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Luisa trainiert zweimal pro Woche Rollstuhlbasketball.
vergrößern 500x333Behindertensportler in Mosambiks zweitgrößter Stadt Beira.
Beira - Jahrelang war Martinho (32) nur gekrochen. Als er 12 war, hörten seine Beine plötzlich auf zu wachsen, irgendwann verloren sie jede Kraft. Weil niemand Geld hatte, um ihm einen Rollstuhl zu kaufen, bekam Martinho lange Gummihandschuhe. Sie sollten seine Unterarme schützen, wenn er sich auf die Ellbogen gestützt über den Boden schleppte. Heute spielt er Rollstuhlbasketball und versucht zu verhindern, dass weiterhin Kinder in Mosambik nur kriechen können. Die Paralympischen Spiele, ab 29. August in London, könnten ihm dabei helfen.
Martinho arbeitet in Beira, der zweitgrößten Stadt des Landes, als Sozialarbeiter. Für die Hilfsorganisation Licht für die Welt versucht er, Kindern mit Behinderung zu ermöglichen, so wie er zu sporteln. Behinderungen gelten in Mosambik oft als Fluch oder Strafe Gottes, manche Eltern verstecken ihre behinderten Kinder aus Scham jahrelang in ihren Hütten.
Dabei gibt es in Mosambik mehr Menschen mit Behinderung als in anderen Ländern: In den 15 Jahren Bürgerkrieg zwischen 1977 und 1992 wurden zahlreiche Kämpfer verkrüppelt.
Heuer werden erstmals fünf Sportler aus Mosambik an den Paralympics teilnehmen, einer davon, der blinde Läufer Pita Rondao Bulande, trainiert in einer der Sportgruppen der Hilfsorganisation. Während der Spiele werden die Menschen in Mosambik behinderte Sportler im Fernsehen sehen und sie vielleicht anfeuern.
Ansehen verbessern
"Sport ist eine Methode, diese Leute wieder in die Gesellschaft zu integrieren", sagt Domingos Simeao Langa, Behinderten-Trainer und Arbeitspartner von Martinho. Langa trat selbst für Mosambik bei Olympischen Spielen 1980 in Moskau als Läufer an, bis heute hält er Mosambiks Bestzeit im 800-Meter-Lauf. 1995, nach dem Ende seiner Karriere, machte er eine Ausbildung zum Behinderten-Sportbetreuer.
Die Paralympics könnten helfen, mehr Menschen mit Behinderung in Mosambik zu ermutigen, Sport zu betreiben, sagt Langa - und ihr Ansehen verbessern. Läufer Bulande wurde von seiner Familie verstoßen, nachdem er mit 12 Jahren nach einer Krankheit erblindete. Seit mosambikanische Medien vor den Spielen über ihn berichten, wollen seine Verwandten plötzlich wieder Kontakt.
Langa und Martinho fahren regelmäßig gemeinsam durch die Dörfer und versuchen, die Eltern behinderter Kinder zu überzeugen, dass ihr Nachwuchs mit ihnen trainieren darf. Zweimal die Woche holen sie ihre Schützlinge mit einem klapprigen alten Bus zum Training ab: Laufen, Blindenfußball, Rollstuhlbasketball. Eine Schule in Beira stellt ihre Sporthalle zur Verfügung, die Fluglinie Emirates spendete einige Dressen, Licht für die Welt kaufte professionelle Sportrollstühle.
Für viele hier geht es um noch viel mehr als Anerkennung. Die 32-jährige Luisa etwa kann nicht gehen, ihre Beine sind durch ein Nervenleiden verkümmert. Weil keine asphaltierte Straße zu ihrer Hütte führt, konnte sie früher nicht alleine auf den Markt: Die Nachbarn wollten Geld für ihre Hilfe, ihr selbst fehlte die Kraft, um ihren Rollstuhl durch den Sand zu fahren. Seit sie zweimal die Woche Basketball trainiert, sind ihre Arme stark genug geworden, nun kann sie einkaufen fahren. Nur wenn es regnet, bleibt sie hungrig. Der Weg durch den Schlamm ist immer noch zu anstrengend. (Tobias Müller, DER STANDARD, 22.8.2012)
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Bitte mehr davon! Also nicht mehr Behinderte, sondern mehr Aufmerksamkeit und Toleranz für diese. Ich frag mich ja immernoch, wieso die Behinderten nicht zeitgleich mit den Normalos die Spiele bestreiten können. Besonders zum Ende der Spiele hin sind die Wettbewerbshallen und -gelände gerne leer, weil einfach nicht mehr so viel passiert. Da hätten die Behinderten doch zeitlich drin Platz.
... ist sicherlich eine gute Überlegung, jedoch kann es auch sein dass bei gleichzeitigen Wettbewerben die Aufmerksamkeit für die Behindertensportler geringer ist als bei einem eigenen Olympia. Ich hoffe nur dass die Medien über die Paralympics auch soviel berichten wie über Olympia selbst. Hier werden oft noch viel größere Leistungen erbracht.
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