Athen sucht Steuersünder am Strand

21. August 2012, 11:31
  • Griechenland fängt "kleine Fische".
    foto: www.pixelio.de, norbert schuster

    Griechenland fängt "kleine Fische".

Griechenland sagt schwarzen Schafen in den Urlaubsorten den Kampf an, ein Restaurant-Mitarbeiter wurde festgenommen

Athen - Im Kampf gegen die Schuldenkrise will Griechenland schärfer gegen Steuersünder in den Urlaubsparadiesen des Landes vorgehen. "Das Gesetz muss eingehalten werden, die Steuerhinterziehung wird beispielhaft geahndet", sagte Regierungssprecher Simos Kedikoglou dem Fernsehsender Mega. Er kritisierte einen Vorfall vom Wochenende, wo auf Insel Hydra wütende Bürger gegen die Festnahme eines Restaurantmitarbeiters protestiert hatten. "Wie ist es möglich, dass Hydra als eines der beliebtesten Touristenziele der Spitzenklasse solch ein Bild abgibt", sagte Kedikoglou.

Auf Hydra hatten Finanzbeamte bei Kontrollen einen Restaurantmitarbeiter festgenommen, der seinen Gästen keine Rechnung ausgestellt haben soll. Daraufhin umstellten Bürger das Kommissariat, in das der Angestellte gebracht worden war, und forderten die Freilassung des mutmaßlichen Steuersünders. Ihnen gelang es zudem, die Strom- und Wasserversorgung des Gebäudes lahmzulegen. Angesichts des Protests wurden Anti-Aufruhr-Einheiten auf die Insel geschickt. Der festgenommene Restaurantmitarbeiter wurde nach Athen gebracht. (APA, 21.8.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2

das ist so als würde man einen schwarzarbeiter bei uns in österreich verhaften und ihn für die Staatsschulden verantwortlich machen hahah das ist ja schon ein Zirkus was die da aufführen !!

Warum geben Tankstellenpächter ungern Rechnungen aus?

Hat irgendwer eine Ahnung, wie ein Tankstellenpächter an der Finanz vorbei Treibstoff verkaufen kann. Ist es möglich Treibstoff schwarz einzukaufen? Gibt es keinen Gesamtzahler an der Zapfsäule?

grundsaetzlich

gibt es alles schwarz. Wenn die gr. Tankstelle irgendwo an der Kueste liegt, Fischer u. Yachten zahlen keine USt

Ihnen gelang es zudem, die Strom- und Wasserversorgung des Gebäudes lahmzulegen

Da werden unsere Grünen wieder protestieren!

was für ein polizeistaat.

die steuern zahlen sowieso die anderen länder der eu.

ein schönes beispiel für die griechische misere:
-) die festnahme eines kellners ist sicher aktionismus, als signal für mehr steurmoral gedacht.
-) die großen fische werden aber nicht angerührt (obwohl es genauso notwendig ist, die steuermoral bei den vielen klienen zu wecken oder überhaupt erst einzuführen).
-) dass die bürger das einschreiten der staatsmacht dann nicht akzeptieren und sich gegen diese mit gewalt durchzusetzen versuchen (kappen der strom- und wasserversorgung der polizeistation) zeigt eben auch, dass sie das nicht als ihren staat sehen sondern nur als bedrohung

das mit gr wird nix mehr...
da hilft nur bankrott, euro-austriit und neustart von ganz unten

was denn als Bedrohung

sollte der Staat sein ? Er ist der natuerliche Feind des Buergers

schon mal die übersetzung von "res publica" gegoogelt?

und ?

das aendert was ?

O man die griechen

mich würde mal interessieren ob es einen griechen gibt, der in seinem leben schon mal die aufforderung vom finanzamt bekommen hat, er müsse seine steuererklärung abgeben.
das wirds wohl in 100 jahren nicht geben.

Ganz einfach!

Keine öffentlichen Gelder mehr auf diese Insel! Die sollen sich die Steuern behalten, müssen aber alles (Pensionen, etc...) selbst finanzieren. Das wäre unterm Strich sicher ein Gewinn für Athen (und in weiterer Folge für uns alle)!

eher ein

Verlust fuer Athen, vor allem aber, so eine Aktion ist auch am Festland vorstellbar

was ich nicht verstehe ist warum ein MITARBEITER festgenommen wird?

was ist mit dem Restaurant-BESITZER ???????

welche vorteil hat der mitarbeiter, wenn er keine Rechnung ausstellt?

dass er vielleicht gemeinsam mit dem Koch in die eigene Tasche arbeitet?!

