Wienerberger im Sog der Finanzkrise

21. August 2012, 10:10
  • Wienerberger bekommt die Krise zu spüren.
    foto: wienerberger

    Wienerberger bekommt die Krise zu spüren.

  • Vorstandschef Heimo Scheuch.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Vorstandschef Heimo Scheuch.

  • Artikelbild
    grafik: apa

Die europäische "Vertrauenskrise" drückt auf die Verbraucherstimmung, die bisherigen Stützen in Ost- und Westeuropa geben nach

Wien - Nach einem witterungsbedingt schlechten Start ins Jahr 2012 ist die Wienerberger zum Frühjahr nun vollends in den Sog der europäischen Konjunktur- und Vertrauenskrise geraten. Zum Halbjahr 2012 ist der Umsatz lediglich wegen der Konsolidierung der Pipelife um fünf Prozent auf 1,04 Mrd. (986 Mio.) Euro gewachsen, das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), sank um 16 Prozent auf 104,1 (123,4) Mio. Euro teilte der börsenotierte Baustoffkonzern mit. Das um Einmalfaktoren bereinigte operative Ergebnis Ebit fiel nach zwei Quartalen gar um 85 Prozent auf 4,1 (27,1) Mio. Euro.

Vorstandschef Heimo Scheuch will mit einem weiteren Sparpaket bis Ende 2013 40 Mio. Euro einsparen, neben Zusammenlegungen soll es zu weiteren" "Einmottungen" kommen. Die Cash-Kosten dafür belaufen sich auf zusammen 15 Mio. Euro. Darüber hinaus werden Investitionen reduziert. Bereits 2009 hatte Wienerberger ein damals freilich wesentlich größeres Sparpaket schnüren müssen, das bis zu 58 zeitweise oder temporäre Fabriksschließungen umfasst hatte.

"In den letzten Monaten hat sich das makroökonomische Umfeld merklich verschlechtert und in der Folge sich auch die Bautätigkeit in Europa wieder abgeschwächt", sagte Scheuch,, der von einer "Vertrauenskrise in Europa" sprach. Auch der bisher starke polnische Markt, der größte in CEE, weise seit der Fußball-EM einen "deutlich rückläufigen Trend" auf. In Frankreich, Belgien, und den Niederlanden schwächte sich die Bautätigkeit ab, in Deutschland sei die Abschwächung geringer. Als Positiva nannte Scheuch Preiserhöhungen um vier Prozent, das weniger konjunkturabhängige Geschäft der Rohrtochter Pipelife sowie eine leichte Erholung in den USA. Umsatzprognose könne keine gegeben werden, "wir hoffen, im Gesamtjahr einen Gewinn zu machen (nach Steuern, Anm.)".

Aktie bricht ein

Wienerberger-Aktien haben in Reaktion auf die erfolgte Zwischenbilanzpräsentation am Dienstag im Frühhandel nachgegeben. Gegen 10.00 Uhr tendierte das Papier des heimischen Baustoffkonzerns um 3,17 Prozent tiefer bei 6,536 Euro und war damit Schlusslicht im Wiener prime market. Der Gesamtmarkt - repräsentiert durch den ATX - lag zu dieser Zeit mit plus 0,3 Prozent moderat im grünen Bereich. (APA, 21.8.2012)

Share if you care
13 Postings
Vielleicht gibts wieder eine Abwrackprämie

Hausbesitzer mit Häusern älter als 40 Jahre bekommen 50.000 Euro Zuschuss wenns ein neues Ziegelhaus bauen.

Die Hiobsbotschaften aus dem Hause Wienerberger ....

-...häufen sich auffällig. Jetzt gehts den Wienerberger so wie den europäischen Südstaaten: man hat das Geld ausgegeben, das man eigentlich nicht hatte. Die Hinweis auf die Eurokrise ist ausgesprochen dummes Geschwätz. Schuld sind allein die hausgemachten Fehler mit der irrsinnigen Expansionspolitik.

.. also wo ist jetzt der Immobilienboom - wir hören doch täglich dass die Leute ihr Geld in Gold und Betongold anlegen. Wenn ich denk, was bei uns in der letzten Jahren an Bruchbuden zu überhöhten Preisen verkauft wurden - diese Häuser müssen doch alle renoviert werden - dafür Brauchts Zielel. Oder haben sich die Leute alleine mit dem Hauskauf übernommen und jetzt ists fürs renovieren kein Geld da. Da wär das, was ich die ganze Zeit vorhersag - jetzt muß man nur warten können, bald gibts Einfamilienhäuser recht günstig, weil die Leute draufkommen, dass der Kredit nicht umsonst ist und sich das Haus auch nicht um einen Apfel & ein Ei von selbst renoviert.

wennst für die Renovierung Ziegel brauchst,

reiss die Bude lieber ab und bau sie neu!

