Breiviks Bluttat - das Massaker von Oslo und Utöya

21. August 2012, 11:06
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In knapp drei Stunden tötete der Rechtsextremist 77 Menschen

Berlin  - Am 22. Juli 2011 tötete der rechtsradikale Norweger Anders Behring Breivik bei einem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und einem anschließenden Massaker auf der Insel Utöya insgesamt 77 Menschen. Die meisten Opfer waren Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die auf Utöya an einem Sommerlager der norwegischen Jungsozialisten teilnahmen.

Die zuvor im etwa 40 Kilometer entfernten Oslo gezündete Autobombe sollte die Polizei ablenken. Hier wurden acht Menschen durch die Wucht der Detonation und Trümmer getötet. Die Explosion verwandelte Teile der Innenstadt in eine Trümmerlandschaft. Auch das Büro von Ministerpräsident Jens Stoltenberg wurde verwüstet.
Breivik hat die Taten zugegeben. In seinem Geständnis bezeichnete der inzwischen 33-Jährige die Morde als „grausam, aber notwendig". Als Tatmotiv nannte der rechtsradikale Attentäter Hass auf den Islam und die regierenden Sozialdemokraten. Seine Anschläge plante er nach eigenen Angaben neun Jahre lang. Vor dem Massaker stellte er ein 1500-seitiges Manifest ins Internet, das sich unter anderem gegen „Kulturmarxismus" und die Einwanderung von Muslimen richtet.

Der Prozess

Der Prozess gegen Breivik dauerte zehn Wochen, mehr als 100 Zeugen sagten aus, davon rund 40 teils schwer verletzte Jugendliche, die das Massaker auf Utöya überlebt hatten. Breivik ist nach Paragraf 147 und 233 des norwegischen Strafgesetzes wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Anders Bering Breivik bekennt sich schuldig und setzt alles daran, als zurechnungsfähig anerkannt zu werden. Die Spezialisten waren sich nicht einig. In einem ersten Gutachten attestierten die Psychiater dem 33-Jährigen "paranoide Schizophrenie", womit er als schuldunfähig gelten würde. Die Psychiater eines zweiten Gutachtens kamen dagegen zum gegenteiligen Schluss. Der Attentäter sei zum Zeitpunkt der Tat nicht psychisch gestört gewesen, so die Experten. (APA/dpa)

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    77 Menschen fielen Anders Behring Breivik zum Opfer.

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