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Seit 1992 ist St. Martin eine stationäre Jugendwohlfahrtseinrichtung des Landes Tirol.

Unter Joseph II. wurde das Kloster Schwaz säkularisiert, in den Sechzigerjahren war das Heim berüchtigt für seine Erziehungmaßnahmen.

"Für mich wurden die Kinder zweifellos bestohlen. Das muss wissenschaftlich aufgearbeitet werden."
STANDARD: Seit 2010 wird versucht, Missbrauch und Ausbeutung von Kindern in Heimen aufzuarbeiten. Wie kommt es, dass jetzt wieder neue Taskforces und Kommissionen eingerichtet werden. Nach Missbrauch wird nun Zwangsarbeit untersucht. Ist das Thema wirklich plötzlich aufgetaucht?
Horst Schreiber: Vieles wurde ganz einfach nicht zur Kenntnis genommen. Die Vorwürfe sind ja schon zwei Jahre alt. Aber oft kommt wohl auf mediales Erscheinen erst die politische Erkenntnis.
STANDARD: Obwohl Archive und Quellen aus Heimen schon zweieinhalb Jahre untersucht werden, gibt es kaum wissenschaftlichen Output. Woran liegt das?
Schreiber: Die Thematik der Heimkinder hat politisch bisher kaum jemanden interessiert. Erst jetzt wird Geld für Forschungsarbeit freigegeben. Für mein Buch "Im Namen der Ordnung" habe ich bereits 2010 ohne Auftrag sehr viele Gespräche mit Betroffenen geführt. Würden Politiker sich mehr mit der Thematik befassen, dann wären sie medial nicht immer die Getriebenen.
STANDARD: Heimkinder wurden gezwungen zu arbeiten. Entsprach Kinderarbeit in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts dem Zeitgeist?
Schreiber: Die Zwangsarbeit war Teil der Zwangserziehung. Deshalb wurden die Heimkinder zur Zwangsarbeit geschickt. Sie wurde oft bei Buben eingesetzt, die als arbeitsscheu galten. Mädchen wurden als Dienstboten angesehen. Innerhalb der Heime galt Arbeit als Erziehungsstil oder als Strafmittel. Oft waren es auch durchwegs sinnlose Arbeiten.
STANDARD: Die Zöglinge bekamen kaum bis gar kein Geld. Das Gehalt wurde, wie es vom Land Oberösterreich auch zugegeben wurde, für anfallende Heimkosten verwendet. War das damals legal?
Schreiber: Man wollte sich damals in den österreichischen Heimen ganz viel Geld ersparen. Lehrlingen wurde ein Teil des Gehalts abgezogen, das war legal. In Oberösterreich wurde dies dafür eingesetzt, die Kosten ihres Aufenthaltes zu decken. In katholischen Heimen mussten Zöglinge in der Landwirtschaft arbeiten.
STANDARD: Beschuldigte Firmen wie Swarovski, Darbo oder Eglo-Leuchten sagten sofort nach den Vorwürfen von ehemaligen Heimkindern, sie hätten keinen Lohn bekommen, an, sie hätten durchaus für die Arbeiten bezahlt.
Schreiber: Ich musste schon fast lachen, bei der Betroffenheit der Firmenchefs. Man muss ganz klar sagen. Der Lohn wurde bezahlt. Aber diese Firmen haben sich diese Burschen und Mädchen aus den Heimen ganz bewusst ausgesucht, weil sie keine Sozialversicherung zahlen wollten. Und diese Ausbeutung von Schwachen hat auch nie aufgehört. Menschen mit Behinderung etwa werden auch heute noch auf Taschengeld- Basis bezahlt. Und sehr oft für Arbeiten verwendet, die sie öfter gar nicht machen wollen.
STANDARD: Viele minderjährige Heimkinder bis zum Alter von 15 Jahren wurden, etwa in Vorarlberg, zur Erntearbeit eingesetzt. Galt das in den Sechzigern nicht als normal?
Schreiber: Damals galt Arbeit durchaus als Hauptzweck des Lebens. Das war der damals herrschende gesellschaftliche Konsens. Alle sollten arbeiten, auch die Kinder. Natürlich auch Bauernkinder. In Tirol etwa waren Schulen zu manchen Zeiten schlecht besucht, weil die Kinder mithelfen mussten. Der Unterschied ist: Ob du auf einem Hof mitarbeitest, der dir einmal gehören wird. Oder auf einem fremden Hof, auf dem du geschlagen, ausgebeutet und keine Ausbildung bekommst. Und grundsätzlich war Kinderarbeit auch damals nicht erlaubt. Vereinzelt berichteten ehemalige Heimkinder aber auch Positives. Etwa, dass es während dieser Erntearbeiten zumindest etwas Anständiges zu essen gab.