Ja richtig ! so eine Immokrise hat doch was für sich !

Man kann eben nur gewinnen, wenn´s ein Anderer verliert.

Kohlhaas1: Ich sehs ja bei uns in der Gegend. Bekanner wollt sein Haus verkaufen - Makler kommt und schätzt 290 Tsd. Bekannter freut sich und will privat verkaufen. Keiner bietet mehr als 240 Tsd. Er geht zu Maler, der verspricht mit einem Alleinvermittlerauftrag (3% vom Verk. + 3 % Prov vom Käufer) das Haus innerhalb von 3 Monaten zu verkaufen. Tja, nach 5 Monaten hat er dann endlich einen Käufer der 240 Tsd bezahlt. Makler sagt, der Markt hat sich zwischenzeitlich verändert und er soll jedenfalls verkaufe, denn das Angebot ist gut. Nur jetzt muß er noch 3 % Maklerprosion bezahlen. Die Makler tun da auch schon das ihrige dazu, dass die Situation so ist wie sie derzeit ist.

Dem Makler ist es ziemlich wurscht wieviel du verlierst. Hauptsache er macht sein schnelles Geschäft !

Ich steh auf dem Standpunkt: verschenken kann ich auch alleine, da brauch ich nicht auch noch einem Makler dafür Geld in den Rachen zu werfen.
Um meine Preisvorstellung durchzusetzen brauch ich, vielleicht, einen Profi.
Aber welcher Makler ist heutzutage ein echter Profi ? Das sind doch allesamt Leute die wegen Arbeitslosigkeit umgesattelt haben und deswegen ziemlich ahnungs und meist erfolglos sind.
Undf ich seh genau so ein Beispiel jeden Tag bei mir in der Siedlung.

Vorstandschef Heimo Scheuch

Pfuh, bei dem Familiennamen ist es mir kalt über den Rücken gelaufen!

T´schuldigung!

Kann es ruhig: der Kurt und der Uwe sind seine Cousins.

Laut Artikel sind seine politischen Ansichten allerdings etwas Mainstream-tauglicher:

http://www.format.at/articles/... -politiker

Und weil die Bautätigkeit abschwächt...

...werden die Baustoffe teurer... Alles ganz klar. So funktioniert das mit Angebot und Nachfrage. Ist die Nachfrage da, steigen die Preise... und sinkt sie, dann wird auch erhöht :-) Die Lügen "freier Markt" und "Angebot-Nachfrage" - man kann's nicht oft genug vor Augen halten.

Also wenn du sagen wir X zum Leben brauchst und dieses X aus y erwirtschaftest, dann wirst du X immer noch zum Leben brauchen auch wenn du nur noch y/2 einnimmst.

Also musst du x statt auf y jetzt auf y/2 aufschlagen und schon ist es teurer.
Dieses war ein kostenloser Service der Volksbildung :((

In der Aussendung steht:
"Ebenfalls positiv auf den Umsatz wirkten sich die um 4 Prozent höheren Durchschnittspreise aus, welche sich aus Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation sowie Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten erklären. "

comdirect.de zit. nach aktiencheck.de

Ja klar.

Und Energiesparlampen waren vor der "Pflicht" teuer, weil's keiner wollte und sie sich sonst net rentieren und heute um 30% teurer, weil die "Nachfrage" so hoch ist. Die gesamte Baubranche jammert, weil die Auftragslage schlecht ist, aber die Preise in der gesamten Baubranche steigen... jetzt ist wieder die Inflation schuld. Sprich Angebot und Nachfrage werden durch Inflation weggekürzt. Komischerweise sind die Realtagsätze in der Baubranche ja auch etwas gesunken (zumindest im Bekanntenkreis) - weil ja weniger zu tun ist, und man muß halt in den sauren Apfel beißen und so...

Mit diesem Argument dürfte ja bei geringer Nachfrage NIE etwas billig werden, weil man kann immer mit der Inflation oder den Fixgehältern kontern :-D

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.