Ernährungswissenschaft nimmt Bubble Tea unter die Lupe

  • Die "Bubbles" (Kügelchen aus pflanzlicher Stärke) in den Tees sind nicht unumstritten. Sie sollen zur Blockierung der Atemwege von Kleinkindern führen können.
    foto: ap/paul zinken

    Die "Bubbles" (Kügelchen aus pflanzlicher Stärke) in den Tees sind nicht unumstritten. Sie sollen zur Blockierung der Atemwege von Kleinkindern führen können.

Eine Untersuchung des umstrittenen Getränks ist in Planung - Die Rezepte sollen ernährungsphysiologisch optimiert werden

Bubble Tea ist in aller Munde: Kaum dass das asiatische Kultgetränk Österreich erobert hat, gibt es auch schon viele Kritiker, die davor warnen. Zu süß, zu gehaltvoll und die enthaltenen bunten Kügelchen können eine Erstickungsgefahr darstellen.

Unternehmerin Susanne Dreier-Phan Quoc, die den Bubble Tea nach Österreich geholt hat, will allen Zweiflern entgegentreten und hat am 21. August bei einer Pressekonferenz in Wien eine Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Akademischen Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) angekündigt.

Ernährungswissenschaftliche Untersuchung

Da Bubble Tea bei den Jugendlichen so beliebt ist, wurde nun die Kooperation mit dem ÖAIE gesucht, um die Rezepte ernährungsphysiologisch zu optimieren, erklärte Ernährungsmediziner Kurt Widhalm. "Dieses Getränk wird im Rahmen eines Kults von Jugendlichen angenommen. Unsere Aufgabe ist es, dieses Produkt im Rahmen einer gesunden Ernährung einzubauen", sagte der Mediziner. Eine ernährungswissenschaftliche Untersuchung von Bubble Tea und seine Wirkung etwa auf den Blutzuckerspiegel sei in Planung.

Bei der europaweiten Studie HELENA (Healthy Lifestyle in Europe by Nutrition in Adolescence), bei der die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten von Jugendlichen auch in Österreich untersucht worden sind, kamen nämlich besorgniserregende Zahlen zutage. Die Teenager sind übergewichtig, essen zu viel Süßes und trinken zu viel Alkohol, Gemüse und Obst kommen eher weniger auf den Speiseplan, fasste Widhalm die Daten zusammen. Besonders bedenklich: Ein bis mehrmals täglich konsumieren 27,6 Prozent der österreichischen Jugendlichen Softdrinks - EU-weit sind es 17 Prozent.

"Snack Drink mit einem leichten Sättigungseffekt"

Ziel ist es, in Zukunft die Kunden über die Inhaltsstoffe des Getränks aufzuklären. "Bubble Tea besteht zum größten Teil aus frischem Grün- oder Schwarztee, der mit Geschmackskomponenten wie Fruchtsirup verfeinert und dann mit den berühmten Toppings - Stückchen aus verschiedenen pflanzlichen Stärken - serviert wird", sagte Dreier-Phan Quoc. Alle Zutaten seien mit den europäischen Lebensmittelrichtlinien konform. "Bubble Tea ist ein Snack Drink mit einem leichten Sättigungseffekt", so die Unternehmerin von "tea-licious".

Ein seit einigen Wochen veröffentlichter Folder will auch über den viel diskutierten Kaloriengehalt informieren. So enthält ein "Fruit Tea Mango" mit "Erdbeer Juice Pearls" mit 144 Kalorien etwa so viel wie ein Glas Orangensaft. Damit liege der Kaloriengehalt deutlich unter jenem vieler Softdrinks, meint Dreier-Phan Quoc. Ein "Erdbeer Grüntee Snow" mit "Litschi Juice Pearls" mit 214 Kalorien ist einem kleinen Vanilleeis gleichzusetzen. (APA/red, 21.8.2012)

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