STANDARD: Bezahlung gab es für die Kinder natürlich keine ...
Schreiber: Wozu hätte man Minderjährige bezahlen sollen? Und für deren Aufenthalt im Heim kamen Mütter, Väter oder Jugendamt auf. Und diese Arbeit war Ausbeutung.
STANDARD: Also blieb Geld, das für die Arbeiten bezahlt wurde, bei der jeweiligen Heimleitung hängen?
Schreiber: Vielen Kindern wurde nur ein Teil ausbezahlt. Nicht einmal die Verpflegungssätze wurden in Nahrung investiert. Viele ehemalige Zöglinge erzählen von Hungererfahrungen. Für mich wurden die Kinder zweifellos bestohlen. Das muss nur mehr wissenschaftlich aufgearbeitet werden.
STANDARD: Woher kam diese Form der Heimpädagogik?
Schreiber: Nach dem Zweiten Weltkrieg waren ein Großteil der Erzieher in Jugendheimen und Erziehungsanstalten Nationalsozialisten. Diese Heime entwickelten sich aus Arbeitshäusern und Korrektionsanstalten.
STANDARD: Kinder, die nach dem Willen der Behörden nicht in der eigenen Familie bleiben durften, wurden auch oft zu Pflegeeltern gegeben. Ging es Pflegekindern besser?
Schreiber: Nein. In bäuerlichen Gegenden wünschten die Bauern Pflegekinder. Viele dieser Kinder erzählten von brutalen Erfahrungen. Sie galten ebenfalls als billige Arbeitskräfte und waren oft sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Versichert waren sie ohnehin nie. Mit dem Bereich der Pflegekinder muss sich die Forschung ebenfalls noch stärker auseinandersetzen (Verena Langegger, DER STANDARD, 22.8.2012)
Horst Schreiber, (51) ist Historiker an der Uni Innsbruck. Er forscht zu NS-Zeit, Bildung und Erziehung. 2010 erschien "Im Namen der Ordnung".
Vor einem Monat ist aufgeflogen, dass in einer vom Grazer Jugendamt betreuten Wohngemeinschaft mehrere Mädchen über Jahre misshandelt und vergewaltigt wurden. Ein Lokalaugenschein in einer WG offenbart erschütternde Biografien der Kinder.
Großteils bedingte Haftstrafen für die Kinderbetreuer
Forschungen zum Mädchenheim St. Martin bei Schwaz geplant, Bericht über Zwangsarbeit fast fertig
Bürgermeister Nagl ist "fassungslos und verärgert", seine Partei will "pubertierende Mädchen und Burschen" in Stadt-WGs jetzt trennen
Minderjährige sollen laut "ORF"-Bericht "ohne Vorwarnung" nach Wien gebracht worden sein - Volkshilfe ortet "Racheaktion gekündigter Mitarbeiter"
Streit um Fristen für Entschädigungsanträge
Kindheit und Jugend im Fokus von Historikern
Studie über Untergebrachte in Tirol
Prozess um Misshandlung von fünf Kindern in Leoben
Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch waren in der Nachkriegszeit nicht nur in Kinderheimen, sondern auch in Pflegefamilien präsent. Ein von der Stadt Wien beauftragtes Team der FH Campus Wien soll die Zustände untersuchen
Fasslabend: Gewalttätige Erziehungsmuster nur mit langjähriger Psychotherapie überwindbar
Mädchen mit Behinderungen sollen in Heimen zwangssterilisiert worden sein
Zudem sollen auch Landesorganisationen Heimkinder beschäftigt haben - Bericht des Landeskontrollamtes aus dem Jahr 1977 dokumentiert Vorgänge
Hans Weiss hat in seinem neuen Buch Vorgänge in 135 Einrichtungen untersucht und liefert einen erschütternden Befund
Bund entschädigt für Quälerei in staatlichen Internaten - Bundeskommission ist aber noch wenig bekannt
Salzburger Historiker verlangen eine einheitliche Regelung zur Entschädigung von Heimkindern. Der Missbrauch war "gesellschaftlicher Konsens" und die "Verantwortungskette" war lang
Gerichtsbeschluss für Einweisung in Heim nach Volljährigkeit fehlt offenbar - Salzburgerin fordert Lohn für Arbeit im Kloster zurück
Der Tiroler Erwin Aschenwald (50) erlitt in Heimen nicht nur Gewalt. Die Behörden hätten ihm wider besseres Wissen den Vater vorenthalten. Nun soll eine DNA-Analyse posthum die Vaterschaft klären
Vorerst meldeten sich 13 Personen
Arbeit ehemaliger Heimkinder soll dem heutigen Lohnniveau entsprechend entlohnt werden
Opferschutzanwaltschaft wird Bubenburg-Opfer für vorenthaltene Patenschaftsgelder entschädigen
