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vergrößern 800x545Ein "Triumphzug mit großem Gefolge": "Superbia - Der Stolz" (1986) von Ulrike Ottinger.
Der Wiener Prater, genauer gesagt der Wurstelprater, hat Ulrike Ottinger schon lange angezogen. Vor fünf Jahren hat die renommierte deutsche Filmemacherin und Fotografin (Freak Orlando, Bildnis einer Trinkerin u. a.) dann schließlich ihren schlicht Prater betitelten Dokumentarfilm vorgestellt: eine Sammlung von präzisen Beobachtungen und eine Reihe von kleinen Inszenierungen, an denen Literatinnen wie Elfriede Gerstl und Elfriede Jelinek beteiligt sind. Kein umfassendes, aber ein sorgfältig komponiertes Prater-Bild, das auch die geschichtliche Entwicklung und die Traditionen des "Illusionsgeschäfts" im Blick behält.
Ottinger, die als ihre eigene Kamerafrau unterwegs war, interessierte sich für die "ephemeren Architekturen" des Praters. Sie sei, so erzählte sie damals im Gespräch, "ganz schön herumgerannt, rauf und runter, hin und her. Das Tolle am Prater ist: Sie verändern Ihren Standort minimal, und schon ergibt das eine völlig andere Perspektive." Ihr Interesse galt Apparaturen, Automaten und anderen Attraktionen, dem Motiv der Reise oder der Vielfalt der Bewegungsformen und Geschwindigkeiten. Dabei wird in Prater nicht zuletzt anschaulich, wie konstant sich die Strukturen des Vergnügungsparks halten, während manche Inhalte Konjunkturen unterworfen sind (Märchenfiguren wurden irgendwann von Pumuckl abgelöst) oder die Technologie fortschreitet und Veränderungen mit sich bringt.
Der Prater war einst auch Bühne für Artisten und Attraktionen, der Zirkus ein verwandtes Illusiongeschäft. Ergänzend zur laufenden Ausstellung Parallelwelt Zirkus in der Kunsthalle sind Ottingers Prater und ihr opulent ausgestatteter Kurzfilm Superbia - Der Stolz von 1986 am Donnerstagabend im Filmcasino zu sehen. Im Anschluss gibt es eine Gesprächsrunde über die "Transgressivität des Zirkus", zu der neben dem Medienwissenschafter Matthias Christen, der Kuratorin Verena Konrad und dem Filmproduzenten Kurt Mayer auch Ulrike Ottinger erwartet wird. (irr, DER STANDARD, 22.8.2012)
23.8., Filmcasino, 20.00
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