"Diskobolos": Arcade-Nervenkitzel aus Österreich

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Knallharter iPhone-Shooter gewährt nur ein Leben pro Versuch - Präzises Gameplay im Retro-Look

Sieht man sich die Landschaft der Mobile-Games genauer an, stößt man zum Großteil auf Spiele, die man als "casual" bezeichnen kann. Dutzende Farmville-Klone, Werbe-Games und seichte Zeitvertreibe findet man im App Store wie Sand am Meer. Wirklich anspruchsvolle Herausforderungen für hartgesottene Gamer gibt es wenige. Das dachte sich auch die junge Spieleschmiede Conquering Bytes aus Wien und setzte sich mit ihrem Erstlingswerk "Diskobolos" das Ziel, die Hardcore-Zielgruppe auf die Probe zu stellen.

"Da wir selber enthusiastische Videospieler sind, haben wir fordernde Spielerlebnisse vermisst.", erklärt das Team um Produzent Fatih Olcaydu und Entwickler Michael Pölzl gegenüber dem GameStandard. "Wir haben uns deshalb gefragt, wie ein klassisches Automaten-Arcade-Spiel, mit den heutigen technischen Gegebenheiten, wie z.B. der Touch-Steuerung, aussehen würde?"

Nur eine Chance

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Mit Diskusscheiben gilt es so viele heranschreitende Monster und Feinde abzuschießen. Kommt ein Gegner durch, ist das Spiel vorbei. Der Arcade-Shooter greift dabei die Unverzeilichkeit klassischer Genrevertreter auf und verzichtet im weitesten Sinne auf modernen Schnickschnack wie Checkpoints und Speicherstände: Man erhält pro Versuch nur ein Leben, was den Kampf um Punkte und gegen die Zeit zum anhaltenden Nervenkitzel macht.

Die Entwicklung von "Diskobolos" habe "ungefähr ein halbes Jahr gedauert". Der simpel gestrickte Retro-Look sei von Anfang an Teil des Konzepts gewesen.

Highscore-Jagd

Die schlicht designten Grafiken lenken dafür umso weniger vom präzisen Gameplay ab. Man kann die Scheiben per Fingerwisch unterschiedlich schnell beschleunigen und die Banden für spitze Winkelschüsse nutzen. Je mehr Gegner man mit einem Schuss erwischt, desto höher schraubt sich der Multiplikator. Es ist ein Stresstrip, der an die süchtig machende, steile Schwierigkeitskurve von "Tetris" erinnert. Dem Puls der Zeit folgend wurden jede Menge virtuelle Errungenschaften eingebaut, um die getriebenen Spieler bei der Stange zu halten. Am Ende zählen dennoch nur die erreichten Punkte, die sich Stolz erfüllend oder peinigend in der weltweiten Rangliste widerspiegeln. "The List" führen übrigens nicht die Schöpfer selbst an. "Zurzeit wird die weltweite Rangliste von einem Spieler namens "Sliff88" angeführt. Wir kennen ihn nicht, möchten ihm aber auf diesem Weg für seinen Highscore von über 17 Millionen gratulieren. In unseren internen Tests hatten wir selbst, obwohl wir alle Tricks und Kniffe des Spiels kennen, Highscores von höchstens 12 Millionen Punkten. Wir sind deshalb sehr beeindruckt von den Diskobolos Spielern und dem, was sie aus dem Gameplay rausholen.", so die Entwickler.

Ausblick

Für die kommenden Wochen und Monate verspricht das Wiener Studio ein großes Update für "Diskobolos". Auch über die Umsetzung für andere Plattformen will man nachdenken. "Außerdem arbeiten wir bereits an zwei neuen Projekten, die sich gerade im Prototyping befinden. Was wir zum jetzigen Zeitpunkt verraten können ist, dass sie in eine andere Richtung als "Diskobolos" gehen." (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 22.8.2012)

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