Das Bundesheer hat nach Missbrauchsvorwürfen gegen Soldaten am Montag eine eigene Untersuchungskommission eingerichtet
Nach Tirol und Oberösterreich bestätigt Vorarlberg Fälle von Auftragsarbeiten für Erziehungsanstalten
Betroffene mussten unter erschwerten Bedingungen in der Landwirtschaft mithelfen
Swarovski arbeitet bei Kommission des Landes mit und durchforstet Unterlagen - Darbo will notfalls Lohn "noch einmal zahlen"
Soziallandesrat erwartet sich lückenlose Aufklärung - Neben Swarovski sollen auch Darbo und EGLO auf Zöglinge zurückgegriffen haben
Auch in Oberösterreich ließen Firmen Heimkinder für sich arbeiten. Im Gegensatz zu Tirol erhielten sie dafür ein Taschengeld. Swarovski, Darbo und Eglo wollen jetzt wissen, wo ihre Löhne gelandet sind
Heimkinder sollen in den Sechzigerjahren unbezahlt für den Kristallkonzern gearbeitet haben - Auch Marmeladenhersteller Darbo ist betroffen
Betroffene leiden unter Kompetenzwirrwarr
Methoden waren in psychiatrischer Universitätsklinik Wien in 1970er-Jahren üblich
Gernot Heiss leitet fünfköpfiges Team - Fragwürdige Methoden bei Forschung und Patientenbehandlung auf dem Prüfstand
Übergriffe in Heimen seien auch heute keine Ausnahme, sagt der Sozialpädagoge Peter Wanke
Experimente an Wehrlosen gab es nicht nur in Österreich
Zweite Millionenklage gegen das Land Oberösterreich: Den Klägern, die in Heimen misshandelt wurden, sind die 20.000 Euro Entschädigung zu wenig
Kinderpsychiater Berger: "Formen eines fast systematischen Sadismus"
Aufarbeitung der Psychiatrie-Geschichte der Nachkriegszeit
Aufklärung von zweifelhaften Therapiemethoden in den 1970er Jahren
Heimkinder wurden früher besonders gerne für Medizin-Experimente herangezogen, schlussfolgert die Vorsitzende der Wilhelminenberg-Kommission
Injektionen sollen vorübergehend körperliche Beeinträchtigungen verursacht haben - Helige: Kommission prüft - Fälle haben nichts mit Malaria zu tun
Bisher rund zehn Personen in Kontakt mit Wiener Juristen
Den Berichten zweier ehemaliger Wiener Heiminsassen über Malariatherapien in den 60er Jahren folgten am Dienstag Vorwürfe, Mädchen seien in Tirol mit Tierpräparaten "niedergespritzt" worden
Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings, erklärt, was es den Betroffenen heute einfacher macht, öffentlich zu reden
Zuständiger Psychiatrie-Direktor "besorgt" über kolportierte Therapiemethoden
Als schwere Körperverletzung einzustufen
Öhlbock: 14-tägige Behandlungszyklen, Kinder dienten als Träger für Virus
Bis Ende der 1970er Jahre wurden gegen "Onanie und sexuelle Übererregung" auch Tiermedikamente eingesetzt
Kasper: Betroffene könnten als "Erregerträger" verwendet worden sein
Helige spricht von "Zusammenhang zwischen Wilhelminenberg und Spiegelgrund"
Es sei zu klären, ob ein "Verbrechen" passiert sei oder es sich um eine "völlig überholte Behandlungsmethode" handle
An der Wiener Uni-Klinik für Psychiatrie sollen in den 1960er-Jahren Versuche mit Malariaerregern durchgeführt worden sein, berichtet ein Betroffener. Die Klinikleitung zeigt sich bestürzt; die Akten aus der Zeit gelten als verloren
Heimkinder bekommen für Zwangsarbeit, die sie für Firmen, Bundesheer und Landwirtschaft leisten mussten, keine Pension. Der Gesetzgeber Bund habe bei der Kontrolle versagt, kritisieren Experten und Opposition
Im 3. Reich war es ok – und der Führer hat befohlen, und jeder tat es gerne – Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der eigenen Nation sowie auch fremder Nationen für ihre Arbeitskraft auszubeuten und vielfach auch nicht zu entlohnen; man gewöhnte sich dran dass es so lief. Nach dem Zusammenbruch, jedoch, war diese "Gewohnheit" nur schwer abzulegen und viele machten, diesbezüglich, einfach weiter wie zuvor. In den Köpfen vieler auch der nachkommenden Generationen, auch heute noch, scheint diese "Gewohnheit" immer noch festzusitzen. Hat Össtereich – obwohl verspätet und erst in 1965 – nicht das Internationale Abkommen (ILO C029) unterschrieben keine Zwangsarbeiter mehr zu nutzen? Und darin ist genau definiert was ein Zwangsarbeit ist!
