Trafikanten streiten intern über Geldflüsse

21. August 2012, 14:38
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Obleute trotz freiheitlicher Anzeige wiedergewählt. Derweil steht Krisensitzung wegen Lotterien-Ausbauplänen an

Wien - Die Obleute der Wohlfahrtseinrichtung der Trafikanten, Peter Trinkl und seine Stellvertreterin Gabriele Karanz, sind am Dienstagnachmittag wiedergewählt worden. Das sagte Trinkl nach der außerordentlichen Sitzung in Friesach. Er sieht das Votum als "Bestätigung unserer Arbeit".

Angesprochen auf die vom Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW) eingebrachte Strafanzeige meinte Trinkl, dass ihm diese bis dato nicht vorliege. "Unser Anwalt ist beauftragt, mit der Staatsanwaltschaft zu reden, ob es so etwas überhaupt gibt." Seit ein paar Wochen sind die WE-Obleute Trinkl und seine Stellvertreterin Gabriele Karanz wegen unklarer Geldflüsse in der Schusslinie, Falschkalkulationen haben sie bereits eingeräumt. Noch Mitte Juli hatten 15 von 32 Delegierten ihrer Führung das Misstrauen ausgesprochen.

Kampf gegen Lotterien-Pläne

Obmann Trinkl hat - als Trafikantenobmann in der Wirtschaftskammer - auch an anderer Front zu kämpfen, und zwar gegen die Österreichischen Lotterien. Diese wollen mit Anfang 2013 ihr Vertriebsnetz für Lottoscheine und Co. massiv ausbauen, wobei von der Erweiterung vor allem Tankstellen, aber auch Lebensmittelgeschäfte und Postämter profitieren. Konkret sollen 2.237 Vertriebsstellen, die bisher nur Brief- und Rubbellose verkauft haben, zu Lottoannahmestellen werden. Die Trafikanten laufen gegen die Pläne Sturm, wegen neuer Konkurrenz dräuten Umsatzeinbußen von 30 Prozent.

Die für Freitag angesetzte Krisensitzung zwischen Trinkl und Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler wurde aus privaten Gründen auf Montag (27.8.) verschoben. (APA, 21.8.2012)

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    foto: standard/cremer
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