Frage, warum die Teilnahme Uniformierter - auch Polizeibeamter - an bestimmten Veranstaltungen nicht mit der nötigen Sensibilität und Strenge geregelt wird. Das ist gerade in Österreich mit seiner NS-Vergangenheit inakzeptabel. (Gudrun Springer, DER STANDARD, 22.8.2012)

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