Damals galt Arbeit durchaus als Hauptzweck des Lebens.... Alle sollten arbeiten, auch die Kinder. Natürlich auch Bauernkinder...
Mein Onkel war ein kleiner Landwirt und ich war 6 Jahre alt. Damit eine Ladung Heu trocken in den Stall kommt, haben nicht nur die ganze Familie meines Onkels, sondern auch noch einige Helfer tagelang geschuftet. Mich setzten sie auf den uralten Traktor um diesen zu lenken.
Auch die Kartoffelernte wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht ca. ein Dutzend Leute, davon 80% Kinder teilgenommen hätten.
Oft hat es keinen Spass gemacht und wir haben uns immer auf die Pausen und die Jause gefreut. Aber schon damals war uns klar, kein Heu- keine Kuh - keine Milch, keine Saat - keine Ernte - keine Kartoffeln im Keller
Aber leider auch mit dem Makel behaftet, dass das Thematisierte bereits verjährt ist. Dabei gibt es aktuell genauso amtsmissbräuchliche Fälle, die einfach nicht verfolgt werden. Alles, was mit Jugendamt zu tun hat, steht nach wie vor außerhalb des Gesetzes. In dem Punkt hat sich genau nix geändert.
Man kann sich aufregen - und aufregen.
Bekannte meiner FAmilie - sie hatten einen Gemüsestand auf einem Wiener Markt und mussten entsprechend arbeiten - hatten zwei Mädchen, die beide Lehrlinge wurden. Da war es ganz normal, dass die Jugendlichen einen Teil ihres Verdienstes zum Leben der ganzen FAmilie beisteuerte. Wieso das "bestehlen" sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis.
Oida...Heimkinder haben aber keine Familie,die vorher schon mal was in sie investiert und sie haben nichts von dem Geld gehabt,nicht mehr,nicht weniger. Nicht nur "nicht alles vom Gehalt",sondern GAR NICHTS und vielleicht noch Vergewaltigung dazu. Aber das scheint ja für viele ein vernachlässigbarer Aspekt zu sein.
Haben sie schon einmal alleine nur an die körperlichen Schäden gedacht? Dies sind dann die Menschen die als Erwachsener zb. schwere Rückenprobleme haben deren Reperatur die Allgemeinheit zu bezahlen hat während der Kinderausbeuter abcasht. Jeden der Kindern das Arbeiten anschafft gehört ins Häfn und fertig. Unglaublich wie mittelalterlich manche Bevölkerungsteile unter uns noch immer sind.
das ist genau das gleiche wie mit bäuerlicher arbeit: wenn's um den eigenen hof geht is es was anderes als wenn's um einen fremden hof geht.
wenn ich von meinem geld was der familie fürs überleben geben muss ist es was anderes als wenn der staat oder meine familie für meinen heimplatz zahlt und mein gehalt trotzdem beim heim bleibt.
ist's egal ob ein Jugendlicher am eigenen Hof (Bäckerei, Gemüseladen) arbeitet oder woanders wenn durch die Arbeitsleistung derjenige unterstützt wird der für das Leben des Jugendlichen aufkommt.
Das Unrecht ist daher nicht, dass Heimjugendliche an sich arbeiten haben müssen (so wie aber hier meist dargestellt) sondern dass die Entlohnung entweder zu gering war oder ev. in falsche Hände geraten ist.