Plumpe Ablenkungsstrategie fürs Stimmvieh!

Die Kleinen verfolgt man theatral ganz hart und die großen Steuersünder belästigt man erst gar nicht.
Ganz genauso wie derzeit in Österreich!
js

ach

die steuereintreiber sollten es mal auf sardinien probieren...oder in monaco...oder in sankt moritz...

Die griechischen? Dann werden die auch verhaftet. Und die Wachstube wird dann nicht belagert.

An den Privatstränden der Hochfinanz

gib es sicher fette Beute.

... genau das ist das Problem. Die Leute haben dort einfach kein verdichtetes Rechtsempfinden wie wir hier in Nord-Europa. Wollen wir die Südstaaten im Euro halten, dann wird es nur dann gehen, wenn alle die gleichen Spielregeln haben - ohne ein Heer von österreichischen/deutschen Beamten/Mitarbeitern die die komplette Verwaltung in GR übernehmen wirds wohl nicht gehen. Denn nicht nur die Steuerhinterzieher haben dort ein anderes Rechtsempfinde, sondern das Volk als ganzes und damit auch die Behörden.

wann haben Sie das letzte Mal

in Österreich statt einer Rechnung mit ausgewiesener MWSt einen Bierzettel als "Rechnung" bekommen?

ob sie den zettel bekommen oder nicht ist wurscht

ist ja auch nicht vorschrift wie in italien.

der punkt ist, ob das in ein registrier-boniersystem eingeht. und das gibts fast überall.

Im Wirtshaus im kleinen Dorf werden Sie keine MWST Rechnung bekommen, wenn sie diese nicht verlangen. Das heißt aber noch immer nicht, dass nicht versteuert wird. Dass es in Ö auch Steuerbetrug gibt ist unbestritten - es geht aber um das große ganze und hier ist unbestritten Ö nicht mit GR vergleichbar. In GR gab es bis vor 10 Jahren noch keine EDV in der Finanzverwaltung. Ich mag die Griechen und in den Hotels laut sich das Personal die Füße wund. Trotz allem eckts dort. Wenn Sie einem Freund Geld borgen und arbeiten und er arbeitet auch, aber es kommt am Monatsende nicht raus und er braucht immer und immer wieder Geld, würden Sie sich mit ihm wenn sie ihn mögen auch zusammensetzen um zu klären worans liegt und ihm mglw. helfen..

30% unversteuert

In der österreichischen Gastronomie läuft laut meinem Steuerberater mindestens 30% unversteuert, dasd wird vom Finanzamt auch mehr oder weniger akzeptiert. Noch dazu gibt es die pauschalierten Betriebe, die kaum mehr als 10% vom Realgewinn Einkommenssteuer zahlen. Die Gastwirte sind mit den Bauern die größte Gruppe staatlich geförderter Sozialschmarotzer.

.. wir haben selber in der Familie ein Kaffeehaus in Wien. Bei einem Anteil von 30 % unversteuert würde man bei den heutigen Gewinnen, gleich 2 Mitarbeiter abbauen müssen, weil die Gehälter nicht mehr bezahlt werden könnten. Mag sein, dass es diese Fälle gibt, aber so pauschalieren würd ich mir das jetzt nicht tauen. Bei den Bauern ergibt sich alleine schon die Problematik mit den Einheitswerten die aus der Steinzeit kommen - hier sollte jedenfalls drüber nachdenken. Um Wohnraum freizuschaufeln wäre auch eine Abgabe auf Zweitwohnsitze vernünftig, denn die Gemeinden haben außer Aufwand von denn Zweitwohnsitzlern rein gar nichts - da würden einige Häuser auf den Markt geworfen..

"...würde man bei den heutigen Gewinnen, gleich 2 Mitarbeiter abbauen müssen."

Nun sagen Sie bloß, dass Sie die 2 Mitarbeiter nur deshalb einstellen, weil Sie genügend Gewinn machen. Jeder andere Unternehmer entlässt Mitarbeiter, die er nicht braucht, und steckt den Gewinn in die eigene Tasche.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.