NASA will den Mars-Kern untersuchen

Projekt "InSight" hat den Vorzug vor Missionen zu einem Saturnmond oder einem Kometen erhalten

Washington - Nur zwei Wochen nach der Landung des Rovers "Curiosity" auf dem Roten Planeten hat die US-Weltraumbehörde eine neue Mars-Mission angekündigt und für diese auch wieder ein schönes Akronym gefunden: Ziel der Mission "InSight" (was für "Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport" steht) sei es, den Mars-Kern zu untersuchen. Die NASA gab dem umgerechnet 342 Millionen Euro teuren Projekt den Vorzug vor Missionen zu einem Saturnmond und einem Kometen.

Die Landesonde der Mission soll im März 2016 auf den Weg gebracht werden. Ihr Zielgebiet ist die Äquatorregion, um eine ausreichende Energieversorgung der mit Solarzellen ausgerüsteten Sonde, die im Gegensatz zu "Curiosity" nicht mobil ist, zu gewährleisten. "InSight" soll mit seinen Instrumenten die Größe, Zusammensetzung und Temperatur des Mars-Kerns untersuchen. Die Mission ist auf zwei Jahre Lebensdauer angelegt.

Die Ausrüstung

Für die "InSight"-Mission ist unter anderem ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gebauter vollautomatischer "Maulwurf" vorgesehen, der bis zu fünf Meter tief in den Marsboden eindringen soll, um den Wärmefluss aus dem tiefsten Inneren des Planeten zu vermessen. "Ein Sensor zur Bestimmung der elektrischen Eigenschaften des Marsbodens und des Wassergehalts hätte als Teil dieses Maulwurfs in Graz gebaut werden sollen", erklärt Günter Kargl vom Grazer Institut für Weltraumforschung der ÖAW.

"Um konkurrenzfähig zu bleiben, musste die wissenschaftliche Nutzlast abgespeckt werden. Leider ist auch der Grazer Sensor dem Rotstift zum Opfer gefallen". Damit wurde aus einer österreichischen Hardwarebeteiligung vorerst "nur" eine wissenschaftliche Beteiligung. (APA/red, derStandard.at, 21. 8. 2012)

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