Bestohlen wurden daher primär nicht die Jugendlichen sondern diejenigen die für die Jugendlichen aufkommen mußten (Eltern, Staat).
Bzgl. Kinderarbeit (oder schlechte Arbeitsumstände) wurden natürlich die Kinder um ihre Kindheit betrogen. Aber das gilt hoffentlich auch für jene die dies am eigenen Hof (oder sonstwas) erlebten.
nicht als Diebstahl.
Raub deswegen weil die Arbeitsleistung unter Gewaltandrohung (damals Erziehungsmittel) erzwungen wurde.
Diebstahl läuft ohne Gewaltandrohung wird wesendlich milder Bestraft als Raub!
Und wenn, der Raub teilweise Staatlich legitimiert war, wiegt das noch Schwerer!
(70er Jahre) nicht anders. Da hat selbst bei mir im Gym fast jeder zu Hause irgendwie mitgearbeitet. Bauernkinder am Hof, Hausmeister-Bua hat in der Anlage Rasen gemäht bzw. Schnee geschaufelt, der eine ist mit seinem Vater in der Früh Zeitungen ausführen gefahren, die Bäckerstochter hat im Laden ausgeholfen und ich am Wochenende in der benachbarten Gärtnerei. Die, die nichts machen mußten waren irgendwie eh' schon die Gstopften (Ärzte, Anwalt, Banker-Kinder).
Aufs zuständige Wohnsitzjugendamt, darum bitten, dass man was nachschauen darf, und dann einfach den Akt nehmen und gehen/rennen. Sicherheitshalber eine Spionagekamera ins Knopfloch stecken, dmait man dann das Fräulein zum youtube-Star der Woche machen kann. Weil das zickige Verweigern von Akteneinsicht mit öden Worten, hohl und schal, ist eogentlich nicht erlaubt.
Vorher aber unbedingt mögliche gefährdete Kinder in Sicherheit bringen, denn die dort am Amt haben ja ein ganz ein eigenes Rechtsempfinden.
Wenn es kein bestimmter Fall ist, sondern ganz allgemein Akten gesichert werden sollen (die anderen Opfer bekommen ja auch alle nix), am besten im Archiv im Keller nachschauen und die Akten dann den Betroffenen aushändigen.
Es hat vor ein paar Wochen beim Pagro um 12 Euro so eine kleine Kamera gegeben. Von denen habe ich mir gleich drei Stück gekauft. Die Qualität ist für ein kleines Ding wirklich gut. JEDER sollte sowas haben, insbesondere beim Kontakt mit dem Jugendamt.
Ich denke, am Wochenende ist es am besten. Vorher könnte man sich mit dem Putzpersonal anfreunden. Da findet sich sicher die eine oder andere, die so eine Rettungsaktion mit Schlüsseln und Raumplänen unterstützt.
Die Opfer haben einfach das Recht auf diese Informationen. Und die Täter müssen bestraft werden. Stattdessen verweigern sie bis heute die Herausgabe von Beweisen. Bei Normalsterblichen gibt es da Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr, aber diese Täter hier genießen offenbar so eine Art politischen Diplomatenstatus, dabei müssten alle, die das decken, als Mittäter im Sinne des 278a vor Gericht gestellt werden. Das Vertuschen und das Verweigern der Information findet nämlich JETZT statt, ist also noch lange nicht verjährt.
Das Problem ist nur: Es ist zwar ethisch in Ordnung, ein illegales System mit illegalen Mitteln zu bekämpfen, aber wo die ursprünglichen Täter nicht bestraft werden, man selbst aber (zum Ausgleich?) mit unangemessener Härte, muss man aufpassen. Ich bin ja keine Sozialarbeiterin, dass ich alles darf. Da muss man schon anonym bleiben.
"Der Unterschied ist: Ob du auf einem Hof mitarbeitest, der dir einmal gehören wird. Oder auf einem fremden Hof, auf dem du geschlagen, ausgebeutet und keine Ausbildung bekommst"
Auf einem Hof haben alle Kinder arbeiten müssen, egal ob die ca. 3-8 Bauernkinder oder die Kinder von Mägden und Knechten.
Den Hof hat aber genau nur einer (bzw. 2) bekommen, alle anderen haben genauso nur fürs tägliche Leben und ohne Ausbildung gearbeitet!
Dass Kinder nichts für den Lebensuntehalt der Familie beitragen müssen ist ein Luxus unserer Zeit und unseres Ortes und Arbeit daher kein besonders Schicksal von Pflegekinder der 60er-Jahre.
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